Assymetrische Digitalisierung

 

Der Garten des Hyggelig Hus wird von einer künstlichen Intelligenz bewässert. Intelligenz? Naja. Gardena hat im letzten Jahr ein auf den ersten Blick recht nettes smartes Bewässerungssystem auf den Markt gebracht, und das tut jetzt recht zuversichtlich seinen Dienst. Man verbindet ein Gateway mit dem Router, steckt den Wetter- und Feuchtigkeitssensor in den Boden und schließt die Wasserhähne an. Optional kommt noch der Mähroboter ins Netz. Knöpfchen drücken, alles vernetzt. Fertig.

Eigentlich eine feine Sache, leicht installiert, Wasser marsch. Typisch für die halbherzige Digitalisierung ist allerdings der Umgang mit den Daten meiner geschwätzigen Geräte. So meldet der Sensor meldet kontinuierlich Daten an Gardena, das “adaptive scheduling” der Bewässerung entscheidet je nach Bodenfeuchtigkeit, ob bewässert wird oder nicht, Rasenmähereinsätze könnten auch automatisch angepaßt werden. Ständig reden alle Geräte mit der Gardena Cloud. Nur nicht mit mir. 

Gardena verfügt mittlerweile vermutlich über ein beeindruckendes Netz von Wetterstationen in deutschen und auswärtigen Gärten, kann Bodenfeuchtigkeitsgrade runterbrechen auf Regionalebene, und wunderbare Langzeitreihen auswerten – nur aber nicht der Nutzer, der die Daten liefert, für das Gerät aber ordentlich bezahlt hat. Alles, was der Nutzer sieht, sind IST-Daten. Will man sehen, wie oft im vergangenen Monat gesprengt wurde und wie oft die Bodenfeuchtigkeit ausreichend war, sucht man vergebens. Ich würde auch gerne ein Dashboard haben in meinem persönlichen Bereich auf der Website. Ich würde auch gerne Dienste wie IFTTT anbinden. Geht alles nicht.

Natürlich gibt es auch keinen offenen Weg, bei Gardena Produkt-Ideen zu hinterlassen. Kein Forum, kein Ideation-Bereich, nichts. Nun, man kann in der App ein Feedback senden. Gesagt, getan, es folgt auch gleich eine freundliche  Antwort, die geht ungefähr so: “Wir arbeiten an voll schönen Updates, wann aber das von Ihnen gewünschte Feature kommt, können wir nicht sagen. Woran wir arbeiten, sagen wir aber auch nicht und eine Produkt-Raodmap nennen wir auch nicht. Stay tuned”. Ich habe dann auf dieses Mail nochmal geantwortet, vorgeschlagen, dass man doch in der heutigen Zeit doch super Möglichkeiten hätte, Nutzer zu involvieren, Konsumenten zu Beteiligten macht, Loyalität erhöhen könnte, innovative Ideen erhält, Austausch mit engagierten Nutzern pflegt, die dann zu Markenbotschaftern werden, etc.

Beeindruckendes passiert darauf: Das Telefon klingelt und ein Kollege von Gardena antwortet mir auf meine Mail telefonisch. Das hatte ich auch noch nicht. Irgendwie sympathisch, auch ausgesprochen nett. Aber wieso nicht offen und für alle sichtbar? Ich bin ja nicht der einzige, der mit solchen Ideen herumläuft. Ruft Gardena die alle an? Man arbeite an vielen Verbesserungen, so der freundliche Kollege, und man werde auch meine Vorschläge bedenken.

Daher nochmal hier offen, was mich ärgert: Die Asymmetrie der Datenverwendung. Ich möchte gerne Zugriff auf meine Daten, die ich ja auch permanent sende. Und ich würde erwarten, dass ich wie in jeder Fitness-App meine Daten schön aufbereitet geliefert bekomme. Selbst mein Heizkessel redet mehr mit mir offener als der Wasserhahn:

Es wundert mich wirklich, wie man nicht nur bei Gardena die Chancen der Einbindung engagierter Kunden ignoriert.  Googelt man sich durchs Netz, so gibt es in einigen Nischen Diskussionen, aber auch da liest Gardena offenbar nicht mit. Klar kann es lästig sein, wenn der Kunde plötzlich mitgestalten will. In Zeiten des digitalen Umbaus der Kunden-Beziehung ist aber Abschottung eine vertane Chance.

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Hallo #customer_first_name#

Lieber #sender_name#,

ich kann leider den #excellent_feedback_link# nicht finden. Empfehle ein Update des CRM Systems. 

Beste Grüße

Ihr #customer_first_name#

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Elektrolux

 

Just registred for #tesla #model3

Ein Beitrag geteilt von Alexander Kluge (@alecmcint) am

Damals, am 31. März 2016 um kurz vor Zehn, standen Menschen am Kurfürstendamm in zwei Warteschlangen. Die einen warteten auf das neue iPhone 5 SE vor dem Apple Store. Und die anderen waren bereit, 1.000 Euro Reservierungsgebühr im Tesla Store für ein Auto zu bezahlen, das bisher weder zu sehen war noch irgendwer probefahren konnte. Hergestellt von einem Unternehmen, das bisher nur wenige Elektro-Luxusautos gebaut und noch nicht gezeigt hatte, dass er pünktlich liefern und Masse herstellen konnte.

“Aua” schrub der Volker im Kommentar, als er uns fröhlich pfeifend nicht wenig Geld ausgeben sah. Und auch heute noch gehört es bei führenden meinungsbildenden Bloggern zum guten Ton, eben genau nicht zum Tesla Fanboy zu werden. Die Argumente laufen ähnlich wie zwischen Apple und Android Jüngern, allerdings sind es andere Gruppen die sich gegeneinander in Stellung bringen. Nach dem Model 3 Auslieferungs-Event vor ein paar Wochen ging es richtig los. “Das sind keine Serienfahrzeuge, alles Lüge!”, “Seht ihr, von wegen 35.000 $”.  Gleichzeitig schwappte #Dieselgate über das Land (“Elektromobilität ist aber auch alles andere als Öko!”) und die Argumentations-Schlacht nahm bizarre Formen an.

Jeder musste nun offenbar seinen Senf dazu geben. Und weil schon alles gesagt ist, nur noch nicht von mir, folgt hier mein Kommentar.

Die Diskussionen der letzten Wochen zum Thema Elektromobilität gingen online und offline ungefähr so – und bitte vor den Listpunkten  immer ein deutliches “Ja, aber!” einsetzen:

  • “Von wegen 35.000 $, jetzt kostet das Model 3 ja doch 50.000 $” – Ja, genau. Das nackte Basismodell kostet 35.000 $ , genau wie Musk es angekündigt hat. Und wie bei jedem deutschen Autohersteller kann man dickere Schlappen oder mehr Leistung mit mehr Geld bezahlen. Und ja, ich habe viel Verständnis dafür, dass Tesla erstmal die teurere Variante baut mit der längeren Reichweite. Wer die Basisversion will, kann ab Mitte nächsten Jahres mitspielen.
  • “Der Strom aus Deiner Steckdose ist genauso dreckig wie aus meinem Verbrenner”  – Hach, da können wir uns nun mit Links auf Studien bis zum Umfallen bewerfen. Richtig ist erstmal, dass ich mir Ökostrom zu Hause leiste. Und richtig ist auch, dass nur der Strom aus meiner Steckdose über die Jahre immer grüner wurde. In Deutschland wird der Energiemix grüner, und auch wenn er nicht ganz grün ist, und Kohlekraftwerke noch vor sich hin-idlen, mein Verbrenner wird nicht schrittweise sauberer werden über die Lebensdauer hinweg. Ja, nur ein bisschen sauberer sind die e-Fahrzeuge heute. Aber wenn alle ein bisschen mitmachen, dann wird kann es schließlich nur besser werden.

    “Ein Fahrzeug mit Stromsteckdose ist so klimaverträglich wie die Kilowattstunden, die es antreiben. Je CO2-ärmer die Stromerzeugung wird, desto sauberer sind Elektrofahrzeuge unterwegs. Jedes zusätzliche Windrad, jede zusätzliche Kilowattstunde aus neuen, immer billiger werdenden Fotovoltaikanlagen schlägt sich deshalb unmittelbar in einer Verminderung der Emissionen nieder, die den E-Autos zuzurechnen sind. Ein ähnlicher Dekarbonisierungsprozess ist bei den flüssigen oder gasförmigen Kraftstoffen für Pkw-Verbrennungsmotoren nicht in Sicht” (Zitat aus der ZEIT)

  • “Die Produktion der Batterien schadet der Umwelt viel mehr als mein A6 in seiner ganzen Lebensdauer” Auch dazu kann man sich je nach Gesinnung mit unterschiedlichsten Studien bewerfen. Richtig ist aber, dass wir momentan noch gar nicht abschätzen können, wie die gesamte Ökobilanz sein wird. Bei den Batterien rechnet man gerne Rohstoffabbau und aufwändige Fertigung hoch, vergißt aber Betrieb und Versorgung des Tankstellennetzes, ökologische Kosten der Ölforderung, verschweigt, dass die neue Gigafactory von Panasonic und Tesla, die die Batterien für die Teslas herstellen wird, den für die Fertigung benötigten Strom aus Solarstrom beziehen wird (ja, die Solar-Panele sind noch nicht auf dem Dach zu sehen, ja, die vorgelagerte Fertigung ist nicht 100% regenerativ, ja und ja, aber hier ist wenigstens die Chance, dass die Kette irgendwann weitgehend unabhängig von Öl ist.)
  • “Zwei Tonnen Blech mit Batterien durch die Gegend zu bewegen, ist schon an sich Ökofrevel” – Stimmt. Die ökologischste Form der Fortbewegung ist die Bewegung mit Muskelkraft. Und natürlich könnte man auch einen Twizzy kaufen, der nicht so viel Ballast mit sich rumschleppt. Nun, wir brauchen derzeit ein Auto. Nicht zwei. Das zweite gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Wir haben DriveNow, Car2Go, Bahn, ÖPNV, Fahrrad. Reicht. Aber unser Lebensmodell ist derzeit noch so ausgerichtet, dass es eines Autos bedarf. Auch das mag sich ändern. Aber wenn es ein vollwertiges Auto sein soll, dann soll es vollwertiger Ersatz sein und kein Spielzeug.
  • “Elektromotoren? So ein 3 Liter Turbo-Diesel, DAS ist ein Stück deutsche Ingenieurskunst!” Ja, mag sein, aber dieses komplexe Konstrukt aus vielen tausend Einzelteilen, das Benzin braucht, mit Öl geschmiert werden muss, Zündkerzen, Abgasreinigung, Kühlung und entsprechende Wartung wird irgendwann noch voll retro sein, aber es ist vorbei. Vorbei. Das sagt jemand, der seinem alten Saab 900 immer noch hinterher weint und beim Anblick und Sound eines Käfer Cabrios immer noch sehnsüchtig an seine Jugend zurückdenkt. Nostalgie. Aber vorbei.
  • “Wie soll ich denn da von Garmisch nach Flensburg kommen?” Man kommt von Garmisch nach Flensburg. Mit einem Tesla S ist neulich ein Fan zum ersten Mal über 1.000 km mit einer Ladung gefahren. Ja, es war ein P100D, und der kostet viel, und ja, seine Innenaustattung war um jeden Ballast reduziert worden, aber hey, wir stehen  erst am Anfang der Entwicklung! Wie lange haben denn die Motorbauer gebraucht, um die hochgezüchteten Maschinen auf das heutige Niveau zu heben? Zwootens: Die komplette deutsche Autoindustrie hat sich von einem durchgeknallten Unternehmer aus dem Silicon Valley zeigen lassen müssen, wie man in ganz Europa ein dichtes Netz an Schnellladestationen einrichtet. Mit dem Tesla durch Europa? Kein Problem. Eine Freundin von uns fährt seit zwei Jahren einen Tesla S durch Deutschland. Ja, man muss mehr Zeit einplanen. Und der eine oder andere lästert, dass dann die teuren Schlitten mit 120 bei optimaler Geschwindigkeit vor sich hinschleichen, um Reichweite zu optimieren – so what? Wenn das Ding dann auch noch von alleine fährt, mache ich meine Korrespondenz derweil. Der Stress mit den testosterongeschwängerten BMWs mit 250 km/h auf der linken Spur hinter mit mit Lichthupe: Vergangenheit.
  • “Tesla ist wie Apple nur Spielzeug der digitalen Boheme” – Ach, dieser Krieg wird bei mobilegeeks oder beim Robert Basic in der Kommentarspalte geführt. iPhone Käufer sind willenlose Opfer einer Marke und zahlen freiwillig doppelte Preise für minderwertige Hardware, yadayada. Das passiert jetzt auch mit Tesla. Ja, man kann einen Nissan Leaf kaufen, oder einen Chevy Bolt. Apfel. Birne. Warum? Auch ein Elektro-Auto darf Luxus, und es darf auch schön sein. Ein anständiges, gut aussehendes Auto befriedigt erst einmal die Sinne. Sicher kann man geteilter Meinung über die Designsprache sein, man kann die Schlichtheit des Innenlebens wie Johnny neulich als die Wiedergeburt des Trabant 600 S sehen, man kann aber auch einfach skandinavische Schlichtheit hineininterpretieren. Warum auch immer die anderen Hersteller ihre Elektromobile schon optisch in die Schmuddelecke verorten müssen – keine Ahnung. Aber viel viel wichtiger ist doch ein anderer Punkt. Nur Tesla denkt das Auto als vernetztes System, als Plattform für Mobilität. Natürlich ist das Interieur schlicht, es gibt nicht mal ein Handschuhfach, in dem man etwas vergessen kann. Es gibt nur einen Bildschirm, keine zehntausend Knöpfe , die irgendwer verstellen kann. Es gibt keinen Schlüssel, keine Fernbedienung, keine mechanische Öffnung für Trunk und Frunk, also die Kofferräume. Es gibt eine Keycard bzw. eine App auf dem Smartphone zum Öffnen. Und warum? Merkt Ihr es? Das ganze Auto ist auf Sharing ausgelegt, sodass ich es bedenkenlos teilen könnte. Ja, es gibt noch kein voll autonomes Fahren auf unseren Strassen, sodaß der Wagen alleine seiner Mobilitäts-Arbeit nachgehen könnte. Noch nicht.  Aber nur der Tesla ist darauf vorbereitet und das Konzept ist darauf ausgerichtet. Und nur der Tesla wird auf Knopfdruck in der Lage sein, während ich ihn nicht brauche, Geld zu verdienen. Fremde Leute in Deinem Auto? Unvorstellbar? Ich kann mir das gut vorstellen. Ich nutze ständig fremder Leute BMW, Minis, X1 oder Smarts – mit DriveNow oder Car2Go. Zur Sicherheit ist dann auch eine auf die Insassen gerichtete Innenkamera verbaut, wenn man wirklich mal wissen will, wer da in meinem Wagen rumgesaut hat. Schlechte Bewertung, sperren, fertig. Das ganze Konzept Auto ist von Tesla einfach weitergedacht als es derzeit jeder andere Hersteller tut, die noch daran festhalten, dass in Zukunft alle nur Ihr eigenes Auto fahren wollen, immer und ewig ein Lenkrad haben wollen und natürlich selber Gas geben wollen. Auch mir macht sowas zugegeben Spaß. Aber in Zukunft wird das keine Rolle mehr spielen.

Und noch was zum Thema wie viele Arbeitsplätze doch am deutschen Verbrenner hängen und wir müssen auch an die Konzerne und Lieferanten als Arbeitgeber denken. Nein. Wettbewerb tut gut, auch wenn er erstmal Arbeitsplätze bei den etablierten Playern kostet. Ich war einer der ersten, der sofort D2 Mannesmann Verträge abgeschlossen hat, als es losging mit dem Mobilfunk. Ich wußte, das Netz wird nicht so gut funktionieren wie D1 Telekom, aber ich wollte ein Zeichen für Wettbewerb setzen. Das taten wir mit unserer Firma auch sofort im Festnetzbereich, als es möglich wurde. Ich glaube, dass man gelegentlich den etablierten Marktteilnehmern Feuer unterm Hintern machen muss.

Mein Vater war damals in den 80er Jahren der Meinung, dass die Japaner zuverlässigere Autos zu einem besseren Preis als die deutschen Autobauer liefern. Er kaufte sich statt eines miserabel ausgestatteten BMW einen top ausgestatteten Nissan für uns als Familienwagen, vollgestopft mit Technik, die es damals serienmäßig bei Japanern, nicht aber bei den deutschen Herstellern gab. Einer seiner Mandanten, ein mittelständischer Unternehmer, verbannte ihn und diejenigen Mitarbeiter, die japanische Wagen fuhren, vom Hof. “Wir müssen draussen bleiben”. Der Schnappreflex war der gleiche wie heute: Die Japaner fluten unseren Markt, die deutsche Auto-Industrie geht kaputt. Aber nicht die Japaner waren schuld an dem Desaster, sondern die wenig innovativen, satten deutschen Autobauer. Und heute ist auch nicht Elon Musk, die böse #DieselGate Verschwörung oder sonstwer schuld, dass es uns mal wieder ein Ausländer zeigen muss. Es sind die verschlafenen Seilschaften bei den deutschen Autobauern, die mir für ein Karten-Update eines Bord Entertainment User Interfaces, das heute noch aussieht wie ein MS-DOS Prompt, 1.000 Euro abnehmen wollen. Auch daher haben wir uns bewußt entschieden, Elon Musk ein paar tausend Euro zu leihen, die ja auf der Bank auch keinen Zins bringen. Und ich werde ihm auch verzeihen, wenn das Spaltmaß nicht dem Standard deutscher Perlen des Autobaus entspricht. 

 

 

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Plattform, Baby!

„Tach. Wir sollen hier nen Bett abholen“ sagen zwei gut bepackte Möbelpacker. „Hier?“. Hier ist in Berlin. Hier gibt es kein überschüssiges Bett. Und schon gar keines zum Abholen. Abgeholt werden möchten die unvollständigen Bett-Teile in Ahrenshoop aus dem Bällebad. Aber fangen wir vorne an.




Ich habe derzeit zwei große Baustellen. Auf der einen Baustelle versuche ich mit Unternehmen in kleinen Schritten die Errungenschaften der digitalen Transformation nutzbar zu machen, nachdem vorher die großen Wunder versprochen wurden. Auf der anderen Baustelle versuche ich als Kunde die versprochenen großen Wunder der Digitalisierung zu nutzen, um uns einen Traum an der Ostsee so nebenbei zu organisieren. Ohne die Wunder der Digitalisierung könnten wir das Traumhaus gar nicht so nebenbei bauen, und ohne die Unternehmen, die für guten Rat bereit sind zu zahlen, würden wir die Wunder der Digitalisierung für unseren Hausbau gar nicht nutzen können.




Natürlich kaufen wir online, lassen liefern und montieren. Ausser dem großen schwedischen Möbelhaus haben wir kaum ein Geschäft betreten, Lampen, Betten, Schränke kommen auf Zuruf. Wenn alles gut geht. Und das geht es oft genug nicht.





Ein typischer Beschaffungstag. Die Gattin wühlt sich wochenlang durch „industry“ style Kataloge, entscheidet sich endlich für ein bestimmtes Bett und bestellt es. Das Bett ist „sofort“ lieferbar, es ist schnell konfiguriert und schnell bezahlt. Natürlich ist es nicht der Online Store des Herstellers, bei dem wir bestellen. Es ist eine von tausend Plattformen, die irgendwie versucht, Nachfrage auf sich zu konzentrieren. Erste Lehre: „sofort“ heißt natürlich nicht, dass morgen geliefert wird. Wäre ja auch naiv, das anzunehmen. Erst fragt nämlich der Händler nach Bestelleingang und natürlich Zahlungseingang beim Hersteller an, wann der denn liefert. Und da wir natürlich weit weg von lückenloser Vernetzung und API Economy sind, scheint das selbst bei großen Shops wie Maison Du Monde ein manuelles Verfahren zu sein. Mit viel Glück bekommt man dann, wohlgemerkt nach Bezahlung, die Info, dass man in zwei Wochen liefern könnte. Alles erträglich, aber dann beginnt das ganze Wunder der Digitalisierung.




Denn wenn eines jeder in der Nahrungskette der Online Shops verstanden hat, dann dass Digitalisierung vor allem eines bedeutet: Werde zur Plattform! Los! Sonst bist Du schon morgen weggefegt vom Markt!




Was bedeutet das für mein Bett? Es wird eine Lieferung avisiert. Ein Bett, Destination Baustelle an der Ostsee. Was dann irgendwann ankommt, sind aber nur die Seitenteile. Weiß der Online Shop davon? Nein. Man muss es ihm mitteilen. Der Shop hat aber natürlich keine Assets. Plattform, verstehste! Er kann nicht im Lager nachschauen. Ist ja nicht sein Lager. Er kann auch nicht beim Hersteller nachfragen, der sitzt ja irgendwo in Sheng Dou oder Shen Zen. Also muss er bei seinem Spediteur nachfragen. Der Spediteur ist aber jetzt „Logistik-Partner“. Er will jetzt auch lieber eine Plattform sein. Er war vermutlich bei einem meiner Digitalisierungsvorträge. Uber, AirBnB, alles klar? Er hat jetzt keine LKWs mehr, keine Fahrer, er ärgert sich nicht mehr mit Bundesautobahnpolizei und Arbeitszeitvorschriften und Lenkzeiten herum. Er ist jetzt Plattform, hey! Dazu hat er ein tolles System aufgebaut, mit dem er Transporte an seine Subunternehmer vermittelt. Die lokalen Spediteure in Deutschland haben aber schon längst Karl-Heinz Land erlebt und – taschacka – verstanden: App-Economy, Plattform, Internationalisierung, Bisness, Baby! Also haben Deutschlands lokale Spediteure hunderte polnische Subkontraktoren unter Vertrag, die auf deutschen Autobahnen mit runtergerockten Mercedes-Kastenwagen Tag und Nacht durch Deutschland rasen und zu Hungerlohnen das deutsche Online Shopping-Wunder möglich machen. Mit sehr sehr viel Glück kann so der Online Shop, also mein Vertragspartner, feststellen, wo eigentlich unsere restlichen Teile sind. Aber nur mit viel Glück. Wir haben keines.





Also wird das Bett einfach nochmal bestellt, die Zeit wird knapp. Durch eine sehr kurze, aber sehr heftige Verschiebung im Raum-Zeit-Gefüge grüßt aber das Murmeltier erneut: Es kommt wieder nur eine Lieferung mit Seitenteilen an der Ostsee an. Parallel will aber irgendeine andere Spedition aus der Nahrungskette die Falschlieferung abholen. Aus Berlin? Spätestens beim dritten Subunternehmer wird mit Fax und Mitarbeitern mit nur rudimentären Deutschkentnissen gearbeitet – der Digital-Analog Wandler spuckt ein schlecht bedrucktes Waren-Papier aus, auf dem dann einfach Rechnungsadresse gleich Lieferadresse stehen. Hilfloses Achselzucken. Keiner weiß, wo nun was abgeholt werden muss. Wo welche Bett-Teile stehen. Keine Stufe in der Kette läßt zu, dass die nächstniedere Stufe direkt kontaktiert wird.





Warum ich mir diesen Frust vom Leib schreibe? Weil es eben nicht nur eine Erfahrung ist, sondern mehrfach passiert bei unserem Projekt. In solchen Massen haben wir noch nie Ware online geordert. Das Problem betrifft allerdings nicht nur Möbelshopping-Plattformen sondern auch das ganz normale Bauhaus um die Ecke, dessen Spediteur mittlerweile ein – Plattform, Baby! – Logistik-Dienstleister ist und dessen Subunternehmer mir im Zeitalter der kompletten Vernetzung nicht mal sagen kann, wo 120 qm (!) Parkett eigentlich gerade liegen und wann sie gesichert ankommen. RFID Tags an Produkten, GPS Sender an Containern und LKWs? Jeder Zugvogel kann heute gesichert geortet werden, nicht aber Waren, die von virtuellen Warenbewegern in Kaskaden weitergereicht werden.





Wir haben unendlich viel Ware zu unserem Bauprojekt schaffen lassen. Wir hätten das alleine mit einem Laster und einem Besuch in Elchshausen oder bei Möbel-Höffner nie geschafft in der Zeit und in der Qualität. Klar ist aber auch: In der Logistik-Kette steckt die Tücke, und kaum einer beherrscht das so professionell wie Amazon. Bei Amazon merkt man, wie ausgeklügelt das System ist. Hier ist nie etwas schief gegangen mit unterschiedlichen Lieferadressen. Die avisierten Zeiten stimmen meist und weichen höchstens mal um ein paar Tage ab. Rechnungen, Dokumentation, Rückgabe, Erstattung – es gibt keinen anderen, der das so beherrscht. Der Rest ist meilenweit abgeschlagen.





Schlußwort: Dies ist kein Online Shopping Bashing. Ich stimme auch nicht das große Lied des Amazon Bashing an, besinge nicht tote Innenstädte, wünsche mir nicht alte Zeiten zurück, klage nicht über Hungerlöhne in der Logistik. Dies sind nicht Probleme, die ich durch Shopping-Vermeidung lösen könnte, sondern strukturelle Probleme. Es ist nur ein Appell an die Händler, die glauben, dass Logistik mal so nebenbei funktioniert, zu prüfen, ob man sich mit dem Wettbewerb um noch günstigere Lieferbedingungen einen Gefallen tut. Am Ende hilft alles Plattform-Dasein nichts. Es muss ein physisches Produkt zuverlässig beim Kunden landen. Und das scheint eine hohe Kompetenz zu sein.

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The Infinite Now

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Konferenz Tourismus



Lots of traveling ahead. Die nächste Woche steht im Zeichen diverser Konferenzen, und es braucht diese Pausen zwischen den Kundenprojekten, um mal wieder frische Gedanken zu tanken, sich auszutauschen über digitale und analoge Themen und andere Sichtweisen und Perspektiven kennenzulernen, die man dann wieder in die Kundenprojekte einbringen kann.


In Halle 5 der CeBIT steigt Montag und Dienstag die CeBIT Enterprise Digital Arena, die ich gemeinsam mit Ellen Trude moderieren werden. Schaut vorbei, wir haben sehr viele interessante Gäste und Themen. Der gestrige Hangout, unter anderem mit Harald Schirmer und Katharina Krentz, sei als Einstimmung empfohlen. Ebenso sehens- oder hörenswert der Hangout mit Sabine zum Thema “Zukunft der HR“. Überhaupt Sabine: Es ist eher ungewöhnlich, dass Partner sich plötzlich in einem Themenbereich wiederfinden. Bei uns ist das seit einem Jahr am Köcheln, und nun stehen wir beide auf der selben Bühne, sowohl bei der CeBIT Enterprise Digital Arena, als auch am Donnerstag in Utrecht auf dem “CongresIntranet.” Hat was von Mr. and Mrs. Smith.

Auf Utrecht freue ich mich ganz besonders, denn dort werden wir auf Lee Bryant, Luis Suarez und John Stepper treffen – dürfte ein sehr unterhaltsamer Ausflug in die Niederlande werden.



Hoffe viele von Euch zu treffen in der nächsten Woche.

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Ein Haus am Meer

Es muss 1989 gewesen sein, als ich das erste Mal von einem lieben Freund nach Ahrenshoop verschleppt wurde. Das Licht, die Mischung von Steilküste, Weststrand und Bodden, alles in Laufnähe an der schmalsten Stelle des Fischlands – all das hat mich sofort gefesselt. Die Trümmer des Sozialismus standen zwar auch deutlich sichtbar in Form eines hässlichen Betonklotzes namens „Kurhaus“ gegenüber vom Strandübergang – aber es war auch klar, dass dieses kleine Nest anderen, ehemals sozialistischen Nachbardörfern einiges voraus hatte. Im Künstlerdorf Ahrenshoop hatte man weitgehend darauf geachtet, das Dorfbild zu erhalten – das lag sicher auch daran, das die Nomenklatura sich dort regelmäßig zur Sommerfrische aufhielt, das unbescheidene Anwesen von Schalck-Golodkowski zeugt noch heute davon.


Ein stillgelegtes Ferienheim eines Thüringer VEB wurde für uns Studenten die Heimat bei vielen Ausflügen. Hier wurde heftig darüber gestritten, wie unsere erste Firma, ein Seminaranbieter und Dozentenpool, heißen sollte und welche Farben das Logo tragen sollte. Hier bereiteten wir uns auf Uni-Prüfungen vor, feierten denkwüdige Silvester-Partys, holten frischen Fisch vom Fischer in Born und genossen Lachsforelle oder Boddenzander.



Ahrenshoop


Das Gebäude musste mit Kohle geheizt werden, es roch nach dem typischen Reinigungsmittel der DDR.
Ursprünglich sollte es schnell abgerissen werden und einer Ferienhaus-Siedlung weichen. Aber die Verhältnisse waren offenbar kompliziert, in Ahrenshoop redet der örtliche Bauausschuss mehr mit als anderswo – und hat so vermutlich verhindert, dass es bis heute zu keinen schlimmeren Auswüchse gekommen ist. Und so fuhren wir Jahr um Jahr nach Ahrenshoop, und als das alte Ferienheim dann doch irgendwann abgerissen wurde, haben wir das Ritual dennoch beibehalten. In Ahrenshoop wurden nicht nur Firmen gegründet, Krisen bewältigt, Projekte gestartet – hier fand über lange Jahre der jährliche Kick-Off der K Consulting Group AG statt, inklusive Teambuilding auf dem Acker und am Steilufer.




Ahrenshoop Herbst 2008
Später buddelten hier die Kinder ihre ersten Löcher in den Sand und wir bezwangen gemeinsam die Lenkdrachen im Sturm.



Der Traum war schon immer, hier unter Reet (örtlich heißt hier vor Ort das Rohr oder Schilf) eine zweite Heimat zu finden. Zwischendurch verkauften wir unser Unternehmen, es ging eine Ehe in die Brüche – und auch in diesen Lebenskrise war Ahrenshoop die Zuflucht.



Aber welch eine schöne Wendung, dass mit einer neuen Liebe eine alte Liebe verbunden war – wir teilten beide schon ein Jahrzehnt, unabhängig voneinander, die Leidenschaft für diesen Ort mit dem besonderen Licht. In der alten Schifferkirche haben wir geheiratet, im alten Elisabeth von Eicken gefeiert.

Ein kleines Fest am Meer


Jahrelang drückten wir uns nun gemeinsam die Nase platt an den Ausschreibungen der örtlichen Makler. Wir waren kurz davor, das „Deichhaus“ am Grenzweg zu kaufen, direkt am Deich, Blick auf die See, zurückgebaut und entkernt bis auf die Außenmauern. Kurz vor dem Notartermin bekamen wir nasse Füße. Damals vermutlich die richtige Entscheidung, sonst hätten wir keine Luft mehr gehabt, unseren Traum in Berlin zu realisieren.



Vor fast zwei Jahren, wir hatten uns gerade nach einer Umschuldung von den finanziellen Lasten des einen Bauvorhabens erholt, liefen wir am Weg zum Kiel an einem Haus vorbei – mit frisch aufgestelltem „Zu Verkaufen“ Schild. Es war offenbar der richtige Moment. Das Schild war noch frisch, es war früh im Jahr und noch nicht allzu viele Leute waren daran vorbeigekommen – wir klingelten bei den Besitzern, und dann ging alles sehr sehr schnell. Und sind mit einem Bein in Ahrenshoop angekommen.



Letzte Woche haben wir Richtfest gefeiert. Unser „Hyggelig Hus“ Rohbau steht.


Manchmal können wir noch gar nicht glauben, dass es da ist und wir es geschafft haben, so ein Schmuckstück auf die Halbinsel setzen zu dürfen. Es klingt sicher pathetisch, aber ich kann es gar nicht anders sagen. Wir sind so dankbar, dass wir es hierhin geschafft haben.

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Forty Nine

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Intranet? CongresIntranet!

Intranet? Yes, it´s still there. But no matter if we talk about „Enterprise Social Networks”, „Social Intranet“ or „Digital Workplace” these days – its all about enabling communication and collaboration in a networked environment and helping organizations adapting the #NewWayToWork.

Very happy to be part of the speaker lineup at IntranetCongres in Utrecht. If you really want to learn about the challenges of the Digital Workplace and meet the three musketeers – join us at CongresIntranet.

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Wir amüsieren uns zu Tode

[…] The central argument of Amusing Ourselves is simple: there were two landmark dystopian novels written by brilliant British cultural critics – Brave New World by Aldous Huxley and Nineteen Eighty-Four by George Orwell – and we Americans had mistakenly feared and obsessed over the vision portrayed in the latter book (an information-censoring, movement-restricting, individuality-emaciating state) rather than the former (a technology-sedating, consumption-engorging, instant-gratifying bubble). […]

Ich habe Neil Postmans Buch vor über zwanzig Jahren verschlungen und mit Blick auf den weichgespülten und intellektuell tiefergelegten Medien-Brei genau an dieser Stelle genickt und immer und immer wieder dieses Zitat angebracht. Es ist nicht Orwells Vision, die wahr zu werden drohte, sondern Huxleys.

What Orwell feared were those who would ban books. What Huxley feared was that there would be no reason to ban a book, for there would be no one who wanted to read one. Orwell feared those who would deprive us of information. Huxley feared those who would give us so much that we would be reduced to passivity and egoism. Orwell feared that the truth would be concealed from us. Huxley feared the truth would be drowned in a sea of irrelevance. Orwell feared we would become a captive culture. Huxley feared we would become a trivial culture.

Sein Sohn mit einer posthumen Würdigung für diese These im Guardian und klaren Empfehlungen, unter anderem folgende Appelle an uns:

1. Falsche Anschuldigungen sollten Herausforderungen für uns sein: Wir haben mit diesem Internetz die Möglichkeit, Dingen auf den Grund zu gehen – wenn wir nicht nur auf den ersten Google Treffer klicken.

2. Nicht von den “Medien” erwarten, dass die diesen Job machen. Einige tun es, andere verkaufen vor allem Klicks.

3. Bildung. Bildung. Bildung. Es ist absolut notwendig, dass unsere Schulen zukünftig den Kindern bereits beibringen, wie man mit Informationsquellen umgeht, wie man selber recherchiert und wie Medien funktionieren. In meinen Augen eine gigantische Aufgabe, die derzeit schon bei der Ausbildung der Lehrer scheitert.

Es gibt so viele Initiativen, die dazu beitragen wollen, wieder eine kritische Öffentlichkeit herzustellen und den grassierenden Populismus zu begegnen. Schmalbart ist eine davon, Carsten Rossis “Die bessere Achse” eine andere. Wir sollten das unterstützen.

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Don´t put people in Boxes

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Starke Botschaft

Starke Botschaft an das amerikanische Publikum in diesen Zeiten voller Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.

-> Story

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CeBIT ante portas – Enterprise Digital Agenda

Die CeBIT wirft ihre Schatten voraus. Ich werde das eine oder andere Panel moderieren. Und im Vorfeld durfte ich ein paar Gedanken zu #DigitalWorkplace und #DigitalTransformation los werden.

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Kluges Haus

Planungssitzung Haus am Meer mit @netzabine #hyggelighus

Ein von Alexander Kluge (@alecmcint) gepostetes Foto am

Wir bauen mal wieder. Ein kleines Haus am Meer wird es werden. Und während wir beim letzten Bau das Thema Smart Home noch nicht sinnvoll integrieren konnten, ohne einen gigantischen Serverschrank, dicke Kabelbäume und teure KNX Technik zu verbauen, scheint jetzt alles leichter.

Das Berliner Heim wurde mit allen möglichen Standalone Lösungen nachgerüstet:

  • Hue für ein paar ausgewählte Leuchten: Nett, aber wird von der Gattin ignoriert. Eine App starten zum Lichtauschalten? Never. Licht aus geht nur mit Schalter. Damit ist dann natürlich auch Hue unbrauchbar.
  • Alarmanlage: Auf Tastenfeld und ähnliches verzichtet, reine App Steuerung durch Comvis App. Geht. Aber zwingt nicht zur Nutzung. Der Fehlalarm ist mein Freund. Kopplung von Alarmanlage an bestimmte Lichtszenarien bei Hue? Nur mit Kopfstand.
  • Die neuste Errungenschaft: Sauna-Fernsteuerung mittels Loxone Mini-Server. Sehr nett, hat den Sauna-Konsum im klugen Haushalt extrem in die Höhe getrieben (Gattin im Auto so „Mir ist kalt machst Du zu hause schon mal die Sauna an“, alternativ Pubertier faul im Bett rumlungernd „Bevor ich aufstehe mach ich schon mal die Sauna an“)
  • Darüberhinaus versehen smarte Mäh- und Saugroboter ihren Dienst. Auch diese gehorchen nicht irgendwelchen Verknüpften Befehlen.


  • Alle Gerätschaften reden nicht miteinander. Auf Apple HomeKit hören sie auch nicht: Hue bräuchte eine neue Basisstation, ach, überhaupt müßte man alle Gerätschaften austauschen. Yonomi war schon mal ein tauglicher Ansatz, mehrere Gerätschaften miteinander zu verknüpfen, tat aber mit dem Sonos nicht immer was ich wollte. Szenarien wie „Alle haben das Haus verlassen, Alarm Anlage an, Saugroboter fährt los, Lichtautomatik an“ gehen so nicht.


    Für den Neubau könnte man nun beispielsweise das System von Loxone einsetzen. Aber auch hier: Kabel zu jedem Aktor, kryptisches Windows-only Admin-Panel, und die Frage: Ist das eigentlich zukunftsfähig, Vermutlich ist es erstmal keine dumme Idee, überall ein LAN Kabel hinzulegen, wo später was gesteuert werden soll. Aber will man in einem Haus, das auch vermietet wird, Gäste mit smarten Lichtschaltern verwirren? Selbst ich finde es gruselig, wenn ich in einem Hotel auf so eine smarte Lichtschaltung stoße, die ich nicht verstehe. Die Kluge Gattin hat daher schon Licht traditionell bestellt.


    Was der Kluge Gatte aber will:

  • Türzugang mittels smarten Schließzylinder: PIN code für Gäste remote vergeben. Zeitstempel dran, fertig. Gibt viele Lösungen mit lokaler Administration. Das bringt mir nichts. Ich will remote. (Jaja, Sicherheit, ja…Ich will es aber)
  • Heizung zentral fernsteuern – heute zumindest schon einigermaßen leicht ab Hersteller. Kein Gast im Haus, Heizung runter. Kluge Leute im Anmarsch: Heizung rauf. Nest macht es ja vor, sollte kein Problem sein
  • Licht: Kann man natürlich auch via Hue oder Fritz Smarthome Stecker lösen.


  • So, und nun Ihr, liebes Internetz: Wer von Euch steuert denn was genau alles fern? Mit Smarthome Server Server wie Loxone? Oder alles mit diversen Apps. Oder via Plattform, die noch nicht kenne? Danke vorab für Eure Anregungen.

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    Year In Search 2016

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    7 auf einen Streich

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    DAS ist wirklich große Klasse: SONOS bietet ab Version 7 die Spotify App als Client an. Ein Riesenvorteil, denn nun öffnet man wie gewohnt die Spotify App, nutzt das gewohnte Interface und wählt als Gerät den SONOS Raum. Die Navigation in der SONOS App zu Spotify entfällt.

    Letztlich dürfte das die Welt für SONOS auch viel einfacher machen. Bisher mussten die Software Entwickler alle Musikanbieter in der SONOS App integrieren – vermutlich ein viel zu hoher Aufwand, wenn man den Änderungen der Streaming-Dienste und Musik-Anbieter hinterherprogrammieren muss.

    (Aktuell ist die Version 7 noch in Beta, daher Vorsicht. Aber ich konnte nicht warten)

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    Digitalisierung in der Schule? Finger in die Ohren.

    Wenn es nicht alles so traurig wäre. Eigentlich habe ich schon vor den Bildungs-Skeptikern der alten Schule resigniert. Ich. Kann. Es. Nicht. Mehr. Hören. Weltuntergang Digitalisierung, schaut Euch nur die Jugend an, liest kein Buch mehr, starrt nur noch auf Bildschirme, hat keine sozialen Kontakte mehr, #undsoweiterundsofort. Dass das, was die verzogene Brut da den ganzen Tag tut, Lesen, Schreiben, Kommunikation, ja sogar Zusammenarbeit, und – oh Schreck- sogar LERNEN ist, das kann nur verstehen, wer auch teilhat an dieser Entwicklung. Wie soll ich einem Digitalabstinenzler Twitter erklären? Oder Snapchat? Hoffnungslos, wenn man es nicht selber wenigstens mal ausprobiert.

    Seit meinem letzten Rant zu den Äußerungen des großen Hirn- und Entwicklungsforscher Dr. Manfred Spitzner, dem Kronzeugen der Digitalisierungs-Gegner auf jedem Elternabend und in jeder Talkshow, ist einige Zeit vergangen.

    Nun mischen sich in den letzten Tagen im Zuge der Digitalisierungsdiskussion in deutschen Schulen hochkompetente Menschen wie Josef Kraus ein, 67 Jahre alt, pensionierter Schulleiter, und offenbar Sprecher der deutschen Lehrerschaft. Und diese Ansichten lassen einem die Haare zu Berge stehen als Vater zweier Jugendlicher. Das hoch renommierte altsprachliche Gymnasium ist nicht im Ansatz in der Lage, den Jugendlichen die neuen Medien und ihre intelligente Nutzung nahe zu bringen. Die Lehrer rücken heute noch mit Overhead-Projektoren an und halten das repetitive Wiedergeben von Zahlen, Daten, Fakten für eine Kernkompetenz. Die Hochrüstung mit Smartboards, die fast keiner der Lehrer sinnvoll in seinen Unterricht einzubringen gelernt hat, hat nichts, aber auch gar nichts mit den Herausforderungen der digitalen Transformation zu tun.

    Ich empfehle daher ausdrücklich die Lektüre dieses Spiegel Artikels “Nicht hören. Nicht sehen. Nicht digitalisieren.“:

    Wer nicht versteht, wie Software funktioniert, wer den ersten Google-Treffer prinzipiell für die richtige Antwort hält, wer nur noch “Call of Duty” und gar nicht mehr Fußball spielt, für den hat die Digitalisierung vermutlich mittelfristig tatsächlich negative Auswirkungen. Wer ihr aber begegnen möchte, in dem er die Zeigefinger fest in beide Ohren steckt und laut “lalalalala” ruft, den wird sie überrollen und zurücklassen.

    Ich habe dazu schon vor einigen Jahren mal was ins böse Netz getippt. Mein Appell an die Eltern und Lehrer frei nach Holm Friebe:

    Trotz allen Unbehagens in den Tretmühlen des Fortschritts sollten wir Älteren uns davor hüten, uns das wärmende Wams des Kulturpessimismus überzustreifen.

    Macht Euch vertraut mit den Dingen, die da draußen in diesem Interdings passieren. Setzt Euch neben die Jugend, schaut zu, was sie tun. Versucht, zu verstehen. Die nächste Generation ist gerade dabei, mit digitalen Mitteln eine neue Welt zu erschaffen. Ob wir es wollen oder nicht.

    -> “Nicht hören. Nicht sehen. Nicht digitalisieren.

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    Syrian Barbecue

    Vor noch nicht einmal einem Jahr traf eine syrische Flüchtlingsfamilie bei uns zum Abendessen ein. Wir wollten die Flüchtlingskrise nicht nur aus der Zeitung erfahren, sondern die Menschen selber kennenlernen. Und auch ein klein wenig etwas dafür tun, das “wir das schaffen”.

    Am gleichen Abend starben Menschen in Paris. Und die Stimmung kippte immer weiter in Deutschland. Ein Grund mehr, zumindest dieser Familie zu helfen.

    Als wir im Dezember “The World” zu Gast haben und eine Sendung über die German Willkommens Kultur entsteht, hatten wir schon eine Wohnung für die Eltern mit den jüngeren beiden Kindern organisieren können. Einige Zeit später hatten wir auch endlich eine kleine Wohnung für den erwachsenen Sohn. Völlig unklar bleibt uns, wie Menschen aus Syrien das alles ohne Hilfe von engagierten Bürgern hätten schaffen können. Amtsschimmel, Blockade-Haltung bei Behörden, Vorbehalte bei den Vermietern. Alles kaum zu überwindende Hindernisse.

    Als unser Artikel von der Huffington Post publiziert wird, spüren wir zum ersten Mal durch die Kommentare, welcher Wind außerhalb unserer Filterblase weht:

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    Das hat uns ziemlich getroffen. Und als kurz darauf unsere Fassade mit Eiern beworfen wird, wurde uns “Bessermenschen” durchaus mulmig. Unser Ziel war ja nicht, uns mit “Gutmenschentum” zu schmücken, sondern andere zu animieren, auch zu unterstützen. Wie sehr dieses Thema die Fliegen anzieht, zeigt sich nicht nur in diesen Kommentaren, sondern in Bautzen, in Mecklenburg-Vorpommern und am Sonntag in Berlin.

    Während wir also am gestrigen Berliner Wahlabend ein “syrisches Barbecue” mit den Freunden bei uns im Garten organisieren, zieht die AFD in die Parlamente ein. Während Aleppo immer mehr zu Trümmerwüste wird, bekommen Rechtsradikale ein Mandat vom Wähler.

    Für uns steht fest: Jetzt erst recht. Denn wir hatten einen wunderbaren Abend, an dem uns zum ersten Mal auch bewußt wird: Wir sprechen nicht mehr Englisch. Wir sprechen Deutsch miteinander. Die Familie findet sich immer besser zurecht. Wir unterhalten uns bestens, die Männer streiten über die beste Grill-Technik, die Jugend tauscht sich aus zu Musik und Film. Bei allem Ärger über die Stimmung in diesem Land: Uns macht das Hoffnung. Integration geht nur mit der Hilfe aller. Lassen wir uns nicht von diesen Deppen unterkriegen.

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    RIP Wolfram Siebeck

    Gestern abend dann auch noch diese Nachricht: “Jetzt ist auch der Vater von Frau Hoffmann gestorben” sagt die bessere Hälfte zur Begrüßung. Es dauert ein wenig, bis bei mir der Groschen fällt.

    Wolfram Siebeck war irgendwie immer Teil unseres Lebens. Wir haben ihn nie getroffen. Aber wir mochten ihn sehr. Viele seiner Weisheiten sind in den Sprachgebrauch der klugen Familie übernommen.

    Ja, Wolfram Siebeck war elitär. Und arrogant. “Ich bin elitär! Manche sagen ja auch, ich sei arrogant. Ich bin arrogant!” Er durfte das. Er war mittellos, als er anfing. Und wurde eine der ganz großen prägenden Personen des guten Geschmacks – nicht nur später im Klugen Haushalt.

    Als er einmal jungen Restaurantkritikern vorwarf, dass Sie erst an Familie, Auto und Haus dachten, prägte er einen unserer liebsten Sprüche: “Junge Journalisten heute, die wollen erst mal eine Familie gründen, eine Wohnung kaufen, ein Auto. Die gehen nicht auf eigene Kosten in ein feines Restaurant, um sich zu bilden. Ich habe ganz Europa abgefressen aus eigener Tasche, das war sozusagen mein Universitätsstudium, es war wunderbar.”

    Seitdem heißt es bei uns auch: Wir haben uns schließlich auf eigene Kosten durch halb Europa gefressen. Wir dürfen auch mal nörgeln.

    Ob er seine Henkersmahlzeit Austern und Wein bekommen hat?

    “Fast würde ich sagen, das reicht schon. Obendrauf noch eine Krabbe und ein Stück vom Hummer und ein paar Muscheln. Also am besten eine Platte fruits de mer, wie man sie in der Bretagne überall kriegt. Ja, das wär’s.”

    Wir wünschen es ihm.

    -> Nachruf in der ZEIT

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    The ultimate TED Talk

    “Chart! Chart! Chart! Chart! Statistics!”. Made my day. Thank you, vowe.

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