Forty Eight

number 4 number 8

Humans need not apply

Ich hatte zuletzt einige spannende Diskussionen zum Thema Arbeitsplatz der Zukunft. Zum einen bei der Frage, welche Jobs werden eigentlich unsere Kinder machen. Was bedeutet das für die Arbeitnehmer heute, angeregt durch die Frage, wie wird Dein Job in 5 Jahren aussehen.

Das oben verlinkte Video ist schon etwas älter gemessen in digitalen Maßstäben, aber die 15 Minuten seien all denen empfohlen, die in der gestrigen Diskussion um meine Tesla Erfahrung meinten, sie würden ab jetzt einen weiten Bogen um mich machen, wenn ich auf der Strasse unterwegs bin. Der Wagen sieht mehr als ich, er reagiert schneller, er fährt weitaus zuverlässiger alleine als ich.

Es ist nur noch eine Frage einer verhältnismäßig kurzen Zeit, wann die “Wissensarbeiter” damit konfrontiert werden, dass ein Computer einen Großteil der Tätigkeit übernimmt. Es betrifft nicht mehr nur den Taxifahrer oder den Kreditsachbearbeiter in naher Zukunft. Steuerberater, Rechtsanwälte und Ärzte wiegen sich noch in Sicherheit.

Sicher. Ein Schach-Computer besiegt heute ohne Frage jeden Großmeister. Ein Großmeister mit einem Schachcomputer besiegt jeden Schachcomputer. Aber diese Kombination wird eine Elite retten, weil sie damit Top Leistungen bringen werden. Die breite Masse wird aber weder vorbereitet sein noch haben wir derzeit gesellschaftliche Vorkehrungen getroffen.

“Humans will always loose. Technology always wins. We are not prepared”

Papa, ich werde Drohnenpilot

Sohn I wird demnächst Abitur machen und zählt die Wochen, bis es vorbei ist. Sohn II folgt in einem Jahr. Keiner von beiden kann die Frage beantworten, was er danach beruflich machen will. Der eine “will reich werden”, der andere “will das Leben genießen und was schönes machen”. Nun, ich wußte in dem Alter auch nicht, was ich werden wollte. Nur Mädchen wussten schon immer, dass sie Tierärztin werden wollten.

Neu ist heute allerdings, dass zwei von drei Kindern Jobs machen werden, die es heute noch nicht einmal gibt. Vielleicht werden sie Drohnen-Pilot? Wer weiß. Kann man davon leben? Hängt davon ab. Das Schwierige an Prognosen ist ja bekanntermaßen, dass sie ungenau werden, sofern sie die Zukunft betreffen. Und da sich das Rad des technologischen Wandels immer schneller dreht, wird der berechenbare Horizont immer kürzer.

Die Unsicherheit betrifft auch meine Generation. Wenn erst Watson die Anamnese wesentlich schneller und wesentlich korrekter macht, wenn der Call Center Computer nicht mehr zu unterscheiden ist von einem echten Menschen, wenn Kreditsachbearbeiter und Versicherungsmakler durch Algorithmen ersetzt sind, dann betrifft das eine sehr sehr große Anzahl von Arbeitnehmern. Guido Bosbach fragt zu recht: Schon mal darüber nachgedacht wie ihr Job in 5 Jahren so aussieht?

Meine Kindern haben “lernen” nicht gelernt. Sie wurden an den Spitzen-Gymnasien vollgestopft mit Fachwissen, das übermorgen veraltet ist. Sicher haben sie da intuitiv “lernen” gelernt. Aber die Neugier, probieren, scheitern, neue Methoden kennenlernen, kontinuierlich an einer Sache dran bleiben und eigenständig lösen – diese Dinge werden sie vermutlich auch nicht an der Uni lernen. Die Uni wird sie weiter disziplinieren – aber wird das reichen für die kommenden Berufsbilder, für die Positionierung im “hochprofessionellen Quadranten” und nicht in der prekären Ecke? Dazwischen wird nicht mehr viel Platz sein. Vielleicht werden sie als Drohnenpilot ein ausreichendes Einkommen erzielen und ausreichend Erfüllung finden?

Sie werden ihren Weg machen. Da bin ich sicher. Ob das für viele Arbeitnehmer meiner Generation gilt, wage ich dagegen zu bezweifeln.

Helferlein

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Vor einiger Zeit ist Robert bei uns eingezogen. Wir wussten noch nicht, ob er bleiben soll. Jetzt hat eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erhalten.

Robert ist zuverlässig, geduldig, und recht ausdauernd. Er arbeitet, wenn man es ihm sagt. Und wenn er stört, macht er eine Pause. Robert holt Staub und Dreck aus Ecken, die der Plömp offenbar noch nie betreten hat.

Er klettert über Stufen und schwellen, quetscht sich hartnäckig unter das Sofa und hört erst nach anderthalb Stunden auf, wenn ihm die Puste ausgeht.

Mit Robert ist der Kluge Haushalt um ein Wundergerät reicher. Aber um ein Haar hätte er die Probezeit nicht überlebt. Denn für Robert mussten einige Dinge neu geordnet werden.

Robert mag beispielsweise keinen Flokati. Er verbeißt sich in den Fasern und muss irgendwann befreit werden. Die Katzen lieben aber den Flokati. Die Katzen lieben aber auch Robert. Konflikt. Robert hat schließlich gewonnen.

Es ist nicht so, dass man Robert nicht auch vom Flokati fernhalten könnte. Eine Abgrenzung mit Magnetband, einfach unter den Teppichrand gelegt, hilft eigentlich gut. Aber die Kluge Frau hat gleich das neuste Umgestaltungsprojekt in die Hand genommen und Flokati gegen Kelims getauscht. Deren Fransen wurden fachmännisch gekürzt, jetzt kann Robert auch mit dem Teppich.

Robert hat diverse Möglichkeiten, sich zu orientieren. Ultraschall, Berührungssensor, Laser – alles dabei. Er sucht sich systematisch Abschnitte im Raum, reinigt eine quadratische Fläche nach der anderen, bis die Batterie alle ist. Zu viel „Stehrümmchen“ sollte man allerdings nicht im Raum haben. Er arbeitet sich zwar um alles herum und durch jedes Stuhlbein-Gewirr hindurch, aber das Manövrieren kostet Zeit und damit Batterie. Robert liebt eher glatte freie Flächen, dann schafft er auch viel ohne großes Herumnavigieren.

Meist findet Robert nach getaner Arbeit zu seiner Ladestation. Manchmal muss man ihn nach Hause tragen. Auch da ist er noch nicht so perfekt. Ein perfektes Helferlein würde natürlich nicht nur seine Ladestation alleine anfahren und sich aufladen, es würde sogar den gesammelten Müll ausladen. So weit sind wir aber noch nicht.

Ganz und gar nicht geht die Fernbedienung. Ein old school Infrarot-Gerät, dass meist nicht funktioniert. Sehr schade, dass bei Robert die Digitalisierung noch nicht so weit vorangeschritten ist. Kein WLAN, also keine andere Steuerungsmöglichkeit via App. Einen USB Port gibt es zwecks Firmware-Update, da könnte man doch sicher auch irgendwas auslesen für die Spielkinder unter uns. Staub- und Weganalysen zum Beispiel. Eine Kamera? Den Katzen beim Saugroboter-Jagen auf Augenhöhe von unterwegs zuschauen, das hätte schon was.

Robert tut nun seinen Dienst. Und ziemlich sicher bekommt er im Frühjahr einen Kollegen – der tut dann Dienst auf dem Rasen.

R.I.P. David Bowie

Had to get the train
From Potsdamer Platz
You never knew that
That I could do that
Just walking the dead

Sitting in the Dschungel
On Nürnberger Straße
A man lost in time
Near KaDeWe
Just walking the dead

Where are we now?
Where are we now?
The moment you know
You know, you know

Twenty thousand people
Cross Bösebrücke
Fingers are crossed
Just in case
Walking the dead
[…]

Potsdamer Platz. Dschungel in der Nürnberger Strasse. KaDeWe.

Berliner Orte. Der alte Berliner Westen, geteilte Stadt, Orte an denen ich war.

Unvergessen die Glasspider Tour, 1987, vor dem Reichstag. Gegenüber, hinter der Mauer, an der Mauer, die Ost-Berliner Fans. An der Hauptstrasse 155 fahre ich oft vorbei.

Ein großer Verlust.

The German Willkommenskultur

Dieses Bild ist am Nachmittag des dritten Advent entstanden. Der Journalist Matthew Bell und sein deutscher Kollege Frank Hessenland gingen für “The World” auch bei uns der Frage nach, was das eigentlich ist, dieses deutsche “Willkommenskultur”. Sie hatten das Chaos im LaGeSo erlebt, sie haben in Dresden mit Pegida Demonstranten gesprochen – und nun sitzen wir mit unseren syrischen Freunden bei Tee und Baklava und sprechen im Interview über privates Engagement und Flucht und Vertreibung. Wir sitzen im sicheren Berliner Südwesten, und wir hören Geschichten aus dem Krieg, von den verschiedenen Fluchtwegen, die jedes Familienmitglied nahm, von Erniedrigung und Angst in Handschellen, von Pass-Händlern und Schiebern.

Vor etwa einem Monat hatten wir die Familie Kouko über die “Welcome Dinner” Initiative kennengelernt. Seitdem fühlen wir uns persönlich verbunden mit dem Schicksal der Vertriebenen. Wir helfen vor allem, wenn es darum geht, Kontakte herzustellen. Schnell lernen wir: Ohne gute Kontakte werden die Flüchtlinge weder aus den Containern herauskommen noch Arbeit finden. Keine Zeugnisse, keine Schufa, keine “Mietschuldenfreiheitsbescheinigung”, keine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis – es ist schwer, sich so zu integrieren. Große Wohnungsbaugesellschaften winken gleich ab. Flüchtlinge? Keine Chance. Nur durch persönliche Kontakte haben wir nun einen Wohnung gefunden und nach 8 Monaten Zug durch Heime und Container-Dörfer wird die Familie zum ersten Mal wieder in geschlossenen vier Wänden leben können. Auch auf dem Weg zu einer beruflichen Eingliederung konnten wir dem Sohn schon helfen. Aber was ist mit den vielen tausend Flüchtlingen, die jetzt nachgekommen sind? Wie fäßt man Fuß ohne diese persönlichen Kontakte in die deutsche Gesellschaft?

Es gibt viele Menschen, die sich engagieren. Und es gibt Initiativen, die den Kontakt fördern und damit den Menschen eine schnelle Eingliederung ermöglichen.

Es ist schön, dass offenbar im Ausland diese “German Willkommenskultur” wahrgenommen wird. Und das wir ein Teil davon geworden sind.

“The World” berichtet -> hier über die Initiative. Die Sendung läuft heute abend um 21:00 Uhr und kann unter diesem -> Link gehört werden. Morgen dürfte dann auch der Stream freigeschaltet sein zum nachhören.

Über Partnervermittler und Wegelagerer

Komme gerade kopfschüttelnd aus einer Telko mit manetch, dem Veranstalter der “Digital Transformation Konferenz“. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ähnliches schon mit we-connect, den Veranstaltern der “Social Business Collaboration Konferenz” erlebt.

Es gibt da offenbar eine interessante Entwicklung im Konferenzveranstalter-Business. Und die geht offenbar so:

  • Vor vielen Jahren: Konferenz-Teilnahme war ein teures Unterfangen. Die Speaker wurden aber ordentlich bezahlt. Das Business Modell war: Gute Speaker ziehen zahlende Kunden an.
  • Vor wenigen Jahren: Konferenzen werden Networking-Events. Teilnahme wird etwas günstiger, aber höchstens die Keynote-Speaker bekommen noch Geld. Insbesondere auf der Bühne stehende Consultants sollen froh sein, dass sie ein Publikum bekommen.
  • Aktueller Trend: Konferenzen sind nur noch Networking-Events. Die Teilnahme kostet viel. Und die Speaker sollen auch zahlen. Der Konferenz-Veranstalter ist nur noch “Konferenz-Teilnehmer-Optimierer” und sorgt dafür, dass alle möglichst viel zahlen, damit sie miteinander reden können.
  • Das heutige Angebot: Für 3.500 Euro darf ich einen Vortrag halten. Um das klar zu stellen: Nicht ich bekomme 3.500 Euro. Ich muss 3.500 Euro zahlen, damit ich die Veranstaltung bereichern darf.

    Und offenbar funktioniert das Konzept ja. Es gibt dem Anschein nach einen großen Bedarf an Möglichkeiten zum Austausch. Der C-Level wird adressiert mit hohen Preisen, kommt dann aber meist leider nicht. Und die Berater und Software-Anbieter werden gelockt mit dem C-Level, und bekommen dann in konzentrierter Form die zweite Ebene vorgesetzt.

    Ausnahmen gibt es natürlich. Viele tolle kleine Barcamps, bei denen die Teilnahme wenig kostet. Auch der Digital Workplace Day diese Woche war eine schöne Ausnahme, weil der Veranstalter zwar damit eine Werbeplattform für seine eigenen Leistungen geschaffen hat, aber dennoch viel Wert für kleines Geld geliefert hat.

    Aber auf die neue Generation der Partnervermittler schaue ich kopfschüttelnd und frage mich, ob das wirklich das neue Konferenz-Modell ist.

    Grenzkontrolle Reloaded

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    Alles wieder wie früher? Wieder an den Ausweis denken beim “Grenzübertritt”? War das wirklich zu viel Freiheit? Und kaufen wir nun Sicherheit auf Kosten der Freiheit? Stirbt langsam beides?

    Was wir übrigens bisher über die Pariser Terroristen wissen: Keine Syrer. Keine Flüchtlinge. Keine Verschlüsselung.
    Worauf sich die Hardliner stürzen: Syrer. Flüchtlinge. Verschlüsselung.

    Unser Leben könnte ein wenig unbequemer werden. Ein abgesagtes Fussballspiel ist erst der Anfang. Grenzkontrollen auch. Exakt das Gefühl, was die Terroristen gerne bei uns auslösen wollen.

    Aleppo. Berlin. Paris.

    Am Morgen nach den Pariser Attentaten bleibt blankes Entsetzen.

    Nur wenige Stunden vorher hatten wir Emad und seine Familie verabschiedet. Emad, 48 Jahre, Maschinenbau-Ingenieur aus Aleppo war auf abenteuerliche Weise zu Wasser und zu Land seiner Familie hinterhergereist. Frau und Kinder waren über Ägypten und weitere Zwischenstationen schon vorher nach Berlin gelangt. Er durfte nicht ausreisen. Männer werden gebraucht im Krieg. So floh er, seiner Familie hinterher.

    Anfangs noch unberührt vom Bürgerkrieg, so erzählt er, verwandelte sich ihr Wohnbezirk in eine Kampfzone. Sein Lebensplan, sein Unternehmen zu verkaufen und dann ins Ausland zu gehen, lag in Schutt und Asche. Von ihrem Haus fehlen jetzt die oberen Etagen, durch die mittlerweile fensterlose Wohnung im Erdgeschoss weht der Wind. Sie haben alles zurückgelassen.

    Wir hatten für das Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf und für Blogger für Flüchtlinge Geld gespendet, hatten auch Sachspenden bereitgestellt. Aber wir wollten auch näher ran, die Menschen kennenlernen trotz unserer begrenzten Zeit, die wir für freiwillige Initiativen aufbringen können. Emad und seine Familie hatten sich beim “Welcome Dinner Berlin” beworben für einen Abend bei einer Berliner Familie. Der Abend war gestern. Wir waren die Gastgeber.

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    Wir begegnen aufgeschlossenen, freundlichen und auch fröhlichen Menschen. Wir hören keine Klagen. Emad spricht englisch, seine Kinder sprechen überraschend gut deutsch. Der zwölfjährige Sohn besucht eine sogenannte Willkommens-Klasse in einem Berliner Gymnasium, die zwanzigjährige Tochter musste nach einem Semester Maschinenbau-Studium Aleppo verlassen – und würde nichts lieber, als hier in Berlin weiterstudieren. Einen Gasthörerschein hat sie schon. Gemeinsames auch im Generationen-Konflikt: Sie würde gerne in Richtung Architektur gehen, der Vater wünscht sich Maschinenbau. Wir sprechen über Zaha Hadid, die irakische Star-Architektin, und die Frage, wie und wo arabische Landsleute erfolgreich in der Welt sind.

    Wenig Hoffnung haben sie für ihr Land. Syrien versinkt im Bürgerkrieg. Die Familie plant die Zukunft in Deutschland. Für Emad steht fest, dass er schnell die Sprache lernen muss. Das fällt ihm nicht mehr so leicht wie seinen Kindern. Russisch, so sagt er, habe er in seiner Jugend noch schnell gelernt. Deutsch fällt ihm nun schwerer. Aber er ist zuversichtlich. Die Erfahrungen zeigen ihm, dass er weder Arbeit noch Wohnung bekommt, solange er unverkennbar arabisch englisch spricht. Er möchte möglichst schnell das Flüchtlingsheim verlassen, sucht eine 2 bis 3 Zimmer Wohnung, 700 Euro kann er dafür aufbringen. Die Vermieter winken immer ab. Eine arabische Familie im Haus will kaum ein Eigentümer.

    Wir wundern uns. Eine Familie, die absolut integrationsfähig und willig ist, muss 8 Monate lang von Flüchtlingsheim zu Flüchtlingsheim ziehen. Ein ausgebildeter Ingenieur ohne Arbeit. Eine Lehrerin ohne sinnvollen Einsatz. Eine angehende Architektin ohne Studienplatz. Wir hätten keinen Zweifel, dass sie innerhalb kürzester Zeit zu Steuerzahlern werden könnten und sie eine Bereicherung für unser Land sein würden – wenn man sie nur lassen würde.

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    Es ist ein heiterer Abend. Die Kinder verstehen sich sofort. Gemeinsam Halal-Burger zu braten und zu essen eint die Jugend. Die Erwachsenen genießen levantinische Spezialitäten und – eine Referenz an unseren spanischen Gast am Abend – Paella. Der kleine Syrer träumt von “Spiderman 3”, und die Jugend einigt sich auf die “Minions”. Nicht viel trennt an diesem Abend Aleppo von Berlin. Wir reichen uns alle die Hand. So leicht, so lebendig, so interessant hatten wir uns diesen Abend nicht vorgestellt. Nachdenklich über das Schicksal dieser Familie, aber dennoch zuversichtlich, dass im Grunde die Gewalt in der Welt die Ausnahme ist, gehen wir zu Bett. Der Glaube an das Gute, das uns alle eint, beherrscht unsere Gespräche.

    Als wir aufwachen, hören wir von den Ereignissen der Nacht. Während wir im Zeichen des Miteinander den Abend verbrachten, starben in Paris Menschen als Folge von Fanatismus und Terror. Fassungslos lesen wir die Reaktionen, bedauern das Leid, fürchten die Folgen. Präsident Holland spricht von Krieg, das Säbelrasseln beginnt, die üblichen Verdächtigen schüren schon das Feuer, das Flüchtlinge und Terror in einen Zusammenhang stellt und auf dem Leid der Opfer die eigene Agenda aufbauen soll.

    Wir denken an Emad, seine Familie, die anderen heimatlosen, ausgebombten und vertriebenen Menschen. Und wir wünschen uns allen, dass die grausamen Ereignisse von Paris die Menschen nicht weiter auseinanderbringen – sondern dass das Miteinander gelingt.

    Hilflosigkeit im Angesicht des Digitalen

    Lehrer und Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs. Der Einzug des digitalen in die behütete Schul- und Lebenswelt der Elternhäuser ist eine Herausforderung.

    Ein Handy in der Hand einer Schülerin verschiebt das im traditionellen Bildungs-System angelegte Machtverhältnis von LehrerIn zu SchülerIn auf dramatische Weise – und zwar nicht nur, weil der Lehrer sich damit nicht auskennt, nein – das Smartphone stellt letztlich das ganze auf Fakten-Wissen angelegte System in Frage, und das ist bei Licht betrachtet ein riesiger Teil des Bildungs-Systems, der noch nichtmal mit der Schule endet.

    Nicht alle Auswüchse muss man als Eltern tolerieren. Und Lehrer sind mit neuem Lernen und Einsatz digitaler Medien, die über das Erstellen von Powerpoint Schlachten hinaus gehen, in unserem Land gnadenlos überfordert. Aber zumindest ein Funken Aufgeschlossenheit müsste man erwarten können, so der Appell von Sally Parker an die “dear old people

    “The fact that we are so dependent on the internet is scary. But the fact that you, as an adult, are struggling to keep up with us and the internet, does not give you the right to say that the way we are learning and growing up and socialising is wrong.”

    Wenn aber alles nichts hilft: Unter “Unterrichtshilfen” findet der leidende Lehrer diese abschließbare Handygarage. Zitat:

    Diese Handy-Garage aus Nylon-Gewebe schafft Ordnung im Klassenraum und sorgt dafür, dass die Schulordnung eingehalten wird!

    Für diejenigen aber, die sich neugierig mit der digitalen Erfahrungswelt der Jugend auseinandersetzen wollen, sei nach wie vor das “Netzgemüse” empfohlen.

    Update: Die Lösung, die Schul-Politiker als Reaktion auf die Herausforderungen der Digitalisierung präferieren dürfen a) die Lehrerzentriertheit des Unterrichts bloß nicht in Frage stellen und müssen b) dazu geeignet, dass man sich davor fotografieren lassen kann. Und deshalb werden für unendlich viel Geld unendlich viele Smartboards in Schulklassen gestellt, deren Erfolg mehr als zweifelhaft ist für die digitale Bildung unserer Kinder.

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    Spam

    Was für eine gigantische Ressourcen-Verschwendung.

    Und bei Euch so?

    #berlinDWM: Leadership in the Connected Enterprise

    Digital Workplace Meetup

    Berlin ist nicht gerade arm an Roundtables, Meetups und Stammtischen. Konferenzen zum Thema Digitale Transformation, #NewWayToWork und andere hippe Themen sind ebenfalls nicht Mangelware.
    Eine Veranstaltungsreihe mehr wird es dennoch geben: das Digital Workplace Meetup in Berlin. Und wir glauben, dass diese Initiative in Berlin fehlt.
    Ich arbeite mit einigen Kollegen und Kunden im Berliner Raum an Projekten rund um Enterprise 2.0, Social Business, Digitale Transformation oder wie auch immer wir das Themenfeld abstecken und benennen. Immer wieder treffen wir Experten und Praktiker uns auf Konferenzen und stellen fest, dass uns hier in Berlin ein informeller Austausch gut tun würde. Nicht als große Konferenz, sondern als After Work Event. Vierteljährlich mit interessanten Impulsvorträgen.

    Daher jetzt also die Initiative “Digital Workplace Meetup”, Hashtag #berlinDWM, gemeinsam mit den Kollegen von beck et al. Für den Piloten nutzen wir die Chance, Mr. No-E-Mail Luis Suarez für einen Impulsvortrag zu gewinnen. Er ist einer der Vorreiter, wenn es um den radikalen Umbau der Organisation hin zu einer transparenten Unternehmenskultur geht, der frühzeitig die Bedeutung von Netzwerken und die Auflösung der Hierarchie erkannt hat. Es dürfte also ein spannender Abend werden.

    Wer in den Verteiler will oder sich gleich anmelden will -> hier gehts lang. Die Teilnahme ist kostenlos.

    Für Updates und Neuigkeiten am besten auch unserem Twitter-Account @berlinDWM folgen.

    Deutschland, ein mobiles Trauerspiel

    Sascha Lobo mit einem mobilen Rant auf SPON:

    “Das Smartphone ist das Symbol von Deutschlands mobil vernetzter Rückschrittlichkeit. Ein Flüchtling aus Afrika wird in einem deutschen Geschäft versuchen zu bezahlen, wie er es gewohnt ist: mit dem Smartphone. Er wird scheitern. Bezahlung per Handy hat hier einen Exotikfaktor irgendwo zwischen Einrad und Einhorn. In weiten Teilen Afrikas, der USA, des Baltikums ist es selbstverständlich. “

    Dazu passend heute die Digitalisierungsansage eines der Spitzenverbände des deutschen Bankenwesens, nachdem die mobile Payment Sache komplett überschätzt, ja eigentlich nur eine herbeigeredete Wunschvorstellung des Feuilletons sei und derzeit kaum messbare Umsätze auf diesem Weg entstehen. 

    Ja, warum wohl, fragt man sich da unwillkürlich.

    -> weiterlesen

    Gute Alternativen sind bares Geld wert

    Alternativen

    Die Konferenzsaison wirft ihre Schatten voraus

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    Der IOM Summit wirft seine Schatten voraus. Und während ich auf meinen 80 Minuten verspäteten Zug ohne Strom und mit wenig Bandbreite in der Sonne auf dem Bahnsteig zu Ludwigslust verharren musste, hat Björn Negelmann via Facebook Messenger, e-Mail und mit Google Docs ein virtuelles Interview geführt.

    Der IOM Summit steht fest im Kalender. Im September spreche ich auch über die Digitale Transformation und Enterprise Social Networks beim “Finanztag der direkt Gruppe” in Köln und beim Innovationstag zur Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft der Novum in Nürnberg.

    Oh Tu. Oh weh.

    Seit Dienstag früh sind wir offenbar offline. Das Infrastruktur da ist, merkt man erst, wenn sie nicht mehr geht. Und jahrelang tat Alice bzw. O2 seinen Dienst. Jetzt beginnt aber offenbar die Buchbinder Wanninger Tour. Anruf gestern abend bei der Hotline:

    Ich: Seit Dienstag vormittag gibts bei uns kein Internet mehr. Hilfe!
    O2: Ah, ich sehe, seit vier Tagen sind sie offline.
    Ich: Nein, seit Dienstag früh, das macht 2 Tage
    O2: Ich sehe gerade, Sie haben ja gar keine Hardware von uns.
    Ich: Nein.
    O2: Aber Sie müssen doch irgendwann mal von uns Hardware bekommen haben?
    Ich: Kann sein. Mittlerweile bin ich aber drei mal umgezogen und von Alice zu Ihnen migirert worden.
    O2: Was haben Sie denn für eine Hardware?
    Ich: Fritzbox 7490.
    O2: Geht denn Ihr Festnetz?
    Ich: Nein, das analoge Gerät und Fax schleife ich durch die Fritzbox, und das geht auch nicht. Weder das analoge Gerät noch das ISDN Gerät, das direkt am NTBA hängt, reden.
    O2: Haben Sie einen anderen Router schon mal probiert?
    Ich: Ja, Fritzbox 7390, geht auch nicht. Und dann würde ja ISDN am NTBA gehen.
    O2: Aber Ihr normales Festnetz muss doch gehen.
    Ich: Nein, wir haben das hier anders eingerichtet, Telefonie macht auch die Fritzbox.
    O2: Das geht physikalisch gar nicht, was Sie mir da erzählen. Ich schicke Ihnen jetzt unsere Hardware, und erst dann können wir überhaupt sehen, was da bei Ihnen falsch läuft.

    Ich: Ich habe auch schon Splitter und NTBA gewechselt, das bringt auch nichts.
    O2: Ohne unsere Hardware sag ich gar nichts.

    Oh, da freu ich mich aber. Das wird jetzt noch ein paar Tage Offline bedeuten.
    Update am Tag 6 Offline:

    Wieder online. #O2 war nicht der Bösewicht. Der #Telekom Bautrupp hatte mal kurzfristig den Verteiler am Ende der Straße umgebaut, dann alle dokumentierten Anschlüsse wieder anknüpft – und den Rest der Kabel einfach mal rumhängen lassen. Wir waren wohl “undokumentiert”. 

    Wie vermittelt man “Collaboration”?

    Spiel_Collaboration

    “Twitter kann man nicht erklären. Man kann nur mitmachen.”

    Frage an die Enterprise 2.0 Social Business Enterprise Social Network Digital Transformation Gemeinde: Wie macht man Collaboration erfahrbar? Bunte Folien und flammende Reden helfen nur bedingt. Also: Welche Übungen setzt Ihr ein in Seminaren oder Workshops? Welche Methoden von Prozess-Simulationen (transparente vs. verdeckte Kommunikation,…) haben sich bewährt? Habt Ihr Ideen und Erfahrungen?

    Ich würde gerne mal ein paar Dinge hier sammeln, diskutieren und am lebenden Objekt ausprobieren. Danke für Eure Mithilfe!

    PR Report: Wunsch & Wirklichkeit im Social Intranet

    PR-Report_07_2015

    Kleiner Auszug auf dem aktuelle PR Report 07/2015. Längerer Artikel im Heft. Heft gibt es -> hier.

    B2B Conference: Vortrag “Digitale Transformation – Unternehmen im Wandel”

    B2B-online-conference

    Next Stop: München. Auf der B2B Online Konferenz darf ich nächste Woche zum Thema “Digitale Transformation – Unternehmen im Wandel” schlau aufsprechen. Dank an Harald Schirmer für die Empfehlung.

    Freue mich auf viele neue und einige bekannte Diskutanten.

    Diner en Blanc

    Diner en Blanc