Say Ello

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Aufgeräumt und schlicht. Sehr beta. Aber vielversprechend. Keine Werbung. Datenschutz wird groß geschrieben. Du bist kein Produkt.

Habe noch ein paar Einladungen zu vergeben.

Smartphotographie

T-Offline

Seit Sonntag gibts bei Mama kein Internet.

Schnell zu helfen weiß sie sich aber. Die Hotline angerufen, mit dem Techniker die Ferndiagnose am Bildschirm durchgespielt. Router an. Router aus. Kabel rein. Kabel raus. Eindeutiges Ergebnis: Der Router ist es.

Der Router ist ein betagtes Modell Speedport W500, Baujahr 2005, alte Firmware mit Versionsstand 1.2 – wer soll sich darum auch kümmern. Sicher keine – Mutter verzeih mir – ältere Dame.

Empfehlung: Gehen sie in den T-Shop, gehen sie nicht über Los, ziehen sie dort nur einen neuen Router ein. Selbstverständlich kostenfrei.

Frau Kluge senior geht also in den T-Punkt und kommt zurück mit

  • einem neuen Router Marke Speedport W724v
  • einem VDSL Vertrag
  • einem schnurlosen VoIP Telefon, “weil ja in zwei Jahren sowieso alles auf IP umgestellt wird”

    Das ganze war natürlich mitnichten kostenfrei, aber selbstverständlich nach Auskunft der Mitarbeiter im T-Punkt ein wahnsinniges Schnäppchen. Das Telefon gabs ja fast umsonst obendrauf.

    Am Abend kommt dann der Sohn zum zusammenbasteln. Ergebnis: T-Offline. Selbe Symptome wie vor dem ganzen Gerätewechseldich-Spiel. Telefon geht, DSL Verbindung steht, keine Internetverbindung. Durchwechseln aller Geräte und Kabel inklusive DSL-Splitter bringt nichts.

    Anruf bei der Hotline. 20 Minuten Wartezeit. Dann bedenkliches Grübeln, immer wieder zurück in die Warteschleife, Eskalation an irgendeine Stelle, die schon nach Hause gegangen ist. “Sehr merkwürdig” lautet die Diagnose. Welche Farbe denn das Kabel hätte. Grau. Aha. Richtig. Kann es also auch nicht sein.

    Vorläufiges Ende: Keine Lösung. T-Offline. Aber schöne neue weiße Geräte auf der Anrichte. Das Problem liegt aber wohl eher nicht innerhalb der Mauern. Für mich stinkt das sehr nach Outdoor-DSLAM. Ach, wenn nur jeder seinen Herrn Baschek hätte.

    Update 27.8.2014:
    Versprochener Rückruf kam natürlich nicht. Weder auf Festnetz noch auf der extra vom Service-Mitarbeiter nachgefragten Mobilnummer. Zweimal 20 Minuten Warteschlange bei der 0800 330 1000, mit scheiternder Weiterleitung und wieder alles auf Los. Die Ansage beim Service beginnt übrigens mit der Lobpreisung, man sei Nummer 1 im Kundenservice. Hüstel. Weiterhin T-Offline. Versuche bisher erfolglos, eine Vorgangsnummer zu bekommen.

    Update 28.8.2014:
    Mutter kontaktiert mich vie iChat vom iPad. Jetzt geht nicht mal mehr das Telefon. Rufe wieder die Hotline an.
    “Wussten Sie schon? Unser Kundenservice hat erneut das TÜV Siegel für exzellenten Kundenservice erhalten?” Nein. Wußte ich nicht.
    20 Minuten Hotline. Dann wieder durchmessen, kein Ergebnis. “Ich schalte sie weiter in den Second Level” Verlange ultimativ die Nennung der Ticketnummer. Falls also Herr Baschek den Pokal nach Münster holen will: 173429618

    Update 28.8.2014:
    Second Level prüft Leitung durch. Galvanisch ok. Digital auch ok. Kommt bis zum Telefon. Telefon geht aber nicht. Nichts geht. “Könnte ja ein Verkabelungsproblem beim Router sein”. Aber Telefon ging auch nach dem Router-Wechsel. Murmeleien über falsche Widerstände, automatisches abschalten etc. Am besten ein Techniker schaut sich das vor Ort mal an, heißt es. Kosten: Keine, wenn der Fehler nicht beim Kunden lag. Zum Beispiel ein defektes ISDN Telefon den Ärger verursacht. Atme tief durch und vereinbare dennoch vorsichtshalber einen Techniker-Termin.

    Solange der Spezialist noch in der Leitung ist und in Kenntnis dieses Vorgangs mache ich dennoch den Klugen Vorschlag: Wie wäre es mit dem DSLAM draußen vor der Tür? Ja. Man könnte ja mal die Baugruppe resetten. “Ich rufe in 15 Minuten dann mal an, ob es geht.” Bin gespannt.

    Update 29.8.2014:
    Second Level hat tatsächlich zurückgerufen und vermeldet, dass die Baugruppe einmal durchgebootet wurde. Alle Geräte vom Netz. Alle Geräte wieder angestöpselt. Aus T-Offline wird T-Online.

    Alles prima? Nein. Der Technikertermin muss abgesagt werden. Anruf bei der Hotline. “Die voraussichtliche Wartezeit beträgt 60 Minuten”.

    Fazit: Bei Muttern gibts wieder Internet. Der Kunde hatte eigentlich überhaupt kein Problem, sondern es war die Telekom Infrastruktur draussen auf der Strasse. Dennoch hat man es geschafft, einen eigentlich nicht benötigten VDSL Anschluss, einen neuen Router und ein nutzloses IP Telefon zu verkaufen. Und dem Kunden Nerven und wertvolle Lebenszeit zu nehmen.

  • Zukunft der Arbeit

    In menschenleeren Fabriken werden heute Autos hergestellt. Stark repetitive Tätigkeiten werden automatisiert. So weit der Alltag heute.

    Der sehenswerte Film zeigt allerdings, dass die Grenzen der Automatisierung immer weiter verschoben werden – und Automaten auch die Jobs ersetzen werden, die wir in unserer “Wissensgesellschaft” als sicher glauben. Die große Frage ist: Was passiert dann mit den Menschen? Wie “verdienen” sie ihren Lebensunterhalt? Wie bemessen und verteilen wir dann Erträge?

    Auch Matthias Strobel beschreibt in seinem Artikel über die Digitalisierung der Arbeitswelt die kommenden Umwälzungen.

    Dass Maschinen menschliche Arbeitskraft ersetzen, ist nicht neu. Roboter fertigen und montieren Bauteile, transportieren Essen, bauen Rohstoffe ab, polieren Böden, bringen die Ernte ein oder prüfen die Qualität von Wasserleitungen. Programme übernehmen Aufgaben von Buchhaltern oder fungieren als Telefonberater. Laut der Forscher Frey und Osborne ist jedoch anzunehmen, dass die Automatisierung sowohl an Qualität als auch Quantität zunimmt. Das schließe auch nicht routinierte, kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten ein.

    Matthias Hagen, Professor an der Bauhaus-Universität Weimar, stimmt der Prognose von Frey und Osborne im Interview mit Der Westen zu: “Auch die Arbeit von gut ausgebildeten Menschen wird ersetzbar sein.” Das McKinsey Global Institute etwa prognostiziert, dass bis 2025 weltweit 140 Millionen Jobs sogenannter Wissensarbeiter durch intelligente Technik ersetzt werden.

    Nicht ganz so drastisch beurteilt offenbar die Bundesanstalt für Arbeit die Auswirkungen und meint, dass “allein die fortschreitende Technologie die Arbeitslosenzahlen nicht steigen lassen wird. Sollten Roboter eines Tages so weit sein und Fachkräfte in ihrer heutigen Tätigkeit ersetzen können, wird es im Gegenzug neue Berufsfelder geben, wo eben diese Fachkräfte wieder gebraucht werden.”

    Ich fürchte, dass diese Sicht auf die Arbeits- und Lebenswelt von morgen eher Wunschdenken ist.

    Overheard im ICE

    Jugendliche Reisegruppe im ICE944.

    Er: Ey, die Amerikaner essen voll Avocado statt Butter auf ihrem Brot.
    Sie: Ja, geil, mach ich auch so.
    Er: Nee, kannste hier nicht machen, ne Avocao hat eine CO2 Bilanz wie sechs halbe Schweine.
    Sie: Hä? Spinnst Du?
    Er: Ey, die Avocado kommt aus Panama!
    Sie: Schweine fressen Soja, und das kommt auch aus Panama.

    Behalte doch meinen Glauben an die Jugend von heute.

    Ich bin Migrant

    Auf Spiegel Online fand sich am Samstag folgende klickwirksame Überschrift: “Ethnien: Weiße Schüler an US-Schulen erstmals in der Minderheit

    Die Zusammensetzung der Schülerschaft in den USA wandelt sich. Schüler ohne Migrationshintergrund sind zu Beginn des neuen Schuljahres im Herbst erstmals in der Minderheit.

    Da stellt man sich doch ziemlich schnell die Frage: Haben nicht fast alle US-amerikanischen Schüler einen Migrationshintergrund? Und welchen Migrationshintergrund habe ich? Laut meiner DNA kamen meine Vorfahren vor rund 16.000 Jahren aus der osteuropäischen Steppe.

    Ein paar schlaue Leute haben die Migrationsbewegungen der letzten 2.600 Jahre grandios in diesem Video visualisiert. Grundlage bilden Geburts- und Sterbeorte von 120.000 Menschen aus der Freebase-Datenbank.

    Man sieht Rom als Mittelpunkt der Welt, die Bewegung nach Westen, Florida als Rentnerparadies. Faszinierende Darstellung und eine simple Erkenntnis, dass Migration ein nicht endender Prozess ist.

    Tribute to Robin Williams

    Kluge Ansprache zum Thema Enterprise Social Networks

    Den Stoff über die organisatorischen, kulturellen und technischen Aspekte von Enterprise Social Networks bzw. Social Business sammle ich eigentlich drüben im -> Klugen Consulting Blog. Auch darf ich öfters den einen oder anderen Vortrag zu diesen oder anderen Themen halten. Nicht allzu oft wird dabei mitgeschnitten. Und meist wird es dann auch nicht veröffentlicht. Auf der Social Connections VI in Prag wurde mitgeschnitten, und das Ergebnis steht hier im Vimeo Channel der Socialconnections. Danke an das Team!

    Kontaktmanager

    Foto

    Mein Adressbuch ist einigermaßen aufgeräumt. Die Quelle aller Kontaktdaten ist bei mir der Google Apps Account. Alle Geräte im Klugen Gadget-Zoo synchronisieren mit dem Google Apps Account. Von der Seite kommen dann immer wieder “Anreicherungen”. Apple reichert die Kontaktdaten mit den Facebook-Daten an. XING-Adress-Aktualisierungen landen auch in den entsprechenden Kontakt-Einträgen. Evercontact spült Adress-Aktualisierungen aus Mail-Inhalten in das Adressbuch.

    Die Kontakte sind – mit relativ geringem Wartungsaufwand – damit immer aktuell. Sehr schön scheint mir nun “Humin” zu sein. Humin reichert die statischen Kontaktdaten mit den dynamischen Daten an und zeigt zu einer Person auf einen Blick alle relevanten Daten. Humin ist damit so eine Art “Private CRM” für mein Telefon. Die Kontaktdaten werden angereichert mit Bild, Arbeitsinformation aus LinkedIn, nächste Meetings aus Google Apps, letzte Korrespondenz aus Google Mail. Aus dem Kontakt-Dokument kann man direkt anwählen per Telefon, Mail versenden, Chat beginnen etc. Alles sehr hübsch gemacht und hat das Potential, die Telefon-App auf dem iPhone zu ersetzen.

    Humin fordert lesenden Zugriff zu allen möglichen Accounts und Dienste, um diese Informationen alle anzeigen zu können. Ich kann damit leben, vermutlich aber viele andere nicht.

    Montreux 2014

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    Ich nehme alles zurück. Klar nervt der Rummel an der Riviera des Genfer Sees. Fahrgeschäfte und Nippesstände müssen aber anscheinend irgendwie sein. Allerdings haben wir diesmal Montreux schon besser verstanden.

    Der Grund: Wir sind einfach sitzen geblieben. Fast jeden Abend. Oder besser gesagt jede Nacht. Ab Mitternacht im Montreux Jazz Club beginnen die richtig spannenden Jam Sessions mit den Musikern rund um den Gitarristen Leandro Pellegrino. Im Laufe des Abends kommen immer wieder Musiker dazu. Zum Teil sind das die Bandmitglieder, die gerade ihren regulären Gig vorher im Standard-Programm des Jazz Fest gespielt haben – wie zum Beispiel der Bassist von Chris Rea, der Pianist von Buddy Guy oder der wirklich unglaubliche Trompeter Maurice Brown, der diesmal mit der Tedeschi Trucks Band auf der Bühne stand und sich im Club gemeinsam mit seinem Posaunisten nach dem Genuss einer Flasche Whiskey die Seele aus dem Leib spielte. Den anderen Teil stellen Leute aus dem Publikum, die mit ihren Instrumenten im Publikum abwarten und dann irgendwann dazu stoßen. Besonders beeindruckt hat uns ein vierzehnjähriger Gitarrist, der mit seinem Vater jeden Abend im Club war und der auch jeden Abend mit den Profis gespielt hat.

    Die Abende enden im frühen Morgengrauen. Von Müdigkeit ist bei so viel guter Laune und toller Musik nichts zu spüren. Man ist beseelt von Musik und der Stimmung an der Riviera des Genfer Sees. Viel zu kurz war es, viele interessante Auftritte verpassen wir die nächsten Tage. Aber es war die richtige Entscheidung, auch dieses Jahr für ein paar Tage in diese Welt einzutauchen.

    Auf nach Montreux

    Museen und Wickelfische

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    Photo krafftbasel

    Früher fuhren wir an Basel vorbei. Jetzt sind wir zum ersten mal hingefahren. Früher verband ich mit Basel Pharma, Chemie, Umschlagbahnhof und Dreck im Rhein.

    Jetzt wurden wir eines besseren belehrt. Eine Stadt voller Kunst – von der beeindruckenden Sammlung des Kunstmuseum Basel bis hin zur traumhaft gelegenen und von Renzo Piano gestalteten Fondation Beyeler – und voller Leben beeindruckt. Savoir-vivre am Rhein.

    Am Abend sitzt die gesamt Jugend chillend im Sonnenuntergang am Rheinufer. Hunderte pilgern mit ihrem Wickelfisch bewaffnet stromaufwärts, um sich beim Museum Tingueley in den Rhein zu stürzen und sich quer durch die Altstadt vorbei am Münster zu den Buvetten stromabwärts treiben zu lassen.

    Und das war so schön, dass es gleich zweimal sein musste.

    Leute, kommt ihr nach Basel, kauft Euch einen Wickelfisch und lasst Euch treiben.

    Liebe Lufthansa

    Lufthansa Fail

    Liebe Lufthansa

    ich habe da mal etwas für Eure Kunden aufgeschrieben.

    Anlaß: Bei fast jedem Buchungsprozess auf Eurer Website geht in der letzten Zeit irgendetwas schief. Der Anruf in der Hotline ergab: Ihr wißt das auch. Ihr sagt es aber niemanden. Deshalb sage ich es jetzt allen. Vielleicht erspart Euch das ein paar Anrufe in der Hotline.

    Beschreibung des Incident: Der Abschluss des Buchungsprozess nach Auswahl aller Parameter, Sitzplatzwahl, obligatorischem Verzicht auf Versicherungen aller Art, ist nicht möglich. Die Fehlermeldung auf der Website gibt keinen Grund an sondern fordert entweder zur Wiederholung oder zum Anruf im Service Center auf.

    Grund: Grund ist der Bezahlprozess. Wer “Lastschrift” als Bezahlverfahren nutzt, sein Konto VOR der SEPA-Umstellung hinterlegt hat, kann trotz ausdrücklicher Bestätigung der SEPA Bedingungen nicht buchen.

    Workaround der Hotline (merke: KEINE Lösung, das könnte ja die IT mit ihren Software-Entwicklern einfach beseitigen): Lösche die alte Kontoverbindung im Profil unter “Zahlungsmittel” und lege die gleiche Kontoverbindung einfach neu an – dann klappts auch mit der Buchung.

    Zahlungsmittel

    Warum das niemand fixen kann, ist mir ein Rätsel. Warum jetzt tausende Menschen bei der LH anrufen müssen, verstehe ich nicht. Aber ich habs jetzt mal aufgeschrieben für alle diejenigen, die sich wundern.

    Sail Away

    Wannsee

    Gestern haben wir uns nach 8 Jahren von der „Freedom“ verabschiedet. Die „Freedom“ war ein GFK Plastikbomber, von der Gattin liebevoll „Lenorflasche“ genannt. Typ “Wanderer IV”, aus den siebziger Jahren. „Freedom“ hatte sie einer der Vorbesitzer getauft, und weil er mit aller Schrauben und Zwingen den Bootsnamen für immer verewigt hatte, gab es auch keinen anderen Namen. Viele schöne Wochenenden haben wir auf dem Wannsee verbracht, einige davon mit lieben Freunden. Boote sind wie Autos, und mit dem Alter kommen die Macken. Der Zeitpunkt war gekommen, lebewohl zu sagen.

    Gattin mit Lenorflasche

    Vom Wasser werden wir aber nicht lassen. Uns ist ein neues Boot zugelaufen. 800 Kilo GFK tauschen wir nun bald gegen 3 Tonnen Stahl. Aber das ist dann eine neue Geschichte.

    Tweet des Tages

    Nebenbei auch ein schönes Beispiel für #Newsjacking.

    Social Media in Realtime


    Ältere Quellen, aber schöne Aufbereitung für das eine oder andere Aha-Erlebnis in Bezug auf die Datenmengen, die in jeder Sekunde im Netz generiert werden.

    Maifeierlichkeiten

    maiparade

    Drei Großereignisse standen letzte Woche auf dem Plan. NEXT, re:publica, und die Konfirmation meines Sohnes.

    Was die Ereignisse miteinander zu tun haben? Auf der NEXT beschäftigten sich Anzugträger mit der Frage, wie das Internet den Markt und der Markt das Internet verändern wird. Auf der re:publica beschäftigten sich Kapuzenpulliträger damit, was das Internet mit der Gesellschaft macht und was die Gesellschaft mit dem Internet anstellen kann.

    Und auf so einer Konfirmation tun Eltern so, als würden aus ihren Kapuzenpulliträgern jetzt Anzugträger werden – und erlauben den Sprösslingen dann ernsthaft, ab jetzt “auch was mit dem Internet machen zu dürfen”. Dabei ignorieren sie die Tatsache, dass die lieben Kleinen vermutlich schon seit Jahren heimlich das Taschengeld in die Internet-Flat ihres Providers investieren.

    Hoffen wir also, dass Marketing-Experten, Gesellschaft und Kinder was anständiges aus diesem Internet machen. Bei Eltern habe ich gelegentlich meine Zweifel.

    (Anzugträger und Kapuzenpullis habe ich mir bei Herrn Buhse geliehen. Und die letzte Woche muss ich jetzt erstmal verdauen.)

    Methusalem

    Sohn II: Da gibt es einen Film mit einem Schleim, der frisst alles auf.
    Vater: Oh, ich erinner mich, den hab ich mal gesehen, als ich so alt war wie ihr!
    Sohn II: Ach, das war ein Schwarz-Weiß Film?

    Ich muss wohl sehr alt aussehen.

    Herzblut

    heartbleed

    Sicherheit muss man spüren. Sagte mein lieber Admin, wenn ich mal wieder über Wechsel-Zwang und erforderliche Komplexität von Passwörtern fluchte. In meiner eigenen Infrastruktur habe ich es mir meist bequemer gemacht.

    Heartbleed war anscheinend simpel und wirkungsvoll – und nicht so lustig für die Sicherheit im Netz. Eine ganze Reihe von Diensten sind betroffen, Mashable hat eine schöne List für einen einsamen Vormittag. Und Nachmittag. Vielleicht auch Abend.

    Dropbox, Facebook, Google – alles Dienste, die ich nutze und die mehr oder weniger sagen: Unwahrscheinlich, dass Du betroffen bist lieber Nutzer, aber wer sicher sein will, der sollte jetzt das Passwort wechseln.

    Nun gab es bei mir eine recht einfache Password-Policy. Im wesentlichen drei Passwörter, je sensibler der Dienst, desto komplexer das Password – nur im äußersten mit individuellen Änderungen. Wechsel? Ja, nein, vielleicht – eher selten.

    Damit sollte dann heute früh Schluss sein. Nicht nur Password-Wechsel, sondern auch 2-Faktor-Authentifizierung stand auf dem Programm. Spaß macht das nicht.

    Google regelt das so: Man bekommt alle 30 Tage eine Aufforderung zur Eingabe eines Code, dieser kommt per SMS aufs Handy. Als Backup gibt eine kleine Liste von One-Time-Passwörtern für den Geldbeutel. Klingt erstmal nicht schlecht. Bis man dann feststellt, dass das natürlich nicht für die ganzen Endgeräte und Apps so einfach geht.

    Jedes Gerät, jede App, jeder Dienst auf dem MacBook muss einmalig authentifiziert werden. Erst meckert Apple Mail, dass es keine Mails mehr abrufen kann. Dann meckert der SMTP Dienst. Und so fort. Das sieht dann im Laufe der Arbeit so aus:

    otp_google

    Man fängt also an, diese Berechtigungen für Geräte und Apps alle einzeln zu hinterlegen. Das nervt. Sehr. Aber: Sicherheit soll man spüren. Sagt der Admin. Und die Arbeit kann man ja danach wieder erledigen.

    Auch an bunten Stühlen wird gesägt

    Bällebad

    Die ZEIT fragt sich, warum wir so oft an Arbeitsplätzen ohne Leben sitzen.

    Die maue Bereitschaft der Arbeitgeber, ihren Angestellten ein anregendes Umfeld zu bieten, trifft auf das laue Engagement der Büroinsassen, selbst für eine bessere Atmosphäre zu sorgen. Ein Bild an der Wand kann helfen oder ein Sitzmöbel, in das man sich wirklich gerne hineinsetzt. Wahrscheinlicher aber ist, dass irgendein verlorenes Blatt Papier irgendwo an die Gipswand gepinnt ist, mit einem witzigen Cartoon, der vor zwei Jahren mal aus dem Drucker rauschte.

    In der New Economy Zeit übertrafen sich die Startups mit der Gestaltung der “Arbeitsräume” gegenseitig. Kreativräume wurden geschaffen, ganze Spielplätze und Chill Zonen, manch ein Startup baute gleich ganze ausrangierte S-Bahn-Wagen in die Fabriketage. Das ganze wirkte cool, sollte den Arbeitgeber attraktiv machen und junge Geeks motivieren, für wenig Geld möglichst lange viel Code zu schreiben. Das Ganze war dann mehr Selbstdarstellung nach außen, ob damit mehr Geld verdient wurde und Mitarbeiter produktiver wurden, darf bezweifelt werden.

    Gerade gestern erzählte mir ein Kollege von seinem Ex-Arbeitgeber KPMG, die als besondere Attraktion in einem der Bürohochhäuser ein Schwimmbad in der obersten Etage installiert hatten. Keiner traut sich da heute hin. Könnte ja der Chef sehen. Denn:

    Auch an bunten Stühlen wird gesägt. Auch im Bällebad kann man in Arbeit ertrinken.

    Diejenigen, die heute im Netzwerk unterwegs sind und nicht in der Hierarchie, suchen sich ihr kreatives Umfeld nach Bedarf. Im Home Office, im Co-Working Space, im Café oder im Zug. Das alles funktioniert heute problemlos – solange es dort guten Kaffee gibt.