Die Zeit und das Lexikon

Ausgerechnet die Zeit! Nun wundere ich mich neulich, wieviele Bäume sterben mußten, damit man hundertausende Bände eines neuen Lexikons an treue Zeit Abonnenten wie mich versendet. Und dann findet sich dieser schöne Artikel in der Zeit: “Lernen vom Schinken in Scheiben“.

Enzyklopädien waren früher eine Anschaffung fürs Leben. Ihre multimedialen Versionen sind inzwischen so preiswert, dass man sich öfter eine neue leisten kann. Es haben sich daher zwei Fraktionen gebildet: Die eine stemmt lieber eine schmucke 20-bändige Schwartensammlung über den Kamin. Suchen heißt für sie: blättern.

Gut erkannt. Und die anderen nutzen eben wikipedia.org oder zumindest irgendwelche digitalen Medien. Daher führt die Zeit einen Test durch und vergleicht Brockhaus mit Encarta, wikipedia und Co. Und kommt zu dem Schluß:

Bei denTexten steht die Wikipedia mit ihren rund 150000 deutschsprachigen Artikeln an erster Stelle. Das kostenfreie Online-Projekt Tausender Freiwilliger schaffte es durch sein explosives Wachstum in den letzten Monaten, Brockhaus und Encarta zu toppen. Meilenweit ist ihr Vorsprung in puncto Aktualität: Bei keinem anderen Lexikon finden sich so ausführliche Artikel zu Themen wie “DVB-T”, “Attac”, “Horst Köhler” oder “Mars Express”. Wer sich Sorgen um die Qualität der Artikel macht, weil keine etablierte Redaktion verantwortlich zeichnet, kann beruhigt sein: Wir ließen die meisten überprüften Wikipedia-Artikel zusätzlich von Fachleuten der jeweiligen Wissensbereiche beurteilen, die durchweg angetan waren. Zwar haben die Texte hier und da noch Lücken, aber sie machen diese durch präzise und ausführliche Beschreibungen an anderen Stellen wett. Und jeder kann sich als Lückenfüller engagieren: Ein Klick auf den Link “Artikel bearbeiten” macht den Leser zum Autor.

Tja, schlaue Analyse. Aber warum dann diese Lexikon Aktion?

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