Monthly Archive for April, 2005

Sozialer Papiermüll

Frisch wiedergekehrt von der Reise durch die Republik findet sich zwischen meiner liegengebliebenen Post eine Wahlbenachrichtigung. Ach, denkt da der mit demokratischem Anstand versehene Bürger, das müssen wir ja gleich mal ausfüllen.

Doch dann die Überraschung: “Sozialwahl” steht drauf, und ich habe die Wahl zwischen einer Reihe von Gewerkschaftsinstitutionen, die mir naturgemäß weniger nahe stehen. Was daran “sozial” ist, kann ich nicht erkennen, und ob irgendwas sozialer wird, wenn ich von meinem Wahlrecht Gebrauch mache, kann ich auch nicht erkennen.

Nun war ich ja in der letzten Woche etwas abgeschieden von Informationsflüssen, sonst hätte ich dank SpON schon gewußt, was mich da erwartet. 46 Millionen Euro werden da verpulvert, die zu wählenden Gremien haben eh kaum Einfluß, und schlimmer noch: Keiner der Wahlberechtigten hat offenbar den Schimmer einer Ahnung, wer da eigentlich für was steht und worum es geht.

Ich gestehe es öffentlich. Das Ding ist soeben vor fünf Minuten mit fassungslosem Kopfschütteln zerrissen im Müll gelandet. Papiermüll, versteht sich. Politisch korrekt entsporgt.

Zero Gravity

Das effektive Büro ohne Praxis

Heute 6 (in Worten: sechs!) mal hintereinander in der Mailbox:

Das effektive Büro in der Praxis – Einladung zum kostenlosen Workshop der XXX AG bei IBM

Informieren Sie sich, funktions- und praxisorientiert, wie Büro, Vertrieb und Service effektiv den heutigen Kundenanforderungen begegnen. In diesem Workshop erleben Sie live und interaktiv

- Adressverwaltung, Kundenkontaktmanagement und Büroorganisation
- Rechtliche Grundlagen zum Emailverkehr
- Integration von Telefon, Fax und Voice-Mail
- Vertriebsunterstützung und Strategieumsetzung
- Mobile Anbindung des Außendienstes
- Veranstaltungsmanagement
- Service und Reklamationsunterstützung

Selbstverständlich erhalten Sie eine ausführliche Informationsunterlage zur internen Weitergabe im Unternehmen.

Kundenkontaktmanagement! Adressverwaltung! Rechtliche Grundlagen zum e-Mail Verkehr! Da muß ich ja teilnehmen. Der Veranstalter scheint etwas davon zu verstehen.

Update: Soeben trafen vier Entschuldigungen für die sechs gleichlautenden Mails ein

Achtung!

Allen Zugfahrern sei heute folgender Rat ans Herz gelegt: Bitte meiden Sie weiträumig den Wagen 27 im IC2500 von Köln nach Westerland. Mit unerträgliche Lautstärke und trunkener Dämlichkeit reist dort ein nicht näher bekannter Kegelclub aus Köln an die Nordsee.

Manchmal könnte ich zum Mörder werden. Meine pazifistische Grundhaltung hält mich im letzten Moment zurück. Da hilft nur eins: Auswandern – zumindest drei Wagen weiter.

Haben wollen…

I don´t want to throw away my good old IBM ThinkPad X30, but this is definetly a possible replacement:

found at jkOnTheRun via slashdot

Buddha vs. Shaolin

Great little Kung-Fu Movie!

Sammeln Sie Punkte?

“Sammeln Sie Punkte?”

An fast jeder Kasse trifft diese Frage unvorbereitete Kunden wie mich. Diese Frage wird barsch verneint und dann geht es los, das lustige Scannerkassenpiepsen.

“109,45 Euro bitte”
“Wäre das jetzt billiger gewesen, wenn ich Punkte sammeln würde?”
“Günstiger, junger Mann, güüünstiger! Sie könnten sich vielleicht heute schon diesen beliebten Pulsmesser bestellen”

Pulsmesser hin oder her, Punkte haben mich nicht interessiert. Alles Quatsch, habe schon genug Plastikkarten dabei. Ich fands schon dämlich, wie die Leute vor 20 Jahren Pennies bei Penny gesammelt haben (Gibts die eigentlich noch?).

Aber die Zeiten ändern sich. Seit ich meinen ersten Punkt unredlich erworben habe, bin ich zum ehrlichen Punktesammeln übergegangen.

In der Tankstelle meines Vertrauens hat mich das freundliche Fachpersonal überzeugt, die Club Smart Karte zu erwerben. Da ich eh immer nur dort tanken, waschen, föhnen lasse, könnte ich also verdientermassen schnell viele viele Punkte sammeln. Und was gibt es dafür? Flanellhandtücher, Grillkohle, den Profi-Entbeuler und andere Dinge, die das Leben lebenswert machen.

Und den Pulsmesser nicht zu vergessen. Denn bisher habe ich ja durchgehalten. Aber vor den Pulsmesser hat der liebe Gott ja noch das Tanken gesetzt.

Ein Erfolg hat sich allerdings sofort eingestellt. Beim Tanken fragt man mich zumindest nicht mehr “Sammeln Sie Punkte?”.

Guess The Google

The creator of Montage-A-Google did some reverse engineering and made a game called Guess-The-Google. The player has to guess which keyword on Google matches all the images on one grid of 20 pictures. My first try: 232 Points. Not a great result.

How to make a fire from a can of coke and a chocolate bar!

If you are out in the wilderness and your zippo ran out of gas, here is what to do:

Yes, you CAN make a fire from a can of coke and a chocolate bar!

Very good. So you can have a delicious chocolate sauce with a warm coke right in the middle of nowhere.

The first Palm ever


If you ever believed this picture shows the first Palm Pilot you are wrong. Here is the real famous Palm Version 1.

Fluggastbe(un)ruhigung

Es gab eine Zeit, da ist man einfach in den Flieger eingestiegen.

Dann gab es eine Zeit, da wurde Handgepäck durchleuchtet.

Dann gab es eine Zeit, da wurde Handgepäck durchleuchtet, und der Laptop mußte angeschaltet werden, bis er sichtbar bootet. Das galt aber nur in München und in Stuttgart, nicht aber in Frankfurt und Berlin. In München gab es auch immer wieder ganz schlaue Sicherheitskräfte, die mein Notebook sofort als Nicht-Seriennotebook identifizierten (“Der hat da eine Beule”) und es unter der Saugglocke nach Sprengstoffresten filterten. Oder auch den Stift im Palm V als gefährliche Waffe identifizierten.

Nun gibt es eine Zeit, da wird Handgepäck durchleuchtet, der Laptop muß separat ausgepackt werden und separat durchleuchtet werden. Das gilt anscheinend jetzt Deutschlandweit.

Und seit dieser Woche gilt anscheinend: Laß die Hose runter! Sowohl in München als auch in Berlin und Düsseldorf durften ich sowie mein mitreisender Kunde die Gürtelschnalle lösen.
Wer denkt sich eigentlich diesen Mist aus? Dass bei einem geschickten Bombenbauer selbstverständlich auch das Notebook bootet, hat man anscheinend erkannt. Aber was soll jetzt diese entwürdigende Fluggast-Be(un)ruhigungsaktion? Bei meiner letzten Ankunft in Atlanta, Georgia, wurde ich sogar beim Verlassen des Airports aufgefordert, auf Strümpfen an den Sicherheitskräften vorbeizuschleichen, während meine Schuhe neben mir den Scanner passierten. Kriegen wir jetzt hier auch so paranoide Verhältnisse?

Comments:

Markus Kromer:

Das mit der Gürtelschnalle ist anscheinend wirklich neu. Hatte ich auch, als es piepte. Ich halte das auch alles für Humbug :angry:

2005-04-21T14:59Z

Bob:

Den Gürtelschnallenhumbug und das Schuhe ausziehen gibt es schon seit einigen Monaten. Ich erwähnte bereits in einem meiner vorigen Kommentare, daß Team 9 der Securitas in Tegel mir beinahe eine Vorstrafe wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung eingebracht hätte. 4 Mann mit gemeinschaftlicher Falschaussage und ich hatte Zeugennotstand. In Lissabon konnte ich direkt nach 9/11 und auch all die Monate danach mit einer Nagelfeile in der Jacke fliegen (Spitze guckte manchmal aus der Kulitasche der Jacke). Meine neueste Entdeckung ist der Hit in Tegel, daß man, aber nur, wenn man sie auspackt, mit nur EINEM Feuerzeug fliegen darf. Ich hatte drei in der Jacke (Jacke in der Schale), der Passagier vor mir entleerte seine Hosentaschen und mußte eines seiner beiden Zippos dem Personal überlassen. Auch wurde ich schon als Trinker bezichtigt (München), als der Durchleuchter meine 12 Glas Pfirsiche nicht erkannte und die Sicherheitstante diese für Bierdosen hielt. Allzeit guten Flug…Bob

2005-04-21T15:29Z

Thomas:

100% Unterstützung für diesen Kommentar. Das mit dem Laptop regt mich schon regelmäßg auf. Neulich wieder nach dem Einschalten: ‘Ah, jetzt können Sie gehen’. Ich: ‘Und was sagt Ihnen diese Untersuchung jetzt?’ ‘Na, daß ihr Laptop in Ordnung ist.’ ‘Aber daß das jetzt nicht meiner Sicherheit gedient hat, das ist Ihnen schon klar?’ ‘Wieso?’ ‘Anscheinend doch nicht. Vergessen Sie’s besser.’ In München ärgert mich noch mehr, daß man diesen ganzen Sicherheitsschnickschnack mitmachen muß, aber daß sie einem nichtmal den Laptop in das Plastikteil legen – selbstbedienung ist angesagt. Und neulich wieder von Augsburg geflogen, da war mal GAR nix an Security. Also, wenn sie schon solche bescheuerten Regelungen aufstellen, dann bitte einheitlich. Und nicht nur pro Flughafen anders, damit ich mir als Terrorist aussuchen kann, wo ich denn bitteschön abfliege. Weil, einmal kontrolliert und dann durch ganz Europa geflogen. Es ist unbeschreiblich, welche Nobrainer über diese Security entsch

2005-04-21T18:57Z

Alexander Kluge:

Die ‘Selbstbedienung’ in München ist auch klasse, stimmt. Da sitzen jetzt im Zuge irgendeiner KVP-Maßnahme die Damen und Herren direkt neben dem Band und schauen einem mit großen Augen zu, wie man nach den Plastikschalen angelt und dann sein Zeug darin verstaut. Unmöglich. Nur nicht einen Finger krumm machen.

2005-04-22T03:36Z

Thomas:

Korrekt. Könnte ich mich aufregen. Angeblich haben wir doch so viel Arbeitslose in .de. Ich zahle gern 1 Cent Fluggastgebühr mehr, wenn das jemand wenigstens anständig regelt dort.

2005-04-22T05:54Z

Stefan Heinz:

passend dazu von den CNN-Jungs: Airport screeners perform poorly vom 16. April diesen Jahres!

2005-04-22T06:44Z

Mischko:

HA! Gürtelschnalle? Lame! Bin mal von Mönchengladback nach London geflogen! Das übliche! Notebook anmachen, Detector-Schranke! Ich also durch und BEEP BEEP BEEP! ‘Was haben Sie in der Hosentasche?’ ‘Ein Feuerzeug!’ ‘Zeigen!!!’ Ich also da Ding rausgeholt und in der Hand gehabt! ‘Anmachen!’ ‘Das wollen Sie wirklich nicht, oder?!?!’ RITSCH-RATSCH!!! Zwei Heckler & Koch MP3 durchgeladen und auf mich gerichtet! ‘HEY!!!!!! War nur Spass! Wirklich! Ich schwör’!’ Weia! Na egal, bin in London angekommen!

2005-04-22T22:01Z

Retro Design bei Lufthansa?

Retro Design bei Lufthansa?

Ist das nicht schon eine ganze Weile her, dass die Flieger so aussahen? Eben gesehen am Gate nebenan.

Update: Es handelt sich anscheinend um diesen A321, lackiert zum 50. Jubiläum der Lufthansa.

Comments:

Dominik:

Das wird wohl eine Sonderlackierung zum 50. Geburtstag der Lufthansa sein. Allerdings konnte ich auf deren Seiten (http://50.lufthansa.com/) auch nichts genaues darüber finden.

2005-04-21T23:46Z

Alexander Kluge:

Ist anscheinend diese Maschine hier gewesen: http://www.flugzeug-fotos.de/foto_gr/dus/dus462.htm

2005-04-22T03:28Z

Heute in der Tagespost

Sie sind ein unbekanntes Produkt Benutzer. Ist dies nicht korrekt, aktualisieren Sie bitte Ihr Profil. Klicken Sie dazu hier.

Zum Glück weiß nicht jeder Werbemail-Versender, welches Produkt ich benutze. Ich klicke nicht hier.

Got Nerves?

Next stop Hannover

Frisch zurück aus München von der Admin Konferenz. Die Veranstaltung hat mir gut gefallen – und Spaß hatten wir auch jede Menge. Sogar so viel Spaß, dass ich auf dem Rückflug bereits vor dem Start im Flieger eingeschlafen bin. Ich habe nicht mal die immer wieder lästige Standarddurchsage des Kapitäns (“Wir befinden uns jetzt in 30.000 Fuß Höhe und haben westlich von Kleinkleckersdorf Kurs auf Berlin genommen”) mitbekommen. Also gabs auch keinen Tomatensaft.

In der nächsten Woche treibt es mich zwar schon wieder nach München, nach Frankfurt und nach Düsseldorf, aber die ganze Gemeinde sammelt sich anscheinend wieder im Juni. Denn IBM hat jetzt auch offiziell angekündigt, dass man gemeinsam mit der DNUG eine Mini-Lotusphere mit Ambuj Gojal als Eröffnungsredner. Nach den gescheiterten Versuchen der Lotusphere Europe und den IBM Software Symposien in Europa ist dies eine sehr gute Idee, um Präsenz zu zeigen und sich mit Veranstaltungen nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen. Ich werde dabei sein.

On the road again

Und wieder unterwegs. Zwei Tage München und dann Düsseldorf. Tomatensaft inklusive.

Am Ende eines harten Tages…

In eigener Sache

So ein Blog ist ja eine feine Sache. Es begann mit dem Eintrag “ceci n´est pas une blog” – vor allem um mich selbst nicht unter Zugzwang zu bringen. Schließlich kann ich ja nicht 12 Stunden am Tag Content produzieren. Und so plätscherte das Projekt vor sich hin – ohne Weltverbesserungsanspruch und ohne missionarischen Eifer, einfach nur ein Experiment für mich selbst.

Bis Tropico kam. Und ich gespreeblitzt wurde. “Spreeblitzen” reiht sich ein in “slashdotten”, “sponen”, “heisen” und andere Formen der Verlinkung, die temporär zu gigantischem Besucheransturm führen kann. Siehe hierzu auch ganz aktuell die Diskussion bei m-e-x.

In Zahlen: Dieses kleine unbedeutende Webtagebuch verzeichnet an normalen Tage so um die 5.000 Hits oder 100 Visits. Nach dem Spreeblitz waren es plötzlich 16.000 Hits und fast 1.000 Visits. Jeder vereinnahmt den Artikel für seine Zwecke, von der Schnullerfamilie bis zur Macnews finden sich illustre Besucher ein. Da kommt man schon ins Grübeln. Man fühlt sich geehrt, aber es wird auch unheimlich. Wer schaut da jetzt alles hin, verläßt man nun das Nischendasein? Auf der anderen Seite macht sich aber auch der Ehrgeiz bemerkbar. Der Ehrgeiz spricht: Jetzt mußt Du nachlegen! Sie hören Dir zu! Mach was draus!

Ich mach nichts draus. Ich freue mich über die Aufmerksamkeit. Und irgendwann springt wieder etwas aus der Feder, nein Tastatur, das Aufmerksamkeit verdient. Das überlasse ich nach wie vor dem Zufall – und der verfügbaren Zeit. Bis dahin wird es hier jetzt wieder ruhiger.

Alter, willst Du einen Virus?

bitchchecker> alter willst du einen virus
bitchchecker> sag mir deine ip und der löscht deine fest platte

Elch> 127.0.0.1
Elch> ist doch ganz einfach
bitchchecker> lolololol bist du dumm man bist gleich weg
bitchchecker> und werden schon die ersten dateien gelöscht?

Hütet Euch vor dämlichen Hackern.

V1AAGRA for Treo 650

Xonio reviews the Treo 650. And XONIO has a bad SPAM filter. Try expurgate.

New toy in town

The new toy arrived – and I had the chance to play around with it the last days. There is really not much more to say then vowe allready did. If you own a Treo 600, there is no need for an upgrade. But if you think about buying a smartphone, the Treo 650 is perfect.
I did not miss Bluetooth so much, but I enjoy the new display very much. Its brilliant like the display of my old T2. While I wished the new Treo will have a display like the T2 or T3, I did not expect the Treo to have the new apps on it. I missed these apps on my T2 which were introduced with the T3, because the contact management has now some good features like a birthday field -which is displayed in the calendar – and support for multiple adresses for one contact. The Treo 650 has the feature – and I am satisfied.
One important thing for me was the keyboard on the Treo 600. I usualy do not write long reports on a smartphone, and I am not the SMS type of guy. But I enjoy my wireless PIM synchronisation with my Domino account via Pylon Anywhere, so typing and answering emails on the new Treo 650 is now a lot easier for me.
Over all – having looked at Pocket PC based smartphones, Blackberry devices and the new Nokia Communicator – the Treo 650 is definetly the best choice for me.

Was man auf eBay so alles bekommt…

As far as Bill Gates knows….

From an interview with Bill Gates on Business Week Online:

“Well, when people want to look at business information, as far as I know, people use Excel to navigate business information. When people want to be notified about things and organize their communications, it’s the Microsoft e-mail client. Outlook and Outlook Express are the primary tools people are using there. “

I know many people working the way Bill Gates describes. And many of them turned very happy when we showed them “real” collaboration software.

More excerpts from the interviews with Bill Gates and Steve Mills at Ed Brills weblog.

Graue Vorzeit


Wo wir schon bei Spielzeug sind. Kann sich daran noch jemand erinnern? Ist soeben aufgetaucht und wurde wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten bestaunt. Interessenten bitte melden.

Papa, was ist Anarchie?

Wenn man so eng mit dem IT Geschäft verbunden ist, wie ich es die letzten Jahre war, dann stellt sich irgendwann die Frage: Lassen wir sie ran oder bewahren wir sie davor.
Die Rede ist von meinen Kindern, und meine Strategie war bisher, sie lieber lange im Sand riesige Burgen bauen zu lassen oder sie durch Schlammpfützen springen zu lassen, als ihnen die Wunder der Informationstechnologie bereits im frühesten Kindesalter nah zu bringen. Die Diskussion um das Thema Fernsehen ähnelt derjenigen um das Thema Computerspiele, und ich vertrete eher die geordnete Vermeidungsstrategie, auch wenn ich den Argumenten der Gegenseite aufgeschlossen bin. Der Anblick von Kindern vor dem Fernseher – halboffene Münder, tiefe Hypnose, völlige Körperstarre, glasige Augen – und die damit verbundenen Nachwehen bestärken eher mein Bauchgefühl, dass das wohl keine geistig anregende Beschäftigung ist.
Nun aber dies: Zum Geburtstag des Ältesten flattert uns “Tropico 2, die Pirateninsel” ins Haus. Strategiespiel für Kinder ab 6 Jahre. Die Handlung liest sich gut, scheint kein Ballerspiel zu sein, vielleicht ja ein netter Einstieg in die Welt der Computerspiele. Das Spiel hat viel Ähnlichkeit mit “Age of Empires”, aber aus Mangel an Erfahrung kann ich eh keine anderen Parallelen erkennen. Man spielt im Zeitraffer den Aufbau eines Piratenimperiums durch, muß Häuser bauen, Schiffe bauen, Expeditionen losschicken und den Piratenreichtum mehren.
Man stelle sich das dann so vor: Vater mit beiden Rackern vor dem Bildschirm. Wir bauen die ersten Holzfällerlager, um Holz zu schlagen, dann ein Sägewerk, damit wir Bauholz bekommen. Plötzlich meldet sich ein Hilfspirat mit der Stimme von Käptn Blaubär und fordert mehr Schlafplätze. Also bauen wir Schlafplätze. Schließlich bauen wir stolz das erste Schiff und schicken es auf eine Expedition. Da erscheint aus heiterem Himmel wieder Käptn Blaubär und erklärt, dass die Zufriedenheit der Piraten sinkt, denn es gäbe auf der ganzen verdammten Insel keinen Grog. Hmmm.
“Papa, was ist Grog?”
Also los, wir bauen eine Brauerei, bauen mehrere Kneipen, heuern eine Schnapsbrennerin an und bald gibt es Grog. Alles scheint zufrieden zu sein.
Dann wieder Käptn Blaubär. Er meint, ohne Spielhöllen wäre es zu langweilig.
“Papa, was ist eine Spielhölle?”
Gut, wir bauen eine Spielhölle. Währenddessen bauen wir unseren Ackerbau aus, schließlich brauchen wir Weizen für die vielen Gefangenen, die aus irgendeinem Grund die englische Marine, mit der wir alliiert sind, zu uns rüberschifft. Da platzt wieder Käptn Blaubär rein und teilt uns mit, dass die Piraten sich schon wieder langweilen, es gäbe ja nicht mal anständige Freudenhäuser.
“Papa, was ist ein Freudenhaus?”
Also schnell ein Freudenhaus gebaut. Nun ist es in dem Spiel so, dass man natürlich auch Leute zur Arbeit einteilen muß. Das geht ungefähr so. Suche Dir einen rumstehenden Gefangen, schaue Dir seine Qualifikation an und ordne ihn der Qualifikation entsprechend zu. Weibliche Gefangene gibt es auch. Und wie erklär ich es meinem Kinde? Still und heimlich stell ich also eine französische Gefangene ab zur Arbeit im Bordell, zu der auch sofort der Käpitän hinmarschiert und seinen Zufriedenheitspegel aufbessert. Ich lasse schnell die Kinder eine Fregatte bauen und lese verwirrt nochmal die Altersangabe. Vielleicht steht da ja 16 und nicht 6. Nein, ganz klar, 6 Jahre.
Während wir dann auf Wunsch meines Jüngsten endlich die Stadt mit ein paar Statuen verschönern, das lang ersehnte Hotel für reiche Gefangene bauen und ich sehr froh bin, das lästige Thema “Dirnen” umschifft zu haben, meldet sich Käptn Blaubär wieder. Ein wenig Anarchie würde der Insel gut tun.
“Papa, was ist Anarchie?”
Das ist wirklich leicht erklärt, schließlich ist das ja der ersehnte Traumzustand. Aber wie erreicht man Anarchie? Der kurzer Blick in die Hilfesektion des Spiels öffnet mir endgültig die Augen für die wahre Zielgruppe des Spiels.
“Im Menu Edikte finden Sie zahlreiche Möglichkeiten, die Anarchie zu fördern. Klicken Sie das Untermenu Wahllose Hinrichtungen ….”
Nein, das klicke ich nicht. Denn die dazugehörige Frage meiner Kinder möchte ich dann wirklich nicht beantworten.

Alte Kommentare:

johnny:
Ist das wahr?? Unglaublich. Ab 6 Jahren freigegeben?
2005-04-12T10:29Z
Alexander Kluge:
Jupp. Ab 6 Jahren kann man Dirnen zu Kurtisanen ausbilden, aufmüpfige Piranten kielholen, zügellose Gelage veranstalten – und wahllos ein paar Gefangene einer beliebigen Nation hinrichten. Tja, Früh übt sich.
2005-04-12T10:52Z
Micha:
Hallo Alexander, du hast ja noch Glück gehabt, dass du dir nicht den Patch 1.2 heruntergeladen hast, der enthält nämlich ein Bonus-Szenario zur Spanischen Inquisition. :confused:
2005-04-12T11:29Z
Mayweather:
Das zeigt doch mal wieder, dass bei dem Alters-Rating nur auf die Form und bestimmte, wiederkehrende Elemente (Gewalt, übermäßige Gewalt, die Handlung nicht unterstützende Gewalt) geachtet wird. Der Inhalt ist vollkommen egal.
2005-04-12T12:27Z
Uwe:
Originell geschrieben :-)
2005-04-12T12:49Z
Alexander Kluge:
@mayweather: Richtig. Ich nehme an, da saßen ein paar Prüfer, haben sich die Screenshots angeschaut und gedacht: Prima, keine Monster, keine entbößten primären Geschlechtsorgane, kein Blut – also ist das was für Vorschulkinder.
2005-04-12T14:02Z
Kai:
Skandal! Können die Kinder denn nicht mehr rausgehen und mit Pistolen spielen so wie wir 6jährigen damals? Arrrr … ich hatte wenigstens noch eine Augenklappe und habe mich mit gespielten Bauchschüssen den Hang herunterkullern lassen. Was ist nur aus meiner Kinderidylle geworden. Früher war eben doch alles besser. Zum Glück weiß man das auch hier.
2005-04-13T01:21Z
hanzi:
Meine Güte, weint halt der alten Zeit hinterher…Klar Früher war alles besser…Wacht mal Auf!! Wir leben nunmal nicht im Jahre 1975 sonden im Jahr 2005! Zu dem Spiel: Warum hast du deinen Kindern nicht einfach erklärt was das jetzt alles genau ist?? Wäre sogar eine Chance sich mit solchen Sachen kritisch auseinanderzusetzen… Btw: denkt ihr wiklich ihr könnt eure Kinder vor allem bewahren was schlimm und grausam ist?? Spätestens wenn sie auf eine weiterführende Schule kommen kriegen sie sowieso jedes Spiel das sie haben wollen, egal ob ab 6 oder 18… Think about that hanzi
2005-04-13T12:54Z
Alexander Kluge:
Hanzi: Hier heult keiner, sonst hätte ich anders geschrieben. Ich weiß ja nicht ob Du Kinder hast. Aber mein Erstgeborener hat Rotz und Wasser geheult, als Balu ein paar Kokosnüsse auf den Kopf bekommen hat im Dschungel Buch. Kinderseelen sind nun mal nicht gedacht für wahllose Hinrichtungen. Ich habe nicht vor, das zu ändern. Recht hast Du allerdings in dem Punkt: Das zeug kommt noch früh genug uns ins Haus geflattert. Aber solange ich ein wenig steuern kann, halte ich diese Steuerung für eine Aufgabe verantwortungsbewußter Eltern.
2005-04-13T16:16Z
hanzi:
Kluge: Klar, Medienkontrolle ist wichtig! Ich habe keine Kinder, ich bin auch erst 19 Jahre alt, aber ich kann dir zu diesem Punkt nur eins sagen: Sprich mit deinen Kindern über die Spiele, die sie mal anschleppen werden, setze dich mit deinen Kindern über den Inhalt und das Form
at der Spiele auseinander, mach aber nie den Fehler ihnen Spiele zu verbieten! Ich weiss das selbst, meine Eltern haben mir damals auch verboten Spiele zu kaufen die nichts für mich in meinem Alter waren. Ich wollte mir damals Quake 2 kaufen (eigentlich kein Spiel für einen 12-Jährigen) und sie haben es mir verboten. Ich bin natürlich zu dem Älteren Bruder von meinem Freund gerannt und er hat mir das Spiel gebrannt. Ab diesem Punkt hast du dann keine Kontrolle mehr. ps: Wenn du schon selber Computerfachmann bist, spiel mit ihnen auch mal mit! z:b Counterstrike oder Warcraft 3.oder irgendein anderes Multiplayer-Spiel, natürlich wenn sie schon älter sind ;) .
2005-04-14T10:02Z
hanzi:
Klar, solange du das Konsumverhalten deiner Kinder steuern kannst, tu’ das auf jeden Fall! Das mit dem Rumheulen war auch eher an den Kai gerichtet, nämlich auf das Kommentar ‘Früher war eben doch alles besser. Zum Glück weiß man das auch hier.’
2005-04-14T10:04Z
FBL:
COOOOL !!!! Jetz weiss ich warum unsere Kinder Lehrer + andere Leute umlegen. Aber mir ist leider nicht bekannt, wer darauf hin arbeitet…. ansonsten hat der chef sicher recht: Besser im Matssch wuehlen lssen als debile Ballerspiele für debile Blogger !!
2005-04-15T07:24Z
ntropie:
Hanzi: vielleicht ist dir die spöttische Ironie in Kais Kommentar nicht aufgefallen. Kann passieren.
2005-04-16T13:34Z
Antsan:
Ja, toll, da bemüht man sich jahrelang, den Leuten nahezulegen, was Anarchie wirklich ist und dann kommt so ein Sch***! Wirklich toll! :angry:
2005-08-30T04:46Z
Antsan:
Der Kommentar war nicht auf den Text sondern auf das SPiel bezogen, nich, dass das einer missversteht….. :impressed:
2005-08-30T04:53Z

Crash Diet

Post aus Flensburg

Soeben kam die Post. Ich habe meinen ersten Punkt. Immer habe ich rechtzeitig vor dem LADA Kombi in der Clayallee in Zehlendorf gebremst (Wie kann man in Berlin Zehlendorf einen LADA als Blitzer hinstellen?). Nie kamen die Schnappschüsse vom Hermsdorfer Kreuz an. Die Ampeln waren immer noch dunkelgelb. Bußgelder? Ja, schon – und nicht zu wenig. Aber Punkte? Nie!

Meine neuen Freunde, PK Speck und PHM Döring, habe ich neulich auf dieser Art kennengelernt. Sie behaupteten Dinge, die sie gar nicht gesehen haben konnten. Das macht 40 Euro, zuzüglich 20 Euro Gebühren (wofür eigentlich?) und Auslagen in Höhe von 4,47 Euro (vermutlich eintüten und frankieren). Macht zusammen 64,47 Euro. Und dazu noch umseitig vermerkt die Zahl der Punkte gemäß Punktsystem: 1.

Vielleicht kann man ja stolz darauf sein. Aber ich hätte mir die Punkte gerne mit ehrlicher Gesetzesübertretung verdient.

Wer lesen kann ist klar im Vorteil

Anrufer: Herr Kluge, wir haben hier die Position eines Manager Software Sales zu besetzen.
Ich: Ja wirklich?
Anrufer: Wir haben ihr Profil im openBC gesehen. Unser Auftraggeber ist der Meinung, dass sie ein guter Match sind.
Ich: Ach, ein guter Match bin ich.
Anrufer: *lacht* Ja, das heißt Sie passen auf die offene Stelle.
Ich: Haben Sie sich denn mein Profil mal angesehen?
Anrufer: Äh, ja?
Ich: Tun Sie es doch noch mal.
Anrufer: Moment, ja, da hab ich Sie. Ah ja, hmmm, sie haben recht. Das dürfte dann wohl eher nichts für sein.
Ich: Nein, ist es nicht.

Wenn der Postmann zweimal klingelt…

Bluetooth Nightmare

Because my old and beloved X30 Thinkpad has no Bluetooth capabilities I decided to purchase a noname Bluetooth dongle about one year ago. I never realy used it very much, because my T2 was stolen by some bad guys and my Treo 600 does not support Bluetooth.

Now – expecting the arrival of a new toy and for some other mobile gadgets – I decided to use the dongle again. Since last year, I had completely reinstalled my X30, so I had to install the Bluetooth software again.

Well, what a nightmare. The Bluetooth Dongle came with a software package from Widcomm. The old version 1.2 does not work with XP SP2 – and it does not support several usefull features, when you want to use it with a Bluetooth headset. So I looked for 1.4.x at the Widcomm web site. Without success. No downloads, no FAQ, nothing there. From another website I learned Broadcom acquired Widcomm recently. So I searched the Broadcom web site. Nothing. Not even a word about Widcomm. Well, Google helps, I thought. So I searched the web and found hundreds of people fighting with the same problem.

So whats the secret behind this Widcomm company? Why does nearly every Bluetooth dongle come with Widcomm software? And what the hell do they expect me to do, when I have to upgrade the software? Purchase a new dongle? What a business modell.

Finaly, I made it. Getting the Widcomm 1.4.3.4 software was pretty easy. I found it finaly on IBMs website. But this sofware of course is restriced for usage with the specific Bluetooth dongle you purchased. So how to unlock this? I found a guy called Jon Scaife. He wrote a patch to use the Widcomm Software with your device. Unfortunatly, the download was closed. The guys at Broadcom/Widcomm are bad marketiers and not customer oriented, but they have obviously good lawyers. So Jon Scaife had to close down the download. Finaly, I found a good source to download the patch anyway. From now on everything worked perfect. Installed Widcomm 1.4.3.4, patched the software, rebooted, inserted dongle – done.

But still I ask myself: How can software companies like Widcomm be succesfull treating their customers like this?

Update: Publishing this articel and revisiting the widcomm site today I noticed they have now a redirect to Broadcom. Anyway – this does not help.