Über Mäusesex und Wartezimmer

Neben akuter Bloglähmung quälen mich derzeit ganz profane Hustenanfälle. Ob das Leben je wieder einen Sinn hat, steht zwar in den Sternen und nicht im STERN, aber im Wartezimmer des Arztes meines Vertrauens findet man Literatur, die fürs Leben bildet.

Zum Beispiel lernt man einiges über das Liebesleben der Mäuse. Ein wunderschönes Detail findet sich in einem Fachaufsatz zum Thema “Kopulierende Mausemännchen”. Während allein das Wort “kopulieren” sofort den Sprung auf die Liste der schönen Worte findet, lernt man zudem, dass der Mäuserich nach dem Vollzug der Begattung in eine Starre verfällt, die bis zu einer halben Minute dauern kann – und mitunter kippt der Mann einfach zur Seite.

Jetzt frag ich mich: Soll ich das nicht mal Nachbars Katze erzählen? Das ist doch im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen! Kein langes Jagen mehr, keine aufwendigen Maushetzerein mehr: einfach warten, bis der Mäusemann fertig ist, und – haps – Abendmahlzeit gesichert.

Übrigens gibt es einen weiteren interessanten Aspekt im Mäuseliebesleben: Schaut ein anderer Mäuserich zu, gehts um so schneller und heftiger zu beim Akt. Zu den Auswirkungen auf die Mäusejagd und zu eventuellen Parallelen zum menschlichen Paarungsverhalten äußere ich mich jetzt mal lieber nicht.

1 Response to “Über Mäusesex und Wartezimmer”


  • Nun habe ich das meiner Katze erzählt. Mimi, sag ich also, brauchst künftig nicht mehr albern im Vorgarten Mäusen hinterher zu hechten, warte ab, bis zwei Schnittchen kopulieren und nach getanem Werk lass dir den Mäusrich mit einem kleinen Petersiliensträusschen garniert in den Mund fallen; höchstens ein Hauch Balsamico drüber. Darauf gähnt sie mich gelangweilt an und fragt pikiert: Wer redet denn vom Mäuse ESSEN? Hüpfen müssen die Biester, im Todeskampf sich winden und wehren wie wilde Bestien, halbtot übern Rasen laufen und bis zum letzten Moment zucken…das macht die Teilchen erst richtig lecker…wäh – eklig, gell? Genau so wars aber…Barbaren, die Katzen…

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