Identitäts-Klau

So lange ist der letzte Identitäts-Raub noch nicht her, dem ich zum Opfer fiel. Jetzt schreibt mich ein e-Bayer an, ich solle ihm doch endlich die ersteigerten Nokia Bedienungsanleitungen zusenden.

Mein erster Gedanke: Nein, bitte nicht schon wieder!

Offenbar ist es diesmal anders gelaufen. Der Account wurde nicht gekapert, sondern einfach ein neuer Account angelegt. Nickname “klualexi”, Klarname “Alexander Kluge”. Nun gibt es neben dem Alexander Kluge und mir noch eine große Zahl weiterer Namenvettern. Also bat ich den betrogenen Gewinner der Nokia Bedienungsanleitungen, mir die Kontaktdetails zu nennen.

Und tatsächlich: Der Alexander Kluge wohnt exakt in meinem Haus! Nur merkwürdig, dass ich von meinem Doppelgänger noch nichts wußte.

Ich hoffe, dass dies kein Nachspiel hat. Angeblich hat sich der angebliche Alexander Kluge jetzt gemeldet beim Käufer. Ob der jemals seine Nokia Bedienungsanleitungen zugesandt bekommt, bleibt offen.

Nachtrag: Der Guardian hatte erst neulich über eine Studie zum Identitäts-Betrug berichtet. Demnach scheint es wirklich denkbar einfach zu sein, an IDs und Passwörter zu gelangen oder unter falschem Namen Accounts zu öffnen und Transaktionen durchzuführen. Immerhin jeder Zehnte User in der besonders internetaffinen Zielgruppe bezeichnet sich schon als Opfer eines solchen Betrugs.

Mich trifft es nun schon zum zweiten Mal.

2 Responses to “Identitäts-Klau”


  • Ich wundere mich immer wieder, wie lange sich ebay schon dieses nach- und fahrlässige Verhalten in Bezug auf Sicherheits- und Betrugsfragen leisten kann. Wenn man sich die tagtäglichen kleinen und großen Betrügereien dort anschaut, fragt man sich schon, warum denen die Kunden nicht in Scharen weglaufen.
    Zumindest eine Identitätsprüfung bei der Anmeldung sollte doch selbstverständlich sein, da arbeiten ja Freemail-Anbieter gründlicher.

  • Die Kunden laufen nicht weg, weil sie keine Alternative kennen. eBay ist so dominant, dass alle anderen Anbieter nicht durchkommen in der allgemeinen Wahrnehmung.

    Offenbar wird eBay dem Betrugsproblem nicht Herr. Damit ist der Problemdruck noch nicht groß genug.

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