Freizeitkapitän

Strahlender Sonnenschein, schönstes Segelwetter. Wannsee? Langweilig. Haben die Freizeitkapitäne ja schon mehrfach befahren dieses Jahr. Schwielowsee? Klingt gut, also auf nach Caputh.

Nun sollte man wissen, dass der kluge Kapitän bisher nur die gemütlichen und unkenterbaren Kielschwerter seiner Segelschule bei Windstärken um die 2 über Wannsee und Havel bewegt hat und die Herausforderung meistens darin bestand, die langweiligen Flauten zu überleben.

Heute kam es daher besonders dick für den Jungkapitän. Vermietet werden am Strandbad Caputh sogenannte Ixylons. Jungkapitäne wissen nicht, was das bedeutet. Sie wissen auch nicht, dass dies eben kein Kielschwerter ist, sondern eine Jolle. Sie haben auch schon vergessen, dass Jollen formstabil sind und sich nicht einfach wieder aufrichten. Und sie haben auch keine Ahnung, dass man nicht erst die heutige Windstärke 4 braucht, um das Boot zu kentern. Nur eins ist klar: 13 Grad Wassertermperatur laden nicht zum Baden ein.

Wir haben es ohne Kenterung überlebt. Aber den einen oder anderen Adrenalinschub hatte ich schon. Merke: Nächstes Mal vorher Bootstyp erfragen und Windverhältnisse prüfen.

3 Responses to “Freizeitkapitän”


  • Die Stimme der freien Welt

    Gut zu wissen, ich wußte gar nicht, daß man da Ixylons mieten kann. Werde ich mal tun. Sind die Dinger anständig ausgestattet?

  • Naja, da man mir ja wie beschrieben ein Ixylon für ein Yps vormachen könnte, bin ich nicht der richtige, um kompetente Antworten zu geben.
    Mein Eindruck war eher schlecht. Die Arretierung der beiden Kiele war entfernt worden, da die Segler die Dinger beim Reinfahren nie rechtzeitig hochgenommen haben und damit die Boote klein gekriegt haben.

    Tragisch, denn der Vorschoter war so permanent damit beschäftigt, die Kiele am aufschwimmen zu hindern. Laut Verleiher sollte man die Tampen “einfach nur dazwischenklemmen”, aber praktisch hatte das keinen Zweck. Als wir zurückkehrten wurde auch gleich Anweisung gegeben, die Tampen auszuwechseln nachdem wir uns beschwert hatten.

    Die Ixylons aus dem “DDR Yachtbau” verfügten natürlich auch nicht über wasserdichte Kammern, wie im Prospekt beschrieben. Hätte ein kritischer Erfolgsfaktor sein können 😉

    Dennoch: Der Ort ist super, die Vermieter wirklich nett, aber 50 Euro waren dann doch happig, wenn man ein nicht ganz “hochseetaugliches” Boot nach zwei Stunden zurückgeben muß.

  • Die Stimme der freien Welt

    Wassdichte Kammern kannste vergessen. Das Ding ist ein recht fixes Spaßboot für nen Tagesausflug. Das mit den Schwertern ist natürlich megaärgerlich und nervt.

    Tip: an der FU Berlin werden – auch an universitätsfremde Personen – recht günstig Ixylons vermietet!

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