Prozac, Plazebos, Homöopathie und Humbug

Josef Joffe in der Zeit:

Teure Placebos funktionieren besser als billige – ein Phänomen, mit dem die Kosmetik-Industrie Milliarden verdient. Den Probanden wurden leichte Schmerzen zugefügt, nachdem ihnen zwei verschiedene Placebos verabreicht worden waren. Die eine Pille kostete (angeblich) $ 2.50, die andere zehn Cent. Nach Einnahme der Hochpreis-Pillen berichteten 82 Prozent von Schmerzverringerung; das taten nur 61 Prozent derer, die das “Billig-Präparat” erhalten hatten.

Es sieht so aus, als ob Kritik an der Homöopathie gesellschaftsfähig wird. Unter Eltern wird man sofort gesteinigt, geteert und gefedert, wenn man Kritik äußert. Auf jede noch so exotische Erscheinungsform kindlichen Unwohlseins wird sofort mit fachkundigem “sechs Globoli Chamomilla D12” reagiert. Zweifler gelten insbesondere in der bildungsbürgerlichen Mittelschicht als Nestbeschmutzer. Nun, zumindest kann man ja nichts falsch machen mit jeglichen Globoli. Ist ja nur “Gedächtnis” drin. Je teurer, desto besser.

Allerdings immer noch besser als manch schulmedizinischer Apparate-Irrsinn.

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1 Response to “Prozac, Plazebos, Homöopathie und Humbug”


  • Naja, interessant ist aber diese schlußfolgerung über die positive Wirkung der Homöopathie “Hinzu kommt womöglich ein noch wichtigerer Effekt, der noch nicht genügend erforscht worden ist: die Zeit, die Ärzte ihren Patienten widmen.” Und das sehe ich wirklich als Erkenntnis, die man gewinnen kann und von der die Schulmedizin lernen kann.

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