Bin ich naiv?

Bin ich zu einfach gestrickt, wenn ich meine…

  • … dass es auch eine Welt ohne Schaeffler geben kann, in der nach wie vor Kugellager in Deutschland produziert und gekauft werden?
  • … dass Opel schon lange den Anschluß verpaßt hatte und es genügend andere Marken gibt, die auch langfristig Chancen haben?
  • … dass Porsche jetzt mal schön die Suppe alleine auslöffeln soll?
  • … dass Karstadt und Hertie-Warenhäuser schon lange menschenleere, fensterlose Betonhülsen zur Aufbewahrung von Waren sind, die an diesem Ort keiner mehr kaufen will?
  • Ja, ich verstehe die soziale und ordnungspolitische Dimension. Ich verstehe auch, dass Wahlkampf ist. Aber was hilft es, Opel am Leben zu halten, wenn keiner mehr einen Opel kaufen will? Was hilft eine Rettungsaktion für das in die Jahre gekommene Modell “Kaufhaus”, wenn keiner hingeht?

    Wäre es nicht sinnvoller, den Markt zu bereinigen und und die vielen Milliarden in zukunftsträchtigere Branchen und Unternehmen zu stecken? Bin ich naiv? Vermutlich ja.



    5 Responses to “Bin ich naiv?”


    • Ich würde in drei der vier Punkte zustimmen. Ausnahme: Opel. Ich mag Opel nicht, will auch keinen fahren. Aber hast Du mal in einem neuen Insignia gesessen?
      Zu sagen, Opel hätte den Anschluss verpasst, halte ich für falsch. Dieses Auto ist wirklich gelungen. Sehr ordentliche Verarbeitung, ansprechende Materialien im Innenraum und eine Technik, von der ich als Audifahrer teilweise nur träumen kann und sie noch nicht mal gegen Aufpreis bekommen könnte.
      Und was man vom neuen Astra hört, könnte das ähnlich aussehen.

    • Die Demokratie ist nicht immer die beste Staatsform. Speziell dann nicht, wenn man seine Wähler bespaßen will.

      Und Thomas, Du hast es schön beschrieben. Du willst keinen Opel, selbst dann nicht, wenn er besser als ein Audi ist. Schlimmer kann es für eine Marke nicht kommen.

    • Naja Volker, es scheint aber doch eine Menge Leute zu geben, die Opel möchten. Das sagen zumindest die Verkaufszahlen der letzten Monate. Und das ich persönlich keinen Opel möchte, hat ja letztlich was mit Geschmacksache zu tun. Ich will auch keinen BMW. Auch dann nicht, wenn er besser uns günstiger ist als Opel/Audi.

      Deine Aussage zur Demokratie kann ich allerdings auch nur unterstützen. Sie ist eben ein Kompromiss zwischen unterschiedlichen Meinungen und Auffassungen. Ob die logische Alternative allerdings besser funktionieren könnte, will ich doch stark anzweifeln…

    • Ich würde im Gegensatz zu Thomas Porsche aus der Liste herausnehmen.

      Die “Probleme” kommen nämlich allein durch den Staat – das VW-Gesetz. Ich erwarte, dass es noch dieses Jahr wieder von der EU gekippt wird und dann endlich alles seinen normalen marktwirtschaftlichen Gang gehen kann. Niedersachsen spielt hier gerade Klein-Russland und will natürlich nicht die Macht an Baden-Württemberg/Stuttgart verlieren.

      Tatsächlich werden Porsches Probleme in vielen Medien größer dargestellt, als sie tatsächlich sind. Niedersachen und Piech haben an dieser Darstellung auch ihren Anteil.
      Sie haben eine Kreditlinie über zehn Milliarden Euro die bis März 2010 läuft und verlängert werden kann. Eigenkapitalausstattung von 45 Prozent, ordentliche Rendite und die Möglichkeit die Zinsen vom Geschäftsgewinn zu bezahlen. Dazu noch ihr Vermögen – allein die aktuelle Beteiligung an VW sind ja um die 30 Milliarden und die immer noch offenen Optionen sind sicher auch nochmal ein paar Milliarden.

      Wichtig für Porsche ist lediglich, dass der Staat es zulässt, dass sie die Übernahme durchziehen und sie nicht durch das VW-Gesetz sabotiert. Gegen diese Sabotage aus Niedersachen kann dann tatsächlich nur Baden-Württemberg unterstützen.

    • @Thomas: Die Verkaufszahlen sagen momentan nichts. Ein künstlicher Schub Abwrackprämie führt momentan auch zu Jubelstimmung in Wolfsburg – nicht nur des VFL wegen 😉

      Der Sturz wird wohl umso tiefer sein, wenn erstmal jeder “Bedürftige” seinen neuen Wagen hat.

      Die herausgepickten Beispiele sind nur Ausschnitte. Jeder Plot ist anders.

      Porsche ist eine wertvoller Marke und wird es schaffen, sich immer wieder an die Zielgruppe anzupassen.

      Opel ist daran m.E. bereits seit langem gescheitert. Die Kaufhäuser erst recht. Nur so recht gemerkt hats keiner.

      Und Schaeffler? Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch ohne Schaeffler ein großer Teil der betroffenen Arbeitsplätze erhalten bleiben würde. Man muß dort nicht unvorstellbare Summen hineinpumpen, um das Unternehmenskonstrukt zu retten.

      Aber der Wahltermin vernebelt den kühlen Blick und langfristige Perpsektiven mit einer Bereinigung des Marktes ist im vier Jahres Rythmus nicht zu verkaufen.

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