Entschleunigung stinkt

Wenn man einen beliebigen Abteilungsleiter in der Flughafenlounge fragt, wird er mit dem Daumen am Blackberry zwischen zwei Telefonkonferenzen mit seinem Dienst-Dritthandy bestätigen, dass Hektik die Geißel der Menschheit sei. Nur durch das per MMS verschickte Foto eines Faxes unterbrochen, wird er betonen, dass deshalb Entschleunigung sehr wichtig sei. Er selbst besuche jeden Samstag von 11 Uhr bis beinahe 11.30 Uhr einen Biomarkt bei ihm im Viertel und lasse die Seele baumeln. Während er die Kinder zur Schule fahre, mache er manchmal sogar das Handy aus oder jedenfalls leise, Quality Time! Entschleunigung ist gerade unter denen, die damit gar nichts zu tun haben, ähnlich konsensfähig wie Helmut Schmidt, den noch jeder Vizelandrat der CSU ohne Scham als Vorbild angibt.

Aber Entschleunigung stinkt.

-> Sascha Lobo im Spiegel, unbedingt hier weiterlesen

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