Jerusalem

Jerusalem

Wir leben in merkwürdigen Zeiten. Man jettet mal nach Madrid, Barcelona, Paris, London oder Rom. Man sieht sich auf der Konferenz in Orlando – und fliegt noch kurz über New York zurück. Nur mal so zum Shoppen.

Selbst für die Kinder sind Reisen um die ganze Welt selbstverständlich. Während meinereiner von den Eltern vor die Frage gestellt wurde, ob wir dieses Jahr im Bayerrischen Wald wandern oder in Österreich die Berge erklimmen, geht es heute um ganz andere Ziele. Letztens wurde zwischen meinen Kindern und zwei Gastkindern im Tisch lebhaft diskutiert, wo man schon war. Zehn-, Elf-, Zwölf-Jährige waren in ihrem kurzen Leben in Malaysia, auf den Seychellen oder Malediven, reisen nach USA, Namibia oder wahlweise Mexiko. Kein Ziel kann weit genug weg oder zu exotisch sein.

Jetzt hat es mich nach Jerusalem verschlagen. Es könnte ein Trip wie viele andere sein. Aber war es vorher schon nicht. Es ist eine Reise zu den Wurzeln unserer Kultur – und so vieler anderer Kulturen. Hier im Schmelztiegel zwischen Juden, Moslems, Christen liegt alles auf engstem Raum. Weit enger beieinander, als ich mir das jemals vorgestellt hat. Große Teile des Neuen Testaments spielten hier auf wenigen Quadratkilometern. Den Lebens- und Leidensweg Christi erschließt man sich zu Fuß. Umgeben von den anderen Weltreligionen. Umgeben auch von Kameras, Sicherheitspersonal, Stacheldraht, Männern in Zivil mit Kalaschnikovs. Eine merkwürdige, eine faszinierende Stadt.

Einige Eindrücke der ersten Stunden hier auf Flickr.

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