Monthly Archive for February, 2017

Ein Haus am Meer

Es muss 1989 gewesen sein, als ich das erste Mal von einem lieben Freund nach Ahrenshoop verschleppt wurde. Das Licht, die Mischung von Steilküste, Weststrand und Bodden, alles in Laufnähe an der schmalsten Stelle des Fischlands – all das hat mich sofort gefesselt. Die Trümmer des Sozialismus standen zwar auch deutlich sichtbar in Form eines hässlichen Betonklotzes namens „Kurhaus“ gegenüber vom Strandübergang – aber es war auch klar, dass dieses kleine Nest anderen, ehemals sozialistischen Nachbardörfern einiges voraus hatte. Im Künstlerdorf Ahrenshoop hatte man weitgehend darauf geachtet, das Dorfbild zu erhalten – das lag sicher auch daran, das die Nomenklatura sich dort regelmäßig zur Sommerfrische aufhielt, das unbescheidene Anwesen von Schalck-Golodkowski zeugt noch heute davon.


Ein stillgelegtes Ferienheim eines Thüringer VEB wurde für uns Studenten die Heimat bei vielen Ausflügen. Hier wurde heftig darüber gestritten, wie unsere erste Firma, ein Seminaranbieter und Dozentenpool, heißen sollte und welche Farben das Logo tragen sollte. Hier bereiteten wir uns auf Uni-Prüfungen vor, feierten denkwüdige Silvester-Partys, holten frischen Fisch vom Fischer in Born und genossen Lachsforelle oder Boddenzander.



Ahrenshoop


Das Gebäude musste mit Kohle geheizt werden, es roch nach dem typischen Reinigungsmittel der DDR.
Ursprünglich sollte es schnell abgerissen werden und einer Ferienhaus-Siedlung weichen. Aber die Verhältnisse waren offenbar kompliziert, in Ahrenshoop redet der örtliche Bauausschuss mehr mit als anderswo – und hat so vermutlich verhindert, dass es bis heute zu keinen schlimmeren Auswüchse gekommen ist. Und so fuhren wir Jahr um Jahr nach Ahrenshoop, und als das alte Ferienheim dann doch irgendwann abgerissen wurde, haben wir das Ritual dennoch beibehalten. In Ahrenshoop wurden nicht nur Firmen gegründet, Krisen bewältigt, Projekte gestartet – hier fand über lange Jahre der jährliche Kick-Off der K Consulting Group AG statt, inklusive Teambuilding auf dem Acker und am Steilufer.




Ahrenshoop Herbst 2008
Später buddelten hier die Kinder ihre ersten Löcher in den Sand und wir bezwangen gemeinsam die Lenkdrachen im Sturm.



Der Traum war schon immer, hier unter Reet (örtlich heißt hier vor Ort das Rohr oder Schilf) eine zweite Heimat zu finden. Zwischendurch verkauften wir unser Unternehmen, es ging eine Ehe in die Brüche – und auch in diesen Lebenskrise war Ahrenshoop die Zuflucht.



Aber welch eine schöne Wendung, dass mit einer neuen Liebe eine alte Liebe verbunden war – wir teilten beide schon ein Jahrzehnt, unabhängig voneinander, die Leidenschaft für diesen Ort mit dem besonderen Licht. In der alten Schifferkirche haben wir geheiratet, im alten Elisabeth von Eicken gefeiert.

Ein kleines Fest am Meer


Jahrelang drückten wir uns nun gemeinsam die Nase platt an den Ausschreibungen der örtlichen Makler. Wir waren kurz davor, das „Deichhaus“ am Grenzweg zu kaufen, direkt am Deich, Blick auf die See, zurückgebaut und entkernt bis auf die Außenmauern. Kurz vor dem Notartermin bekamen wir nasse Füße. Damals vermutlich die richtige Entscheidung, sonst hätten wir keine Luft mehr gehabt, unseren Traum in Berlin zu realisieren.



Vor fast zwei Jahren, wir hatten uns gerade nach einer Umschuldung von den finanziellen Lasten des einen Bauvorhabens erholt, liefen wir am Weg zum Kiel an einem Haus vorbei – mit frisch aufgestelltem „Zu Verkaufen“ Schild. Es war offenbar der richtige Moment. Das Schild war noch frisch, es war früh im Jahr und noch nicht allzu viele Leute waren daran vorbeigekommen – wir klingelten bei den Besitzern, und dann ging alles sehr sehr schnell. Und sind mit einem Bein in Ahrenshoop angekommen.



Letzte Woche haben wir Richtfest gefeiert. Unser „Hyggelig Hus“ Rohbau steht.


Manchmal können wir noch gar nicht glauben, dass es da ist und wir es geschafft haben, so ein Schmuckstück auf die Halbinsel setzen zu dürfen. Es klingt sicher pathetisch, aber ich kann es gar nicht anders sagen. Wir sind so dankbar, dass wir es hierhin geschafft haben.

Forty Nine

number 4 number 9

Intranet? CongresIntranet!

Intranet? Yes, it´s still there. But no matter if we talk about „Enterprise Social Networks”, „Social Intranet“ or „Digital Workplace” these days – its all about enabling communication and collaboration in a networked environment and helping organizations adapting the #NewWayToWork.

Very happy to be part of the speaker lineup at IntranetCongres in Utrecht. If you really want to learn about the challenges of the Digital Workplace and meet the three musketeers – join us at CongresIntranet.

Wir amüsieren uns zu Tode

[…] The central argument of Amusing Ourselves is simple: there were two landmark dystopian novels written by brilliant British cultural critics – Brave New World by Aldous Huxley and Nineteen Eighty-Four by George Orwell – and we Americans had mistakenly feared and obsessed over the vision portrayed in the latter book (an information-censoring, movement-restricting, individuality-emaciating state) rather than the former (a technology-sedating, consumption-engorging, instant-gratifying bubble). […]

Ich habe Neil Postmans Buch vor über zwanzig Jahren verschlungen und mit Blick auf den weichgespülten und intellektuell tiefergelegten Medien-Brei genau an dieser Stelle genickt und immer und immer wieder dieses Zitat angebracht. Es ist nicht Orwells Vision, die wahr zu werden drohte, sondern Huxleys.

What Orwell feared were those who would ban books. What Huxley feared was that there would be no reason to ban a book, for there would be no one who wanted to read one. Orwell feared those who would deprive us of information. Huxley feared those who would give us so much that we would be reduced to passivity and egoism. Orwell feared that the truth would be concealed from us. Huxley feared the truth would be drowned in a sea of irrelevance. Orwell feared we would become a captive culture. Huxley feared we would become a trivial culture.

Sein Sohn mit einer posthumen Würdigung für diese These im Guardian und klaren Empfehlungen, unter anderem folgende Appelle an uns:

1. Falsche Anschuldigungen sollten Herausforderungen für uns sein: Wir haben mit diesem Internetz die Möglichkeit, Dingen auf den Grund zu gehen – wenn wir nicht nur auf den ersten Google Treffer klicken.

2. Nicht von den “Medien” erwarten, dass die diesen Job machen. Einige tun es, andere verkaufen vor allem Klicks.

3. Bildung. Bildung. Bildung. Es ist absolut notwendig, dass unsere Schulen zukünftig den Kindern bereits beibringen, wie man mit Informationsquellen umgeht, wie man selber recherchiert und wie Medien funktionieren. In meinen Augen eine gigantische Aufgabe, die derzeit schon bei der Ausbildung der Lehrer scheitert.

Es gibt so viele Initiativen, die dazu beitragen wollen, wieder eine kritische Öffentlichkeit herzustellen und den grassierenden Populismus zu begegnen. Schmalbart ist eine davon, Carsten Rossis “Die bessere Achse” eine andere. Wir sollten das unterstützen.

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Don´t put people in Boxes

Starke Botschaft

Starke Botschaft an das amerikanische Publikum in diesen Zeiten voller Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.

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