Archive for the 'Travel' Category

Tel Aviv

Tel Aviv

Was für eine spannende Reise. Rückkehr Sonntag Nacht, seit Montag früh wieder ununterbrochen in wilden Meetings – da bleibt wenig Zeit für eine Nachlese.

Ein paar Bilder mehr finden sich nun im Jerusalem und Tel Aviv Album. Einige wenige Beispiele der vielen tausend Bauhaus-Häuser in Tel Aviv sind hier auch zu finden. Die meisten davon in baufälligem Zustand.

Überhaupt ist diese junge Stadt Tel Aviv baulich in einem erbärmlichen Zustand. Die Stadt, die keine 100 Jahre alt ist, wächst und zerfällt gleichzeitig.

Im krassen Gegensatz dazu die Menschen in Tel Aviv: Lebenshungrig, entspannt, tolerant, weltoffen.

Irgendwo lasen wir, dass Tel Aviv ein Versprechen an die Zukunft sei – hier könne man sehen, wie Israel einmal werden könne. So haben wir es auch empfunden.

Jerusalem

Jerusalem

Wir leben in merkwürdigen Zeiten. Man jettet mal nach Madrid, Barcelona, Paris, London oder Rom. Man sieht sich auf der Konferenz in Orlando – und fliegt noch kurz über New York zurück. Nur mal so zum Shoppen.

Selbst für die Kinder sind Reisen um die ganze Welt selbstverständlich. Während meinereiner von den Eltern vor die Frage gestellt wurde, ob wir dieses Jahr im Bayerrischen Wald wandern oder in Österreich die Berge erklimmen, geht es heute um ganz andere Ziele. Letztens wurde zwischen meinen Kindern und zwei Gastkindern im Tisch lebhaft diskutiert, wo man schon war. Zehn-, Elf-, Zwölf-Jährige waren in ihrem kurzen Leben in Malaysia, auf den Seychellen oder Malediven, reisen nach USA, Namibia oder wahlweise Mexiko. Kein Ziel kann weit genug weg oder zu exotisch sein.

Jetzt hat es mich nach Jerusalem verschlagen. Es könnte ein Trip wie viele andere sein. Aber war es vorher schon nicht. Es ist eine Reise zu den Wurzeln unserer Kultur – und so vieler anderer Kulturen. Hier im Schmelztiegel zwischen Juden, Moslems, Christen liegt alles auf engstem Raum. Weit enger beieinander, als ich mir das jemals vorgestellt hat. Große Teile des Neuen Testaments spielten hier auf wenigen Quadratkilometern. Den Lebens- und Leidensweg Christi erschließt man sich zu Fuß. Umgeben von den anderen Weltreligionen. Umgeben auch von Kameras, Sicherheitspersonal, Stacheldraht, Männern in Zivil mit Kalaschnikovs. Eine merkwürdige, eine faszinierende Stadt.

Einige Eindrücke der ersten Stunden hier auf Flickr.

Liebe Deutsche Bahn

Liebe Deutsche Bahn,

ihr wisst, ich bin ein großer Freund des schienengebundenen Verkehrs. Und ich weiß, dass Reisen an einem Tag wie diesem mit dem Auto eine größere Katastrophe wären, als mit der Bahn unterwegs zu sein.

Selbst für die verspätete Ankunft des Zuges aufgrund einer Weichenstörung hatte ich heute morgen noch Verständnis. Erst waren es 15 Minuten, nach 15 Minuten waren es 30 Minuten, dann waren es 40 Minuten. Ich wartete geduldig, aber frierend.

Aber als ich dann nach 50 Minuten den Zug bestieg und erst im Zug erfuhr, dass dieser Zug aufgrund der Verspätung nicht mehr bis zum Ziel fährt, sondern auf halber Strecke enden wird, da bekam ich schlechte Laune. Wieso weiß das der Zugbegleiter und nicht das Bahnhofspersonal. Oder weiß es das Bahnhofspersonal, hat für diesen Fall aber leider keine vorbereitete Durchsage parat?

Hätte ich es gewußt, wäre ich sofort nach Hause gefahren, Rechner angeworfen, Telefonkonferenz gemacht, fertig.

Jetzt höre ich: “Schulligung, ist ein unglücklicher Einzelfall”. Ist es aber nicht. Denn die Geschichte geht weiter.

Zugpersonal empfiehlt also: “Nehmen Sie den nächsten Zug, der ist pünktlich und fährt zum Ziel”

Ich also: Steige beim nächsten Halt aus und warte auf den Zug der angeblich pünktlich kommt und durchfährt.

Angeblich.

Erstens kommt der nachfolgende Zug eben nicht pünktlich. In diesem Fall weiß das Zugpersonal weniger als der Kollege auf dem Bahnsteig. 15 Minuten mit noch kälteren Füssen.

Und nun, liebe Bahn, kommt es: Ich sitze im Zug, der angeblich pünktlich ist, und der angeblich dann zum Ziel fährt. Und er tut es nicht!

Denn der Zugbegleiter teilt nach Reiseantritt mit: “Da militante Atomkraftgegner die Signalanlagen bei Magdeburg gestört haben, endet unser Zug im Nirgendwo und wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dem Schienenersatzverkehr”.

Das, liebe Bahn, habt Ihr schon lange gewusst. Der blöde Castor stand gestern schon irgendwo in Meck-Pomm. Wieso also redet Ihr nicht miteinander und vor allem nicht mit dem Kunden? Wieso können Bahnhofsmitarbeiter nicht mitteilen, was Zugbegleiter wissen? Warum sitze ich jetzt in diesem gottverdammten Zug, komme Stunden zu spät zu einem Termin, den ich mir hätte so sparen können?

Ja, Ihr habt es nicht leicht. Vereiste Weichen, Atomkraftgegner, all das sind üble Dinge. Aber wenn man das alles VOR dem Besteigen eines Zuges wüsste, dann müsste man die Reise erst gar nicht antreten.

Mit eisigen Grüßen

ein unterkühlter Bahnfreund

Ski-View

Wenn ich das sehe, bekomme ich Phantom-Schmerzen an den Stellen, an denen normalerweise die Bretteln festgemacht werden. Und tragischerweise wird es wohl diesen Winter kaum Gelegenheiten geben, sich den Berg runterstürzen.

Zumindest virtuellen Ersatz gibt es daher bei Obertauern Ski-View.

Overnight Express

Scheint mir eine optimale Verbindung zu sein. Günstig. Und mit Übernachtungsmöglichkeitnotwendigkeit. Hoffe, die Bahnhofsmission hat ein Bett frei.

(Sind übrigens ca. 40 km, die beide Ortschaften trennen)

Mobile Workforce

Location: RE38018

Was die in Schweden können, machen wir halt selber mit dem mobilen WLAN Hotspot.

Mein Riechsalz!

Im Bus! Hierzulande selbst in der Bahn undenkbar. Man hört von irgendwelchen WLAN Experimenten der Deutschen Bahn auf weit entlegenen Streckenabschnitten. Auch fahren auf denjenigen Strecken, die vermutlich regelmäßig von Bahn-Managern oder von bahnnahen Politikern frequentiert werden, ICEs mit Steckdosen am Platz.

Auf meiner Rennstrecke von Berlin nach Hannover gibt es weder in der ersten noch in der zweiten Klasse Steckdosen am Platz – ausgenommen an den wenigen Tischen, um die regelmäßig gekämpft wird. Von WLAN will ich mal ganz schweigen, davon träumen wahrscheinlich noch Generationen nach mir.

Schöne neue Welt. Nur nicht hier.

Wenn die Lichter ausgehen

Mittsommernacht Ahrenshoop

Eher beiläufig auf Umwegen erfuhren wir am vorletzten Abend vom traurigen Ereignis. Im Elisabeth von Eicken gehen die Lichter aus. Spontaner Anruf in Ahrenshoop: Am letzten Abend wäre für uns noch ein Tisch frei. Frau Bäuml kocht zum letzten Mal. Die Gedanken fliegen in die Vergangenheit rund um diesen Ort.

Es gab keinen Aufenthalt auf dem Darss ohne Besuch im schönsten Restaurant weit und breit. Die Barenbrocks haben dieses Kleinod an dem Ort ins Leben gerufen, zu dem es uns immer schon gezogen hat. Das Ambiente wunderbar, die Küche erstklassig. Dort haben wir mit Herrn Henzlers gelernt, wie der Darss schmeckt. Dort hörten wir zum ersten Mal mit Lutz Gerlach gehört, wie der Darss klingt. Dort haben wir mit der lieben Eva Spagna und E la luna Sylvester gefeiert.

Und dann war da noch das vergangene Jahr mitten im Juni. Das Haus hat unsere Freunde und unsere Familien beherbergt. Frau Bäumel hat uns bekocht. Wir haben am Strand gefeiert und im Haus getanzt. Ein unvergesslicher Tag.

Die Lichter gehen nicht wirklich aus. Das Seezeichen übernimmt. Die Mannschaft aber geht von Bord. So bleibt wohl nur eine weiterhin wunderbare Hülle. Wir aber hoffen, dass Frau Bäumel auf der Halbinsel bleibt. Sonst bleibt kulinarisch nur noch das wunderbare Schimmel´s in Wustrow. Und das wäre verdammt schade.

Am Ende des Tages sind wir leider nicht gefahren. Zu spät wäre es geworden. Kein Quartier war zu bekommen. Der Abschiedsgruss ist daher heute digital – mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Visualized Foursquare Checkins

Alexander Kluge’s Foursquare by WeePlaces.com.

Back in 2005 I tried to visualize my travel actvities by using Plazes and its IndyJunior maps. Still ask myself when I see new services like Facebook Places: where the hell did Nokia bury Plazes and why.

Winter at the Sea

Ahrenshoop

Kleine Erholungspause vom Reisewahnsinn der letzten Woche.

Angekommen

Wir sind angekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Angekommen an einem traumhaften Ort inmitten der südtiroler Alpenlandschaft auf dem Vigiljoch.

Von Oberstdorf bis Meran haben uns die Füsse getragen, und hier werden wir jetzt die Seele baumeln lassen.

Letzte Etappe

Aufbruch zur letzten Etappe. Nach einem wunderschönen Abend auf der Terrasse des jahrhundertealten Tisenhofs, ein Glas Rotwein vor uns, nette Gesprächspartner neben uns und ein Alpengewitter über uns haben wir selig im Heidi-Zimmer geschlafen. Hier fühlt sich schon alles nach Südtirol an.

Letztes Ziel mit Rucksack: durchs Schnalstal hoch zum Vigiljoch.

Wanderer-Typologien

Eine Woche lang hatten wir nun Gelegenheit, unserer Mitwanderer auf dem Weg über die Alpen zu beobachten. Dabei haben wir einige Typen als idealtypisch kategorisiert:

Der verhinderte Himalaya-Aktivist:
Ihn erkennt man am nagelneuen Kochgeschirr von Globetrotter. Abends, wenn alle Wanderer in der Hütte ihren Schweinsbraten essen, entzündet er draußen fröstelnd seinen Bunsenbrenner und erwärmt eine der mitgeschleppten Konserven. Während drinnen morgens um 6:00 müde Gäste Tee schlürfen, kocht dieser Typ bereits draussen sein Trinkwasser aus dem nahe gelegenen Bach ab.

Der Pilger de Luxe:
Er meint, die DAV Hütten sind Hotels der gehobenen Mittelklasse. Er duscht mindestens 15 Minuten, ignoriert, dass Wasser ein knappes Gut ist und fordert zum Frühstück Frischobst. “Wie? Nicht mal eine Banane oder eine Birne?”

Der Siedler von Catan:
Er erobert sein Nachtlager im Sturm. Überall im Zimmer wird sorgfältig der Inhalt des Rucksacks verteilt. Zwischen den Besitztümern werden dann noch Verbindungen mithilfe von Schuhen und Handtüchern geschaffen. Er benötigt mindestens drei Lagerplätze für sich und belegt zudem das gesamte für acht Personen gedachte Regal.

Das Mufflon:
Er grüßt grundsätzlich nicht. Es ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, dass man ihm Platz macht. An steilen Stellen passiert er unschuldige Wanderer, indem er sich am Rucksack des mühsam um Gleichgewicht ringenden Wanderers einfach wortlos festhält und vorbei balanciert. Das Mufflon ist meist deutlich übergewichtig.

Der halbstarke Gipfelstürmer:
Er hat gerade Abitur gemacht und ist aus Lloret de Mar zurückgekehrt, wie stolz Strohhut oder wahlweise T-Shirt verkünden. Meist trifft man ihn cool am Wegesrand mit einer Zigarette im Mundwinkel. Probleme hat er an steilen Wegstrecken, weil seine Hände in den Hosentaschen festgenäht sind.

Schnalstal

Wir haben uns doch von der Similaun-Hütte getrennt – nicht ohne zu beschließen, hierhin zurückzukehren. Dann mit Steigeisen und dem Vorhaben, den Similaun zu besteigen. 3 Stunden später sitzen wir im Tisenhof in Vernagt in Italien, trinken ein Glas Rotwein und können es noch nicht fassen, dass wir die Alpen überschritten haben.

Italien!

11:30 Ankunft auf 3019 Meter Höhe. Grandioser Blick auf Similaun und die Gletscher-Welt. Ötzi hat es 5300 Jahre früher genau hier erwischt, uns erwischt nur die gute Küche, die zum Bleiben einlädt.

Wir freuen uns über den ersten anständigen Espresso seit einer Woche. Was für ein Unterschied zwischen den Alpenvereinshütten nördlich dieser Grenze. Hier kocht man wie in Italien – und das in dieser Höhe. Überlegen, ob wir eine Nacht hier oben bleiben.

Auf dem Weg zu Ötzi

6:00 Wecken. Nacht im Lager war erträglich. Jetzt Aufstieg zur Similaun-Hütte auf den Spuren von Ötzi.

Martin-Busch-Hütte

Wieder 10 Stunden auf den Beinen. Nach dem endlosen Weg endlich in der Einöde angekommen. Freundlicher Empfang, alles viel angenehmer als auf der Braunschweiger Hütte.

Warum sich allerdings der größenwahnsinnige Herrmann Göring hier seinen Berghof hinklotzen wollte, bleibt unklar.

Blick auf den Similaun. Morgen geht’s auf 3000 Meter zum Ötzi.

Schäferstündchen

Endloser Ziehweg zum Martin-Busch-Haus. Karte versprach die Schäferhütte als Stärkung. Die einzigen, die sich hier stärken, sind die Schafe – wenn sie nicht schon als Hüttendeko dienen.

Vent

13:00 Ankunft in Vent, das Dorf der Farblichtbild-Vorträge. Wunderbarer 4 Stunden Weg von der Betonwüste des Tiefenbachferners bis hierher. Jetzt Kasspatzen und dann wieder rauf zur nächsten Hütte. Leichter Anstieg bis zur Martin-Busch-Hütte. Immer schon den Similaun im Blick, der morgen droht.

Die wesentlichen Dinge

Langsam relativieren sich die Dinge. Die lächerlichen Sorgen treten in den Hintergrund. Nun geht es jeden morgen um die wirklich wichtigen Dinge: habe ich ein Bett am nächsten Ort? Wo bekomm ich Trinkwasser her? Halten meine Knochen das noch aus?

Die Gruppe der Mitwanderer ist sichtbar kleiner geworden. In Zams hat so mancher lieber den Zug bestiegen. Man spürt die Anstrengung deutlich.

Jetzt weiter Richtung Rettenbachferner. Ziel heute: Martin-Busch-Hütte.