Kluger Toolset continued – Kalenderdramen

Es gibt da noch eine klitzekleine Kleinigkeit zum Thema Kluges Toolset. Generationen von Klugen Mitarbeitern arbeiten seit Jahrhunderten mit marktgängigen Kalender-Lösungen. Outlook, Lotus Notes, Google Apps. Alle bieten weitgehend nette Funktionalitäten mit Übersichten für mein persönliches Leben. In unserer aktuellen Umgebung mit Google Apps und MacOS bzw. iOS Frontend geben wir uns die Kalender gegenseitig frei, abonnieren Feiertagskalender oder lassen Geburtstage anzeigen. Alles prima. Keiner hat jemals über Drucken nachgedacht. Oder Jahreskalender im Listenformat.

Nun gibt es ja bekanntermaßen eine neue Personalsituation im Klugen Universum. Und plötzlich ist wieder das eingetreten, was man so fürchtet in der IT: Schattentools! Es gibt Mitarbeiter, die bauen sich Excel-Kalender für ihre Jahresübersicht. Händisch. Und die doppelte Pflege geht natürlich immer schief. 

Die Herausforderung: Eine führende Mitarbeiterin einer digitalen Reiseagentur will braucht eine einseitige Kalenderübersicht über das Jahr, in der sie die Termine beider geschäftsführender Gesellschafter nebeneinander in Monatsscheiben auf einer Seite sehen kann – und die man dann vielleicht in DIN A1 an die Wand nageln kann. Aber man kann es drehen und wenden wie man will: Aus Google Calendar ist das ebensowenig herauszuholen wie aus dem MacOS Kalender. Ich habe auch kein Tool gefunden, das mir eine solche Listenansicht liefert. 

Also, dear lazyweb, ist irgendwer da draußen, der mit ähnlichen “mission critical” Anforderungen zu kämpfen hat und eine Lösung für das Problem anbieten kann?

Kluger Business-Toolset

Es steht der Jahreswechsel an, und wir Klugen Konsorten hinterfragen nicht etwa Mindset oder Skillset, dafür aber unseren Software-Toolset. 

Grundprinzip soll bei uns sein: Cloud first. Alles muss aus der Steckdose kommen und auf allen mobilen Endgeräten laufen. Fangen wir an mit dem, was sich bewährt hat und einfach läuft:

 

Google Apps

Mail & Calendaring läuft alles über Google Apps. Gelegentlich Hangouts für Online Meetings. Läuft.

 

Dropbox Business

File-Sharing. Bis auf hypersensible Kundendaten ist da alles drin, jeder kann ran. Klappt super und reibungslos. Manchmal je nach Anforderung auch mal Google Drive, OneDrive oder Box. Aber am einfachsten und zuverlässigsten bei weitem immer noch Dropbox.

 

Slack

Interner Teamchat. Keine internen Mails mehr. Für Themenbereiche gibts Channels. Alles prima. Nahtlos auch für Kollaboration mit externen Partnern. Insbesondere wegen des simplen Switchen zwischen diversen Slack Umgebungen weit besser als Microsoft Teams, das einem beim berufsbedingten Hantieren mit verschiedensten Identitäten zum Irrsinn treibt.  

 

Harvest

Harvest regelt unsere Zeiterfassung. Super schlankes Tool. Alle Projekte mit Budgets werden dort bebucht. Übersichten, Warnungen bei bestimmten Schwellwerten (Budget-Überschreitung) etc. Simple iOS App, netter Mac OS Integration. Sehr schön. Hat sich auch bewährt.

 

Expensify

Reisekostenirrsinn. Wir reisen eigentlich ständig durch die Republik. Belege fallen ständig an. Belege fotografieren, texterkennen, oder simpel hinmailen – alles wird sauber zugeordnet. Expensify macht das Leben leichter und unserer Buchhaltung weniger Kopfschmerzen. 

Soweit läuft alles prima. Aber nun:

 

FiBu & Fakturierung aus der Steckdose?

Nun aber Finanzbuchhaltung und Fakturierung. Was bisher on premise läuft, wollen wir zum Jahresende ablösen. Seit Jahren nutzen wir Monkey Office als Buchhaltungssoftware und Fakturierung. Warum? Weil es einfach gut auf dem Mac implementiert ist. Allzu viel Auswahl gibt es da nicht. Das Thema lokale Installation, Datenbank-Synchronisation etc. will ich jetzt auch loswerden.

Also, liebe Gemeinde, was könnt Ihr empfehlen?

Einfachste Option aus unserer Sicht: Steuerberater hat ja eh DATEV und bekommt monatlich einen DATEV Export in CSV-Format, das würde ich gerne automatisieren. DATEV bietet mit DATEV Unternehmen Online eine Lösung, mit der wir direkt Daten erfassen und der Steuerberater gleich alles sieht. Klingt smart, scheint aber offenbar wirklich nur ein erweitertes Frontend zur Eingabe der Belegdaten zu sein. Fakturierung gibt es als Zusatzmodul. Könnte schlau sein, traue aber dem Braten nicht. Auswertungen gibts dann natürlich nur vom Steuerberater, klar, DATEV schützt seine Klientel.

Alternativ führt eine kurze Google Suche nach “Buchhaltung Cloud” zu einer großen Zahl von Anbietern wie Lexware oder SAGE, die auch eine DATEV Schnittstelle bieten und vermutlich noch ein paar mehr komfortable Funktionen. Aber ein Anruf bei einem ehrlichen Sales Menschen von Sage ergibt schon mal gleich: Irgendwann braucht man dann doch wieder einen Windows-Clients. 

So, und nun Ihr? Habt Ihr eine GmbH? Seid Ihr auch ein kleines, übersichtliches Team? Wollt Ihr auch von überall her flexibel Zugriff auf Eure Daten? Was habt Ihr im Einsatz für Fibu und Fakturierung?

Danke für Ideen und Erfahrungen!

Goodbye DriveNow

Liebe Elisabeth Strunkmann,

ich war jahrelang Euer treuer Kunde, ja, ich habe zig Leute zu Euch geschleppt. Auf unseren Digital Journeys durch Berlin lassen wir Auto- und andere Manager mittels DriveNow am eigenen Leib erleben, was Carsharing bedeutet.  So manch sinnloses Blech steht jetzt nicht mehr auf den Strassen in meiner Umgebung, weil Carsharing zumindest den Zehlendorfer Zweitwagen überflüssig macht.

2015 knipste uns Car2Go das Licht aus. Und ich war froh, dass es Euch gab.

Jetzt also das Ende unserer Freundschaft. Wie schade. Gefühlt war die Dichte der Fahrzeuge hoch in unserer Umgebung, es gab morgens kaum mehr Auswahl, abends waren viele da. Das deutet auf Nutzung auch bei uns hin. Aber anscheinend nicht genug für Euch.

Wer zuletzt lacht

Leonid Letzner spricht gerade in seinem Firmenfunk Podcast mit Gunther Dueck darüber, dass er sich ganz sicher keinen Verbrenner mehr holen wird. Und wir hatten das vor ein paar Jahren auch schon entschieden, als wir uns bei Tesla in die Schlange gestellt haben.

Heute dann in der Post, dass das Model 3 offenbar nun auch zum Anschauen nach Deutschland kommt, und Anfang 2019 ausgeliefert wird. Sieht so aus, als ob allen Unkenrufen zum Trotz Herr Musk auch in einem Zelt spaltmaßoptimierte Autos bauen kann, Gewinne erwirtschaftet und einigen das Lachen vergeht. 

Warum teuer oft preiswert ist

 

 
 
 
 
 
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Warum man einfach gute Sachen kaufen sollte: 10 Jahre alter #Rimowa macht schlapp. Rein in den Store. Neues Gestänge in 5 Minuten reingeschraubt ohne Diskussion. ?

Ein Beitrag geteilt von Alexander Kluge (@alecmcint) am

Hach, Bahn.

Liebe Bahn,

da bekommt man unterwegs so ein Mail von wegen Missbrauch, Punkteklau, böse Buben und Du musst jetzt sofort schnell handeln!

Aber bitte, so schreibt Ihr, reagiere nicht per Mail, denn keiner wird Dich lesen, sondern rufe sofort an, ja, “am besten telefonisch”!

Und dann sitzt man da und will handeln… und es was fehlt auf den ersten Blick? Eine Telefonnummer!

Nachdem die erste Schnappatmung überstanden ist, registriert der geneigte Leser: Da ist ja noch ein Anhang an der Mail. Darin enthalten: Viel Text, und zweimal die Telefonnummer 0180 6 340035:

*20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf

Top! Aber es geht ja um die eigene Sicherheit, dafür soll der Kunde dann auch mal zahlen. Also fluchs die Nummer vom Mobiltelefon aus gewählt, Minuten in der Warteschleife verbracht, und dann ein wirklich freundlicher, aber erstaunter Mitarbeiter: Und da rufen Sie bei mir an? Es ist nämlich die ganz allgemeine Bahn-Hotline, nicht etwa eine Hotline für schlimme Einbruchsfälle. Und mit denen kennt der Kollege sich nicht aus.

Nach einiger Recherche stellt sich raus: Es gab gar keinen Missbrauchsfall. Der Missbrauch besteht darin, dass ich zu viele Bahn Bonus Punkte habe. Und wer zu viele Bahn Bonus Punkte anhäuft, der wird …na? Präventiv gesperrt. 

Man kann es also kaum fassen, dass zu meiner eigenen Sicherheit mein Bahn Bonus Punkte Konto gesperrt wird, weil ich zuviele Bonus Punkte habe, ich dann die oben stehende Mail bekomme mit Aufruf zum Anruf ohne Rufnummer, ich keine kompetente Hotline genannt bekomme (Remember, ich habe schwarze Mamba! BC100 first, dafür würde man eigentlich einen roten Teppich erwarten bei der Bahn) und dann zur Lösung des Problems folgendes tun muss: 

“Schreiben Sie bitte eine Mail an den Bahncard Service” 

Moment? Eine Mail? Sollte ich nicht…anrufen? 

Liebe Bahn, warum macht Ihr mir es eigentlich so schwer, Euch lieb zu haben?

 

Fintech Startup Idea vs. Market

Madame Bovary oder wie ich lernte, die digitale Ruhe zu lieben

 

Weitblick mit @netzabine #südtirol #bergromantik #latergram #schatzerhütte

Ein Beitrag geteilt von Alexander Kluge (@alecmcint) am

Neulich war Urlaub. Aber: früher war alles besser. Vor allem die Ruhe im Urlaub. Mein Vater rief damals in den Familienurlauben seine Sekrertärin einmal pro Woche aus einer Telefonzelle am Urlaubsort an, ob irgendetwas wichtiges anlag. Sonst waren wir einfach nicht erreichbar. Ja, das war alles vor VUCA und Digitalisierung, und nein, ich bejammere unser digitales Schicksal nicht, ich stelle nur fest: Früher war Ruhe im Urlaub.

Als ich dann groß, erwachsen und selbständig war, kam schon bald e-Mail und mobiles Internet, und plötzlich war Schluss mit Ruhe im Urlaub – man konnte ja jetzt von überall kommunizieren, antworten, reagieren. Das Mittel der Wahl für den Frieden: Out-of-Office Agent anschalten, Vertretung benennen, wegfahren. Sich im Zweifel eine SMS schicken lassen.

Dann kam das ganze social Gedöns, privat und beruflich kaum noch auseinanderzuhalten, dutzende Kanäle. Vor zwei Jahren diskutierten wir an dieser Stelle “Kanal voll“. Nein, es liegt nicht an unserer digitalen Demenz und der Tyrannei der Technik. Es liegt an uns Menschen und unseren Erwartungen an und Einstellungen zu Zusammenarbeit und Kommunikation, wenn wir uns tyranniseren lassen wollen. Aber diese Erkenntnis allein hilft nicht, wenn man die eingetretenen Pfade der Daueraufmerksamkeit und Permanenterregung mal verlassen möchte.

Ganz konkret nun also aus dem aktuellen Urlaub: Wie nun umgehen mit dem freien Blick auf die Berge? Hier die Liste der Klugen Maßnahmen:

 

Notifications

Benachrichtigungen ausschalten für eine Reihe von Applikationen: Twitter, LinkedIn, Facebook. Keine Ungelesen-Zahlen mehr. Keine Benachrichtigungen auf dem Home-Screen. Die Folge: Man muss dann schon aktiv die Applikation öffnen und nachschauen, ob was ist. Die Oberfläche vermittelt plötzlich nicht mehr das Bedürfnis, dringend etwas nachschauen zu müssen.

Ganz konsequent abgeschaltet sind die Benachrichtigungen bei den social Apps nicht: WhatsApp als Familienkanal durfte weiter melden, das war mir wichtig. Vorteil für mich: Im Gegensatz zur Gattin gibt es in WhatsApp bei mir kaum berufliche Dialoge.

Wirkung: Sehr gut. 
Nachhaltigkeit: Einstellungen auch nach dem Urlaub beibehalten.

 

Out of office

Ankündigen, dass man mal weg ist, hilft auch. Wie sollen die anderen denn wissen, dass ich die Notifications alle abgeschaltet habe. Also: Abwesenheitsagent in Mailbox aktiviert. Check. Die digitalen Kanäle, auf denen man von mir eine Reaktion erwarten könnte, mit einer Statusmeldung bestücken. Check.

Wirkung: Mässig bis gut.
Nachhaltigkeit: Nach Rückkehr deaktiviert.

Grayscale

“Is the Answer to Phone Addiction a Worse Phone?” fragt die New York Times. Da war ich eher skeptisch. Aber es stimmt. Jetzt fehlen nicht nur die roten Ungelesen-Markierungen – das monochrome Layout lenkt nur noch den Blick auf textliche Inhalte. Bilder und Videos machen so eh keinen Spaß mehr. Und draussen ist jetzt das wahre bunte Leben.

Wirkung: Gut. Aber wenn man gerne Bilder macht mit dem Telefon, muss man plötzlich in Schwarz-Weiß denken.
Nachhaltigkeit: Bin derzeit wieder in Farbe unterwegs, könnte sich aber nochmal ändern.

 

Madame Bovary

Flaubert? Ja, Flaubert.

Ankunft in der Schatzerhütte, 2000 Meter Höhe, irgendwo zwischen Würzjoch und Brixen. Ein Balken und “E”. Also so gut wie offline. Die Lücken in der mobilen Breitbandversorgung sind durchaus hilfreich. Zumindest dann, wenn man dieses breite Band ja gerade nicht will.

Die Gattin hatte ihren Tolino dabei, den sie aber nicht vorher, als noch Netz war, betankt hatte. Die Folge: Keine Management-, Digitalisierungs-, #FutureOfHR-Literatur, sondern nur das vorinstallierte Buch: Madame Bovary. Gustave Flaubert. Meine Güte, hat uns das Spaß gemacht an den Abenden auf der Alm.

Wirkung: Gigantisch

Nachhaltigkeit: Schlecht. Zu Hause ist überall Empfang. 

 

Fazit? Dass man überhaupt über eine Woche Media-Diät reden muss, ist ja schon absurd. Nichts haben wir verpasst, die Welt hat sich ohne LinkedIn Kommentare und Retweets wunderbar weitergedreht. Menschen, die etwas von mir wollten, haben die Abwesenheitsnotiz gelesen und sich später gemeldet. Wir haben Madame Bovary gelesen und Sonnenuntergänge angestarrt. Und auch eine Woche später fühlte sich der Abstand zu den Threads, die die Welt zu bedeuten scheinen, gut an. Die Haltung versuche ich mir zu bewahren, das scheint gesund. 

 

Nachtrag:

Halt. Einen Kanal hatte ich vergessen: Telefon. Während alle Anliegen offenbar auch mal eine Woche Zeit hatten, hatte ein Geschäftspartner diese Zeit offenbar nicht. Er schrieb keine Mail, keine SMS, keine WhatsApp. Er rief an. Er sagte nicht, worum es geht. Er bekam keinen Rückruf, sondern eine SMS mit der Bitte um Mitteilung, um was es geht und wie dringend es ist. Ich werde es wohl nie erfahren. Dann wegen mangelnder Reaktion da oben auf der Alm bekam ich eine unschöne Quittung. Schon komisch, dass genau dieser Kanal offenbar sofortige Reaktion verlangte. Schade.

 

Neuland

Dr. Ole Wintermann, Bertelsmann Stiftung, über digitalen Darwinismus und die sechs Baustellen, die bei der global durchgeführten Delphi Studie für unser Land identifiziert wurden und bei denen wir uns hierzulande extrem schwer tun:

  • Die Neuaufstellung der externen Arbeitsorganisation: von einer pyramidalen Steuerung zu einer Holakratisierung und einem agilen Projektmanagement.

  • Die Ebene Arbeitnehmer: Berufe werden unwichtiger, Tätigkeit werden wichtiger. Wir erleben den digitalen Darwinismus. Formale Bildung versus informelle Bildung. Es gilt neue Karrierewege für Mitarbeiter auf temporärer und horizontaler Ebene zu definieren.

  • Dafür muss sich unser Arbeitsrecht auf einer stärker individuellen und kollektiven Ebene verändern. Doch diese Baustelle, kann nur mit den Tarifpartnern verändert werden.

  • Das tradierte Führungsverständnis. Es geht um das Coaching der Mitarbeiter, nicht Command-and-Control. Das Rollenverständnis gehört der Vergangenheit an. Zudem kann mit einer defizitären digitalen Kompetenz keine Innovation erfolgen.

  • Die Unternehmenskultur: Das Modell der Schornsteinkarrieren, durch die man nach oben kommen will, ist künftig nicht entscheidend.

  • Zuletzt die Technologie: Digitalisierung ist eine Querschnittsaufgabe. Die Nutzung von digitalen Messengern, Networking Tools und Chats ist gelebte Realität. Sie müssen endlich anerkannt werden.

 

Sowohl in den Führungsetagen der Unternehmen als auch in der Politik sieht es nach wie vor traurig aus mit dem Verständnis für die Umwälzungen, die uns bevorstehen.

So stellt auch Ole Wintermann fest:

“Die Generation der Unternehmenslenker lebt noch in der Informationswelt. Bei allen ab 50 ist die Information aus Radio und TV entscheidend. Bei den jüngeren ist es das Internet. Wir leben in verschiedenen Realitäten.”

Solange Unternehmenslenker und Politiker sich ihre Realität noch aus dem morgendlichen Pressespiegel konstruieren, kann sich daran nicht viel ändern:

Es verwundert daher auch nicht, dass zwei wesentliche Grundlagen für eine digitale Gesellschaft einfach nicht ernsthaft in Angriff genommen werden: die digitale Infrastruktur, Voraussetzung für Teilhabe Aller an digitalen Services und Basis für Vernetzung, gammelt vor sich hin und die digitale Bildung, Vorbereitung gerade der jungen Menschen auf eine digitale Zukunft, wird lieber weiter zugunsten von Fakten-Abfragen in renovierungsbedürftigen Schulen vernachlässigt.

 

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100 Tage


In 80 Tagen ist so mancher schon um die Welt gereist. Wir sind in 100 Tagen zum Halbmarathon gereist. Für zwei Wissensarbeiter, die die meiste Zeit ihres Lebens in Verkehrsmitteln aller Art oder in Workshop der transformatischen Art verbringen, war das eine Herausforderung. Geholfen hat die “In 100 Tagen zum Halbmarathon” App gepaart mit gegenseitiger Motivation und dem Ziel, den Oberelbe Halbmarathon mitzulaufen. 

Ziel war: Durchkommen. Erreicht haben wir 2:02:00 und 2:35:54. Wir waren stolz wie Bolle. 

Next Stop: Palma Halbmarathon. Ziel: Durchkommen bei der Hitze. 

 

Arbeit, Leben, Arbeit

Im vergangenen Jahrhundert war alles darauf ausgerichtet, das Leben um die Arbeit herum zu organisieren. Arbeitszeiten, Arbeitsorte, Arbeitsmittel. Alles sauber getrennt. Jetzt haben wir erstmals die Möglichkeit, Arbeit um unser Leben herum zu organisieren.

10 Jahre nach “Sie nennen es Arbeit” redet Sascha Lobo tolles Zeug über New Work im Podcast mit Christoph Magnussen und Michael Trautmann. Anhören!

Abspeckprogramm

Volker hat mich nach “Bargeldlos durch Deutschland” auf den Aarandano gebracht. Ich wollte zwei Probleme lösen: Die viel zu fette Geldbörse loswerden. Und im Selbstversuch probieren, wie weit ich in diesem Land ohne Bargeld komme.

Ziel 1: Abspecken

Ziel 1 ist weitgehend erreicht und fühlt sich gelungen an. Die wesentlichen Kreditkarten sind dabei. Personalausweis ebenso, Bahncard 100, alles smart verpackt, und mit dem kleinen Münzfach auch immer noch ein paar Euro dabei. Papiergeld klemmt unter dem Band, denn… von Ziel 2 sind wir noch sehr weit entfernt.

Was fehlt noch? Ich besitze noch einen originalen „Lappen“: Führerschein aus dem Jahr 1986. Bisher habe ich mich aus Nostalgiegründen geweigert, ihn umzutauschen. Ich fürchte, es wird Zeit.

Schwieriger wird es mit dem Fahrzeugschein, denn den gibt es nicht in Kreditkartenformat. Lösung bisher: Keine. Kopie im Auto braucht nämlich keiner anzuerkennen, auch wenn einige die Kopie im Handschuhfach mitführen.

Weniger problematisch, aber durchaus ein Thema: Abholzettel und Rechnungen, die man aufbewahren sollte. Normalerweise sammeln die sich im Geldbeutel, jetzt muss man sehr diszipliniert sein mit den kleinen Papieren. Ordentlich falten und unter das Gummi klemmen und sehr sehr schnell daheim in den großen Schuhkarton entsorgen, der dann zur Buchhaltung geht.

 

Ziel 2: #NoCash

Von diesem Ziel bin ich meilenweit entfernt. Daten-Diätler werden mir eh raten, dieses Projekt mal ganz schnell wieder zu beerdigen. Ich will mich aber nicht von Orwell schrecken lassen, sondern einfacher und bargeldlos durchs Leben kommen.

Erste Vorkehrungen: Edeka App installiert und registriert. Ebenso die Datenkraken-App Payback Pay, mit der man bei DM, Rewe & Co auch mal was zu Essen bekommen soll. Diverse andere Dienste nutze ich schon bargeldlos mit den jeweiligen Apps: MyTaxi, MotelOne, Lufthansa, etc.

Erstes Erlebnis beim lokalen Rewe um die Ecke: Payback Pay ist groß angepriesen, aber der Kassierer verzweifelt an der Bezahlung. Ich auch. Und nach vielen Minuten hinter mir auch jede Menge ungeduldige Kunden. Sehr peinlich. Offenbar braucht es dafür noch mehr Schulungen in den beteiligten Geschäften. Letztlich also mit der EC Karte gezahlt, ging dann halt auch.

Nächstes Erlebnis: Die Reinigung um die Ecken nimmt die Hemden erst gar nicht an, wenn man nicht Bar zahlt. Next Step also: Die Dienstleister identifizieren, die wenigstens ein EC Lesegerät ihr eigen nennen. Eigentlich in der heutigen Zeit kein Ding, wir haben selber einen iZettl für den Hyggelig Berlin Verkauf. Aber mindestens jeder zweite Berliner Taxifahrer tut sich damit ja auch schwer, obwohl er die Wegelagerer-Gebühr von 1,50 Euro, die ihm die Berliner Taxi-Innung zugeschustert hat, kassieren könnte.

Nun der Reiseantritt letzte Woche, nächste Lehrstunde in Sachen #NoCash: der Zugbegleiter nimmt schon mal keine anderen Zahlungsmittel als Bargeld. Zum Glück reicht für den Cappuccino das minimal bestückte Geldfach im Aarandano.

Spannend wird es dann auf dem Lande: Angekommen vor den Toren der Bischofsstadt Limburg sind Taxis Mangelware, und wenn sie da sind, dann horchen sie natürlich nicht auf MyTaxi und nehmen natürlich auch nur Bargeld. Begründung: “Wir haben hier überall so schlechten Empfang, die Geräte gehen nicht.” Willkommen in der analogen Republik. Nothalt am Geldautomaten, Problem vorerst gelöst.

Abends dann in der fremden Stadt sucht der Reisende eine Osteria seines Vertrauens auf, und auch hier gilt: Nur Bargeld lacht. Das wiederum kann einem ganz prima auch in beliebigen Lokationen in Berlin passieren, verursacht aber bei geringer Geldautomaten-Dichte auf dem Lande für Schweißausbrüche.

Zwischenfazit: Der Selbstversuch #NoCash wird weiter getrieben. Minimales Gepäck dabei zu haben, ist ein Wert an sich. Interessanter Nebeneffekt: Man will natürlich kein Wechsel-Geld mehr. Und wird damit noch großzügiger beim Trinkgeld. Auch gut fürs Charma.

Masters of Transformation: Transformation muss aus der Mitte kommen

Heute gibt es was auf die Ohren: Eine Stunde das “kluge Transformation Couple”. Wer wissen will, wie wir so beruflich ticken, ist eingeladen, eine Stunde zuzuhören. Wer sich wiederfindet, wir freuen uns auf Lob. Wer zuhört und mit Kopf schüttelt, dessen Kritik ist umso willkommener.

Einen lieben Dank an Ingo Stoll, der unvergleichlich eine Atmosphäre der Vertrautheit schafft und damit uns und die Zuhörer mit auf eine Reise durch unsere Arbeitswelt nimmt. 

Hier geht es zur -> Episoden-Seite des Master of Transformation Podcasts

Bargeldlos durch Deutschland

Heute morgen habe ich beim Verlassen des Hauses meine viel zu schwere und viel zu dicke Geldbörse vergessen. Enthalten ist eigentlich nur wenig Geld, dafür umso mehr Kreditkarten, Führerschein, Personalausweis, Bahncard 100.

Während man in einigen Länder, insbesondere in Nord-Europa, weitgehend bargeldlos überleben kann, ist das hierzulande kaum möglich. Es gibt ein paar Insellösungen einzelner Handelsketten, aber ohne harte Münze oder Plastik geht meist nicht viel, ist mein Eindruck.

Konkrete Folgen: Kein Brötchen beim Bäcker. Oder auch: Ärger mit der Fahrkartenkontrolle – nicht nur, dass eine Bahncard 100 NICHT in der App erscheint, eine BC25 oder BC50 schon, auch wird man gerne nach dem Ausweis gefragt, um wiederum die Bahncard zu authentifizieren.

Meine Frage an Euch: Wie würdet Ihr bargeldlos und vielleicht sogar noch plastiklos überleben hierzulande? Apple Pay via Boon? Sämtliche Handelskonzern-Apps registrieren, von Rewe bis Reichelt? Hoffen auf das deutsche Bankenwesen? Was meint Ihr?

Update: Hinweis auf Twitter von Marc-Oliver Schaake auf sein nocash.blog

Update 2: Noch ein Update zu Plastik, aber #NoCash: Volker packt Kreditkarten smart

Stolz

Die Gattin auf der Bühne der Elbphilharmonie, geehrt für ihr #NewWork Engagement. Hach.

Am Freitag gibts was auf die Ohren

Fifty

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Den Verrückten gehört die Welt

Habe mich gestern wie ein kleines Kind gefühlt. Der Verrückte aus dem Silicon Valley hat mir echte Gänsehaut beschert: Die Synchron-Landung der beiden Seiten-Booster wirkte wie aus einem Science Fiction Film.

Wir leben in irren Zeiten.

 

Rocket LZ 1 and 2

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Tonspur:

Analoge Agenda

Jahresanfang, Jahresabschlusszeit. Eines der in den letzten Jahren gut eingeübten Rituale: Kontenabgleich für Lohnsteuer, Körperschaftssteuer etc. Man bittet das zuständige Finanzamt um Kontoauszug und bekommt traditionell einen briefkastenfüllenden Papierstapel mit detaillierten Kontoauszügen für alle Konten bis zurück zum Gründungsjahr 2008 zugesandt.

Ich hatte die Hoffnung, dass wir endlich in diesem Jahrtausend angekommen sind und fragte dieses Jahr per Mail an:

An: poststelle@fa-koerperschaften-iii.verwalt-berlin.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte senden Sie mir zwecks Kontenabstimmung die USt – KöSt- und Gewerbesteuerzahlungen des Jahres 2017 für die Steuernummer xx/xxx/xxxx

Ist es möglich, diese Ausdrucke wirklich nur auf das Jahr 2017 zu beschränken – oder noch schöner: Ist es möglich, diese Daten als CSV/XLS Datei zu erhalten? Das wäre ja wunderbar digital!

Herzlichen Dank
Alexander Kluge

Antwort: Eine handschriftliche Notiz auf dem Deckblatt: “Die Beschränung auf 2017 sowie die Übersendung auf elektronischem Weg sind wg. technischer Restriktionen nicht möglich”. Anbei dann der übliche Stapel Papier, der sicher ab nächstem Jahr in einem Leitz-Ordner ausgeliefert wird.

Vermutlich müssen wir alle schon froh sein, dass e-Mails an Behörden überhaupt gelesen werden. Hach.

Hyggelig Hus für Architektur- und Design-Fans

Ein wunderbarer Bericht über unser “Hyggelig Hus” auf dem Blog “Himmelblau und Barfuss“:

1990 entdeckten die beiden Unternehmer Fischland-Darß für sich.  Nicht mehr losgelassen von dem malerischen Kleinod, haben sie sich in der Ahrenshooper Schifferkirche sogar das Ja-Wort gegeben. Und immer  von einem Haus unter Reet geträumt. Jetzt haben Sie sich diesen Traum erfüllt und teilen ihn gern mit Menschen, die das Schöne lieben und den „kleinen Unterschied“ wahrnehmen und erkennen können.

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