Eingemauert

Ich habe heute erst die Zeit gefunden, dieses Video anzuschauen. Die Zeit mit der Mauer ist bei mir fast verblasst, obwohl sie in meinem Leben als West-Berliner ein fester Bestandteil war. Ein paar Jahre meiner Kindheit habe ich sogar mit Blick auf dieses Bauwerk gelebt. Als die DDR sich entschloß, den Drahtzaun, der den Todesstreifen nach Westen an der Grenze zu Kleinmachnow hin absicherte, durch eine 3 Meter hohe, strahlend weiß gestrichene Mauer zu ersetzen, zogen wir weg. Das Knattern der Grenzer-Trabis, die Wachtürme und Scheinwerfer sind durch diesen Film wieder in meine Erinnerung gekommen. Die entwürdigenden Grenzkontrollen, die ermüdenden Fahrten auf der Transitstrecke, der Gestank in den Klamotten nach Reinigungsmittel und Braunkohle-Heizung nach der Rückkehr aus Ost-Berlin.

Oft, gefühlt sogar immer öfter, höre ich, wie gut doch vieles war im Osten vor der Wende. Werde in Zukunft sicher auf diesen Film verweisen, damit diejenigen, die die Vergangenheit verklären, erkennen, welchen Preis sie eigentlich für die angebliche Brüderlichkeit und Solidarität in der sogenannten sozialistischen Gesellschaft zahlen mußten.



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