PR Report: Mit Leidenschaft liken

PR Report Alexander Kluge
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Auszug auf PR Report 07-2015 zum Thema Social Intranet

„Allein die Bereitstellung eines Werkszeugs motiviert niemanden, das Werkzeug auch zu nutzen“

Die fünf größten Enttäuschungen, die Mitarbeiter nach dem Launch eines Social Intranet in ihrem Unternehmen erleben, beschreibt Alexander Kluge.

„Sie werden schon kommen!“

Der Vorstand gibt grünes Licht, die IT installiert das interne Social Network, alle Mitarbeiter erhal- ten Zugang und es passiert – Nichts.
Social Intranet bleiben tote Dörfer, wenn Nutzer nicht geschult werden, wenn kommunikative Maßnahmen den Einführungsprozess, der Jahre dauern kann, nicht begleiten und interne Widerstände nicht aufgenommen und thematisiert werden. Al- lein die Bereitstellung eines Werkzeugs motiviert niemanden, das Werkzeug auch zu nutzen.

Merke: Eine SAP-Einführung kann man verord- nen, die Nutzung des Social Intranet beruht auf Freiwilligkeit. Da hilft es auch nicht, zwangsweise den Kantinenplan nur noch im Social Intranet be- reitzustellen.

„Das Ende der Hierarchie ist nahe!“

Der Traum: Das Vorstands-Blog symbolisiert Offenheit. Die Führung wird transparent und fordert direktes Feedback von allen Mitarbeitern ein. Jeder kann ungefiltert mit dem Chef interagieren. Die Realität: Die Unternehmenskommunikation schreibt in bester Pressemitteilungs-Art die Blogbeiträge des Vorstands. Authentisch geht anders. Beim ersten kritischen Kommentar wird gelöscht. Der Dialog ist vorbei, bevor er begonnen hat

„Das Denken in Silos gehört der Vergangenheit an!“ – „Endlich können alle gemeinsam an Projekten arbeiten!“

Der Irrglaube: Das Social Intranet führt direkt zu einer optimalen Zusammenarbeit im Unterneh- men. Die Wahrheit:Wer im „echten“ Leben im Unternehmen nur als Einzelkämpfer Projekte stemmt, wird durch ein Werkzeug nicht plötzlich zum Teamplayer. Wenn keine „kollaborative“ Arbeitskultur im Unternehmen etabliert ist, sondern Abteilungsdenken und Misstrauen vorherrschen, wird auch ein Werkzeug das Problem nicht lösen.

„Mit unserem Wiki machen wir das ganze Wissen in den Köpfen für alle verfügbar“

Die Hoffnung: Wikipedia ist die größte und beste Enzyklopädie der Welt. Ein Wiki wird also endlich unser Unternehmenswissen jederzeit und immer dort, wo wir es brauchen, verfügbar machen. Die Enttäuschung: Wo Millionen Menschen ihr Wissen in ihrer freien Zeit gemeinsam für eine bessere Welt einsetzen, stehen im Unternehmen nur wenige Menschen bereit, die überhaupt Beiträge verfassen würden. Eine Faustregel sagt: 90 Mitarbeiter lesen mit, neun Mitarbeiter kommentieren vielleicht mal, aber nur einer erstellt aktiv Inhalte. Im schlimmsten Fall bekommen diese wenigen Menschen aber kein Zeit-Budget, um Inhalte für Kollegen ordentlich aufzubereiten. Wikis in Unter- nehmen brauchen „Wiki-Gärtner“, die Inhalte pflegen und kuratieren. Es braucht Zeit-Budgets und Anerkennung von Wissensarbeit. Sonst weht der Wind durch leere Wiki-Flure.

„Das Ende des E-Mail Terrors ist endlich gekommen“

Der Wunsch: Endlich der E-Mail-Flut Herr werden. In Unternehmen ist die E-Mail zur größten Fußfessel geworden. Mit der großzügigen Ausstat- tung mit Mobilgeräten verfolgen die E-Mails den Mitarbeiter rund um die Uhr. Die privaten Mailbo- xen sind das Archiv aller Korrespondenz und aller Vorgänge – gut verborgen für alle Kollegen. Mit Mails an alle in cc oder bcc sichern wir uns ab. Das Social Intranet macht Schluss damit.

Die traurige Wahrheit: Auch wenn einige Vorreiter wie der IT-Dienstleister Atos es gern behaupten: die E-Mail hält sich hartnäckig. Schlimmer noch. Die Zahl der Kanäle, die nun Mitarbeiter „überwachen“ müssen, wird immer größer. Status-Updates aus Communities, Chats aus dem Messenger, ein nicht enden wollender Activity Stream mit nur nach Zeit, aber nicht nach Relevanz sortierten Bot- schaften aus dem Social Intranet überfordert die Mitarbeiter. Ohne Struktur, ohne Training, wie man Informationen im Web 2.0 filtert, Informationsquellen folgt oder „entfolgt“, intelligentes Tagging zum Strukturieren von Informationen nutzt, ist der Mitarbeiter verloren. Und wünscht sich die E-Mail zurück.

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