Archive for the 'Kluges Leben' Category

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Social Business Masterclass: Wissen teilen und voneinander lernen

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Das wird wohl ein spannendes Experiment: Am 25. März habe ich die Ehre, im Vorfeld der ICS Usergroup Tagung in Bremen gemeinsam mit Luis Suarez einen Tag zum Thema „Social Business Adoption & Adaptation“ zu gestalten. Luis ist einer DER „Social Business“ Evangelisten, auch wenn er selbst diesen Begriff ebenso wie ich nur noch spärlich verwendet. Vielmehr geht es um die digitale Transformation, neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen, neue Führung und Organisationsformen um Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Wir werden an diesem Workshop-Tag nicht aus 10.000 Meter Flughöhe auf die Szenarien rund um die Implementierung von internen sozialen Netzwerken schauen, sondern sehr konkret und interaktiv auf Anwendungsfälle in Unternehmen eingehen, den Umgang mit Ängsten und Widerständen diskutieren und Möglichkeiten vorstellen, diese neuen Technologien für das Management des digitalen Wandels einzusetzen.

Ein deutsch-englisch-spanisches Experiment. Es sollte für alle Teilnehmer eine Bereicherung sein.

Anmeldung zum Workshop -> hier.

Autoliebe

DriveNow Car Sharing

In der „Gründerszene“ gab es gestern das „Märchen vom Car Sharing“ zu lesen. Die nackten Zahlen zeigen offenbar, dass die großen Anbieter noch keinen Euro mit dem Thema verdienen. Der Deutsche setzt sich am liebsten noch ins eigene Auto.

Ich gehöre zu den frühen Kunden der großen Anbieter DriveNow und Car2Go. Ich bin grundsätzlich dem Thema Sharing Economy gegenüber aufgeschlossen, bin zwar altersmäßig kein Digital Native, aber doch ein Ureinwohner von Digitalien, und bin Innovationen gegenüber sehr aufgeschlossen. Man könnte auch sagen, ich bin ein Spielkind. Ich probiere neues Zeug gerne aus. Insofern bin ich sicher nicht vergleichbar mit der Grundgesamtheit der deutschen autofahrenden Bevölkerung.

Aus dieser nicht ganz repräsentativen Perspektive stimme ich dem Tenor des Artikel nicht zu. Wir haben als Familie seit Jahren nur noch ein Auto. „Nur“, weil es zum Standard der gut bürgerlichen Familie im Berliner Südwesten, in der die beiden Erwachsenen geregelten Tätigkeiten nachgehen, Kinder irgendwohin gebracht und von irgendwo abgeholt werden wollen, mindestens zwei Autos gibt. Manchmal auch drei. Oder mehr. Zwei davon werden jedenfalls immer bewegt.

Wir besitzen also ein Auto. Vier Sitze mit ohne Dach. Also eher ein Freizeit-Auto, das auch mal für lange Strecken taugt und überwiegend mit einer Zweier-, Dreier- und selten Vierer-Besetzung genutzt wird.

Wir haben keinen SUV. Wenn wir einen SUV bräuchten, einmal im Jahr zum Ski-Fahren, dann leihen wir ihn uns halt. Wenn wir zwei Autos bräuchten – und das kommt oft vor – dann steht irgendwo ein Mini von DriveNow oder ein Smart von Car2Go in maximal 300 Meter Entfernung herum, den ich mir dann nehme. Im Ballungszentrum Berlin ist zudem der Nahverkehr so gut ausgebaut, dass es heute keine Rechtfertigung mehr gibt, so viel Blech vor der Tür rumstehen zu haben.

Ist Car Sharing nun teuer? Für den Zweitwagen-Ersatz sicher nicht. Ein kurzer Blick auf die Zahlen:

  • Ich habe für Car Sharing im letzten Jahr laut Buchhaltung brutto 355,43 EUR verbucht, pro Fahrt im Schnitt 8 Euro.
  • Auf das Konto Nahverkehr in Berlin gehen dann nochmal 309,20 EUR, da ich oft zu Kunden in die Innenstadt pendle. Anrechnen darf man das nicht vollständig, denn die 2,20 Euro pro Fahrt oder mehr würde ich sonst in Parkgebühren investieren müssen. Die entfallen sowohl bei ÖPNV als auch bei Car Sharing
  • .
    355,43 Euro für die einjährige Nutzung eines ordentlichen Zweitwagens, ohne sich um Anschaffung, Benzin, Wartung, Parkgebühren, etc. zu bemühen – das ist eigentlich sehr ok.

    Meine These: Der Durchbruch mag noch nicht da sein. Aber die kommende Generation wird das massiv nutzen. Autos haben zum Leidwesen der deutschen Premiumhersteller längst ihre Bedeutung als Statussymbol verloren. Die Innenstädte sind verstopft und Parkplatzsuche nervt. Will man da ein Auto besitzen als junger Mensch? Die Umfragen sagen: Nein.

    Was kommt dann? Irgendwann werden wir nicht mal mehr das Auto leihen. Es wird einfach kommen. Der Service steht im Mittelpunkt, nämlich sicher von A nach B zu kommen. Dafür werden dann ganze Flotten autonomer Fahrzeuge durch die Strassen cruisen. Hübsch ist so ein Auto vielleicht nicht, aber dafür kann man auf der Fahrt chatten, arbeiten, telefonieren. Die Zukunft hat in den USA schon begonnen. Wenn die Gesetzgebung endlich in Deutschland geändert wird, dann wird das vielleicht hier möglich.

    -> 6 Things I learned from riding in a Google Self-Driving Car

    Die Sache mit dem Band

    Das Microsoft Band ist nun eine Weile Familienmitglied. Vorneweg: Die Gattin ist extrem glücklich. Das Armband virbiert bei SMS und Anruf des Gatten, es weckt sanft am morgen, es zählt zuverlässig Schritte, zum Joggen hat es ein GPS an Bord und es analysiert den Schlaf. Außerdem zählt das Band die Kalorien, die sie verbraucht. Und sie glaubt dem Band.

    Ich glaube dem Band nicht. Noch nicht.

    Kurzer Blick auf den Runkeeper. „Donnerstags Lauf“ mit der Gattin. Runkeeper vermeldet 4,18 km, 326 verbrauchte Kalorien, und ich bin laut iPhone GPS wirklich um den See gerannt:

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    Das Microsoft Band meldet andere Werte. Erstaunlicherweise bin ich nur am linken Ufer des Sees entlang gerannt. Lustig, aber ohne jeden Mehrwert die Darstellung der Streckenteile, bei denen ich wie eine Schnecke unterwegs war:

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    Obwohl Länge und Dauer ungefähr gleich sind – das Band war anfangs widerspenstig – attestiert das Band einen Verbrauch von 433 Kalorien. Das ist dann schon deutlich mehr, als der Runkeeper meint.

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    Spannend ist natürlich auch die Herzfrequenz. Das Band meint, dass die durchschnittliche Herzfrequenz bei 151 lag. Spitzen bei 172. Das ist viel. Bei einem so bequemen Läufchen zu viel.

    Auf dem Laufband im Sportstudio stelle ich fest, dass das Band anfangs Herzfrequenzen meldet, die zum Teil 20% über den Werten des Steppers liegen, auf dem ich trainiere – und sich später auf gleiche Werte erst einpendelt.

    Auch der Kalorienverbrauch ist zu hoch. Ich komme an manchen Tagen auf astronomische Werte:

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    Ein merkwürdiger Fehler, der nur bei mir auftritt, aber nicht bei meiner besseren Hälfte, ist die Erfassung von Geburtsmonat und Jahr. Die App speichert ums Verrecken nicht die beiden Daten. Oder besser: Speichern tut sie, aber die Felder bleiben leer. Der Microsoft Support meint, dass sich die Kalorienverbrauch nur an Gewicht und Größe orientiert und die Abweichung nicht am fehlenden Alter liegt. Ich glaube das aber nicht recht.

    Das heutige Update der Microsoft Health App brachte auch ein Update der Firmware auf 1.3.1209.1, aber am Speicherproblem der Geburtstdaten ändert das nichts.

    Mein Eindruck: Das Band läuft bei mir noch nicht ganz rund. Aber die Frau gibt es nicht wieder her.

    Visionen

    Arthur C. Clarke (Autor von „2001: A Space Odyssey“) prognostiziert schon 1974, wie im Jahr 2001 der Computer und das Netz unser Leben verändern wird. Seine Visionen für die Eroberung des Weltalls im Jahr 2001 sind dagegen nicht wahr geworden.

    Außer Rand und Band

    Microsoft Band

    Der Weihnachtsmann scheiterte am Hauptzollamt. Jetzt ist die Lieferung angekommen.
    Vor etwas einem Jahr waren wir ausgestiegen aus dem Fitness Tracker Geschäft. Schritte zählen war spannend, aber auf die Dauer ohne großen zusätzlichen Erkenntnisgewinn. Das iPhone 5S und das neue iPhone 6 zählten ab dann die Schritte auch verläßlich. Für die Runden um den See ist nach wie vor der Runkeeper auf dem iPhone die Wahl, das Flex wurde anderen bedürftigen Sportlern weitergegeben.

    Nun also das Microsoft Band. Eines wird schnell klar: Das Band ist ein Fitness Tracker, keine Smartwatch. Das Display zeigt das nötigste an, aber interagieren will man mit dem Gerät nicht. Das spannendeste Feature ist die Pulsmessung. Natürlich kann das Band Schritte zählen, Schlafqualität tracken, Uhrzeit anzeigen und auch ein paar Zeilen SMS anzeigen. Entscheidend für uns war aber der Heartrate Monitor. Und der funktioniert erstaunlich gut.

    Auch sehr positiv: Das Band hat GPS an Bord, im Gegensatz zur ersten kommenden Version der Apple Watch. Damit muss das iPhone nicht mehr mit zum Waldlauf, es reicht das Band. Auch die Offenheit ist positiv, das Band verträgt sich mit iOS, Android und natürlich Windows Phone – und es konnektiert eine Reihe von anderen Fitness Plattformen.

    Erste Downside: Das Band ist unbequem. Ich musste auch erst über andere Reviews darauf kommen, das Band mit der Display-Seite nach unten zu tragen. Dann sieht es auch nicht unbedingt so klobig aus, es trägt sich ein wenig besser. Hübsch ist es dennoch nicht. Aber es soll ja auch nur ein Fitness Tracker sein. Smartwatch kommt später.

    Zweites Manko: Das Band ist nicht wasserdicht. Ich wiederhole: Es ist NICHT wasserdicht. Das ist für mich eigentlich einer der größten Nachteile. Das Fitbit Flex habe ich immer getragen. Nach dem Lauf der Sprung in den See – kein Problem. Nach dem Sport ab in die Sauna oder unter die Dusche ist jetzt nicht mehr.

    Einen Fitness Tracker will man eigentlich immer tragen. Das führt dann auch zum letzten Punkt: Ein Fitbit Flex hat man einmal pro Woche geladen, das Band muss alle zwei Tage an den Strom. Je mehr GPS Nutzung, desto schneller. In der Zeit misst das Ding natürlich nichts.

    Das Band wird jetzt dem familiären Dauertest unterzogen. Die Gattin ist sehr glücklich. Immerhin vibriert jetzt das Band am Handgelenk, wenn ich anrufe. Vorher verhallten meine Anrufe ungehört in der Handtasche. So ein Band kann zumindest Ehen retten.

    Jahresendweihnachtspost.

    „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen…“

    Aufgeschrieben von Astrid Lindgren. Ausgeliehen beim Herrn Haydecker. Stellvertretend für den im Klugen Haus immer geäußerten, aber nie realisierten Wunsch nach „einfach mal blöd gucken“.

    Wünsche Euch allen wunderbare Feiertage, schaut einfach mal auch, wie Farbe an der Wand trocknet – 2015 wird noch aufregend genug.

    Damit amal a Ruh is

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    Ich liebe die Sperrliste der Fritz!Box. Und sie wird täglich länger.

    War wohl ganz gut

    FeedbackHeise

    Schönes Zuhörer-Feedback zu meiner letzten Predigt zum Thema Einsatz interner sozialer Netzwerke auf der Heise-Konferenz „Social Intranet“. Freut mich.

    IBM presents #NewWayToWork

    Telekom hilft nicht (Update: Ein bisschen)

    iPhone und iPad tun nicht in Schweden. Sonst tun sie immer und überall. Nach kurzem Connect gestern früh, 6 MB Traffic, habe ich nun nichts mehr von meinem 150 MB Week Pass EU für 14,95 Euro.

    Ungefähr 45 Minuten hing ich in der Warteschlange der Hotline, dann wurde fleissig hin und her geschaltet, Experten rückgefragt, und telefonisch mitgeteilt: Die Schweden haben ein Problem. Wird sich schon lösen.

    Hat sich aber nicht gelöst. Und merkwürdig ist auch, dass dann angeblich alle Schwedischen Provider das gleiche Problem haben, denn ich kann hier alle möglichen Netze probieren, bekomme dann auch eine 3G oder LTE Verbindung, nur weiter gehts dann halt nicht.

    Hilft Telekom?

    Ja, war klar. Erstmal die Deppenfrage. Ist ok. Habe ich aber alles schon hinter mir.

    Nun denkt man nach bei Telekom hilft. Hilft aber nichts.

    Oh, prima Idee. Ich opfere also alle meinen hinterlegten Passwörter. Hilft aber nix. Im Netz findet sich zu dem Problem immer gerne der Hinweis, dass da irgendein Setting in meinem Nutzer- oder Serviceprofil bei der Telekom nicht richtig gesetzt ist.

    Und jetzt. Schweigen.

    Update 18:09

    Ein Formular! Juchu! Vermutlich ja sich keiner der Programmierer mal angeschaut, wie unbedienbar dieses Formular auf einem iPhone ist. Ist ja vermutlich auch ein seltener Anwendungsfall, dass jemand ein Problem mit der Telekom mobil twittert.

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    Aha, man ist sich des Problem offenbar bewusst:

    Update 19:16

    Jawoll! Ein unglaublich netter Kollege der Telekom klingelt mal durch. Netter Typ, duzt mich gleich, und sehr engagiert. Er kann zwar auch nur mal wieder in der Technik nachfragen, aber sehr professionell in der Kommunikation. Respekt.

    Update 19:22

    Versprochener Rückruf des netten Kollegen. Leider keine guten Nachrichten. Offenbar doch irgendein Problem zwischen Schweden und Deutschland. Und betroffen sind beide möglichen Provider. Ob das Problem bald gelöst ist? Leider keine Auskunft möglich.

    Update 15. November, 10:30

    Nix geht. Verraten und verkauft als Telekom-Nutzer in Schweden. Schade.

    Aber nochmal danke an das Social Media Team. Kundenberuhigung habt Ihr gut gemacht.

    Die Mauer

    Berlin Wall Animations from Till Nowak on Vimeo.

    Beeindruckende Animation. Ohne große Worte. Man muss wirklich nicht mehr diskutieren, warum dieser kaputte Staat, der seine Bürger einsperrte, ein Unrechtsstaat war.

    Rückblick auf die Rückblende: Der Kluge 9. November 1989

    Vor 5 Jahren haben wir erst Mauerstücke bemalt, um diese dann symbolisch fallen zu lassen. Heute ist der Mauerfall 25 Jahre her. Ein guter Anlaß, den alten Post nochmal herauszukramen. Nur, dass heute statt Fall der Mauerstücke die Lichtergrenze abheben wird.

    Hier der Text vom 9. November 2009:

    Mauerfall

    Gestern waren wir mit den Kindern an der Mauer. Die neue Mauer besteht aus 1.000 Styropor-Steinen, erstreckte sich über 1,5 Kilometer entlang des ehemaligen Mauerstreifens rund um das Brandenburger Tor und wird heute am 20. Jahrestag des Mauerfalls medial wirksam beim „Fest der Freiheit“ umstürzen.

    Wir suchten und fanden „unseren“ Mauerstein, und plötzlich waren wir mittendrin. Die Fragen meiner Kinder, die nie eine Mauer kannten, die mit den Begriffen Ost und West nur noch Himmelsrichtungen verbinden, die weder mit dem Trabant den typischen Ostgeruch noch mit dem VoPo ein flaues Gefühl oder mit dem Broiler ein Grillhuhn verbinden, diese Fragen brachten uns zurück in die Vergangenheit.

    Was war los in meinem Leben rund um die Ereignisse des 9. November 1989? Der Anruf, dass wenige Kilometer von mir entfernt der Teufel los war, erreichte mich – im Bett. Warum ich schon um 22:00 im Bett liege statt wie jeder anständige Student am Tag im Hörsaal zu schlafen und nachts um die Ecken zu ziehen – ich weiß es nicht. Ich erinnere mich, dass ich es auch nicht so richtig fassen konnte. Für den West-Berliner, aufgewachsen mit Mauer, Grenzposten, 100 km/h Limit in der Zone, Braunkohlegeruch bei Ostwind, schikanösen Grenzkontrollen und Zwangsumtausch bei den rituellen Familien-Ausflügen in den Osten, war der Fall Mauerfall undenkbar. Handy gabs noch nicht, Internet auch nicht, aber damals war ich noch Fernsehbesitzer, also Glotze an und die Bestätigung geholt: Es stimmte.

    Von da an gab es nur noch wenig Schlaf. Einer meiner Ex-Mitstreiter in unserem Party-Imperium war schon innerhalb kürzester Zeit unter den Massen, und hielt werbewirksam den Flyer zu unserer aktuell geplanten „NDW Party“ hinter dem damaligen Bürgermeister Walter Momper in die Höhe.
    MomperNDW

    Das Motto „Neue Deutsche Welle“ bekam eine ganz ungeahnte Bedeutung. Ein Party-Flyer an diesem Abend hinter dem staatstragend deklamierenden Momper war sicher keine Großtat meines Mitstreiters an diesem Abend. Aber wir waren jung und brauchten das Geld.

    Die Stimmung an diesem Abend und den nächsten Tagen kann man kaum wiedergeben. Wir fuhren mit meinem fast schrottreifen 69er Käfer Cabrio durch die Stadt, Dach auf, wildfremde Menschen auf Hinterbank und auf dem aufgeklappten Dach (tat ihm nicht gut, dem Dach), wir feierten und freuten uns mit den Menschen.

    In meinem Elternhaus entstand der „runde Tisch“, weil meine Mutter die in Scharen in unserer Strasse ankommenden DDR-Bürger gleich ins Haus bat und Kaffee und Kuchen an unserem runden Tisch anbot. In jenem Haus, in dem wir uns in diesem Sommer zusammenfanden, um auch einen Mauerstein „S0065“ zu bemalen, der heute fallen wird.
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    Sehr bewegend dann am 10. November die Öffnung der Glienicker Brücke. Hier endeten oft die Radtouren meiner Kindheit, immer lief ein gespenstischer Schauer über den Rücken, wenn man als Kind die Agentengeschichten hörte und nachts auf die menschenleere, in der Mitte geteilten Brücke schaute. Und jetzt fuhren die Trabis ungehindert von Potsdam nach Berlin, wir standen dort, feierten – und haben auch die eine oder andere Träne vergossen.

    Gestern, als wir den Styropor-Mauersteinen folgten, an der Linie entlang, an der die Mauer stand, auf der auch ich an jenen Tagen im November 1989 vor dem Brandenburger Tor stand und es gar nicht fassen konnte, da war er wieder da, der Stolz, ein Berliner zu sein und diesen Tag in der Geschichte hautnah erlebt zu haben.

    3 Millionen

    Rupiah

    Wenn einem 3 Millionen abgebucht werden, steht einem schon mal schnell der Schweiß auf der Stirn.

    3.000.000 Indonesische Rupiah sind zwar nur rund 200 Euro, aber auch für die kann man sich mehr als ein warmes Abendessen kaufen. Ausserdem war ich am Samstag gerade nicht in Indonesien im Waterboom Park.

    Anruf bei der Bank ergab: Ich bin offenbar Opfer eines manipulierten Geldautomaten geworden. Der hat meinen Magnetstreifen ausgelesen und den PIN mitgeloggt. Der böse Batzi in Indonesien hat dann beim ersten Versuch auch den richtigen PIN eingegeben und das Geld gezogen.

    Der Betrug kann bis zu zwei Jahre her sein und es ist nicht nachvollziehbar, welcher Automat manipuliert war.

    Merke, sagt die Dame am Telefon, nimm im Ausland niemals einen freistehenden Geldautomaten.

    Berlin-Mitte gestern und heute

    Berlin90er

    Eine -> Zeitreise nach Berlin-Mitte

    Schöner Arbeiten 2.0

    Wird geladen

    "Lebensretter"-#Pfannkuchen für das beste Projektteam der Welt. #foodporn #food

    Auf Instagram anzeigen

    Gut, wenn man so ein Projektteam um sich hat.

    Über den Sinn von Kurznachrichtendiensten

    In seinem IOM SUMMIT Review geht Harald Schirmer der Frage auf den Grund, wie man einem kopfschüttelnden Social-Novizen erklären könnte, wieso und warum Twitter funktioniert.

    Im durchschnittlichen Alltag ist Twitter für mich vor allem Newsfeed und Linkschleuder, Teil meines sich stark wandelnden Mediennutzungs-Verhaltens und eine der beste Quelle für Zufallsfunde. Längere Diskussionen oder Interaktion mit Freunden finden normalerweise eher auf Facebook statt.

    Aber das „kurz- und knackig Medium“ Twitter leistet auf Veranstaltungen wie dem IOM SUMMIT auch Dienst als kollaboratives Tagebuch sowie als Medium für schnelles Feedback und als Stimmungsbarometer.

    „Was bringt ein SMS ähnlicher Nachrichtendienst im Internet?“ fragt Herr Schirmer:

    Social Business wird dann wertvoll, wenn ich damit nicht mehr zusätzlich dokumentiere, sondern es als Arbeitsmittel verwende. In diesem Fall ersetzt Twitter das Notizbuch und ist damit viel “Reicher” (Fotos, Videos, Links), aber vor Allem es ist Kollaboration/Interaktiv – das heißt alle schreiben im gleichen Notizbuch (verbunden über einen HashTag – in diesem Fall #ioms14 ). Der weitere sogar noch größere Wert geht in Richtung Wissensmanagement – da dieses “Notizbuch” öffentlich ist – damit also die Information jederzeit gefunden und “weiterleben” kann…

    Zwei Aspekte machen Twitter im konkreten Fall für mich wertvoll:

  • Als Teilnehmer: Die Multimediale Dokumentation vieler Beteiligten des Events unter einem gemeinsamen Hashtag wie #ioms14 oder als Kollektion der wesentlichen Aussagen später in Storify.
  • Als Moderator während der Veranstaltung: Der direkte Austausch der Teilnehmer untereinander über den Vortrag. Schon während des Vortrags wird klar, welche Fragen und Themen das Publikum beschäftigt. Man kann direkt im Anschluss darauf auf das Stimmungsbild eingehen und dem Referenten bietet sich ein direkter Feedback-Kanal.

    Außerhalb der trendigen Events wie re:publica oder der Events der deutschen Netz- und Startup-Szene findet diese Form der Teilnahme an Veranstaltungen noch wenig statt. Oft twittert der Nerd bei Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum leise vor sich hin in einen leeren Raum ohne Echo. Oft herrscht Unverständnis, wenn man während eines Vortrag auf einer Glasscheibe herumhackt und augenscheinlich nicht „zuhört“.

    Der Mehrwert erschließt sich erst durch das Tun und Erleben. Viele Referenten wissen das und fordern explizit zum twittern auf. Es ist – wie gesagt – ein wertvoller Rückkanal. Auf die Frage, ob es ihn nicht stören würde, wenn während seines Vortrags ein Großteil der Leute in ihre Devices starren, sagte einer der Kollegen sinngemäß: Nein. Denn ich weiß, dass sie sich über meine Themen austauschen. Das Device als der „Second Screen“ des Konferenzpublikums.

    Hier der direkte Link zum -> Konferenz-Review.

  • Digital? Social? Just Workplace.

    Der diesjährige IOM SUMMIT stand unter dem Motto „The Digital Workplace Revolution“. Auch wenn es wohl eher eine Evolution statt einer Revolution wird: Über den „Digital Workplace“ oder „Social Workspace“ will in Zukunft keiner mehr reden müssen. Das ist nur eine der wertvollen Erkenntnis nach zwei Tagen Seminaren, Workshops, Networking und Pausengesprächen auf dem IOM SUMMIT.

    Wenn moderne Mensch auch nicht mehr „ins Internet gehen“, so wechseln die Mitarbeiter auch nicht zu ihrem digitalen Arbeitsplatz. Das Netz ist ja auch einfach da. Erst wenn es aus den Köpfen verschwindet, wir nicht mehr „hingehen“ sondern es einfach nutzen, erst dann ist etwas erreicht. Wir trennen nicht mehr „digital“ von „real“.

    Für den „digitalen Arbeitsplatz“ gilt: Er wird erst dann Realität, wenn ihn die Eigenschaft „digital“ oder „social“ nicht mehr beschreiben muss. Es ist dann einfach der Arbeitsplatz. Und der Arbeitsplatz muss weder festen Ort, noch feste Zeit, noch definierte Gerätschaften haben. Wir „Wissensarbeiter“ arbeiten dann dort, wo uns die Arbeit findet. Wie uns auch die Information finden werden, und nicht wir die Informationen.

    Es stellt sich in Zukunft auch bei Hardware nicht die Frage, welche Devices zugelassen sind oder welche Anwendungen in welcher hochsicheren Sandboxen laufen. Bring Your Own Device ist schön und gut, aber wir werden in einer Welt arbeiten, in der Content im Vordergrund steht, an dem wir alle arbeiten werden. Egal mit welchem Werkzeug, auch egal mit welcher Software. Quasi „Bring Your Own Application“. Weg vom Paradigma des „Anhang lösen, bearbeiten, Datei wieder anhängen, nach Möglichkeit an ganz viele Kollegen vermailen“. Hin zur gemeinsamen Arbeit an Inhalten, ohne über Werkzeuge groß nachzudenken.

    Bis dahin sind viele Hürden zu nehmen. Fast alle Praxisbeispiele zeigten die gleichen Adaptionsprobleme. Mittleres Management. Misstrauenskultur. Anwesenheitswahn. Die klassische Organisationsstruktur mit Hierarchie und Regelkommunikation stammt aus dem Zeitalter der Industrialisierung. Den Anforderungen der Wissensarbeiter entspricht sie nicht.

    Das zu ändern, ist klar die härteste Nuss, die die Teilnehmer gemeinsam versuchen zu knacken. 8 Jahre dauert der Kulturwandel, orakelt Harald Schirmer. Und er muss es wissen, schließlich führt er eines der bekanntesten Social Business Projekte bei der Continental zum Erfolg.

    Es waren spannende zwei Tage in Köln. Danke auch an die Veranstalter. Oft kreist man ja im Netz umeinander. Hier sah sich die Gemeinde mal wieder #F2F, Face to Face. Die große Frage, was eigentlich passieren würde, wenn das kleine Häufchen der vielleicht rund 100 Enterprise 2.0 Enthusiasten und Treiber von heute auf morgen lieber Tomaten züchtet statt für hierarchiefreie Kommunikation, gegen Silo-Denken und für grenzenlose Zusammenarbeit zu kämpfen – diese Frage blieb in vielen Gesprächen am Rande der Veranstaltung unbeantwortet.

    Ich vermute, es finden sich dann weitere 100 Enthusiasten. Denn was wir hier treiben, ist lediglich die Kanalisierung des Drucks, der gerade von außen entsteht. Die technologische und kulturelle Entwicklung ist nicht aufzuhalten, und hier gilt es, die Kausalitäten nicht zu verwechseln.

    Diese Entwicklung nur mit der Installation eines Social Networks zu beantworten, greift zu kurz.

    Offenheit, Partizipation, Digital Leadership sind die Schlagworte, Change Management die große Aufgabe.

    In diesem Sinne freue ich mich auf die Fortsetzung der Diskussion in der virtuellen Welt, bis die Gemeinde wieder beim nächsten Event #F2F diskutiert.

    Still in love with Flickr

    Tessin und Piemont

    Ich bin Flickr Nutzer der ersten Stunde. Ich habe viele Bilder-Dienste durch. Gelegentlich teile ich mal in der Apple Welt ein angezogenes Album in der iCloud. Picasa nutze ich nur auf dem Desktop zur schnellen Bearbeitung. Instagram ist nur für meine mobilen Spontan-Bilder. Und viele Bilder-Dienste sind leider auch schnell wieder verschwunden.

    Der Output aus der guten alten Spiegelreflexkamera landet immer noch bei Flickr.

    Lista dei Suff

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    Aktueller Pegelstand des Kofferraums unserer Freunde, die nicht nur die Weingüter auswählen, sondern die dankenswerterweise die Kisten auch nach Hause fahren:

    Adriano Kaufmann, „Pio della Rocca“
    Adriano Kaufmann, Sauvignon Blanc

    Gleich um die Ecke wohnen Eric und Fabienne Klausener in Purasca:
    Baronessa Rossa, (Arinarnoa, Caladoc, Marselan)
    Merlot GRAN RISAVIER

    Bis auf den Sauvignon werden wohl die Flaschen direkt in den Keller wandern für ein paar Jahre.

    Update 9. September, Piemont:

    Wir sind bei Pechenino eingezogen. Gutshaus auf einem Hügel in den Weinbergen. Wir wohnen direkt an der Quelle. Die beiden Brüder machen viel mit der Dolcetto Traube – und haben beim feuchten kalten Wetter dieses Jahres nicht viel Grund zu r Freude. Wir laden ein:

    BRICCO BOTTI, Dolcetto
    Langhe Pinot Noir (leider schon fast weggetrunken, gibt keinen Nachschub mehr)
    Langhe Nebbiolo

    Update 10. September, Piemont:

    Rivetto. Eine Art gut gelaunter Popstar im Vergleich zu den ernsten Pechenino Brüdern. Nicht ganz so gebeutelt vom Wetter. Traumhaft gelegenes Weingut mit Blick auf Serralunga.

    Wir packen ein:
    Barolo DOCG Briccolina
    Barbera d’Alba DOC Zio Nando
    Das eine oder andere Fläschchen Grappa

    Update 11. September, Piemont:

    Dieser Tage tritt Luca di Montezemolo ab. Anlass genug zu prüfen, ob auf seinem Weingut alles in Ordnung ist. Ist es. Wir nehmen mit:

    „Curdè“ Langhe Rosso D.O.C.
    „Funtanì“ Barbera d’Alba Superiore D.O.C.
    Leider keinen Ferrari Dino

    Zum Weinen

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    Wir sitzen im Tessin. Irgendwo in den Hügeln zwischen Lago Maggiore und Luganer See.

    Adriano Kaufmann sitzt mit uns auf seinem Hof. Bunter Plastiktischdecke, vier Gläser und Weinflaschen. Bis wir hier ankamen, hat es gedauert. Keine Website, keine Wegbeschreibung. Ein Hinweisschild am Straßenrand soll es mal gegeben haben. Es fehlt aber jetzt. Man muss ihn halt suchen.

    Das, was Adriano Kaufmann ausschenkt, gilt als das Interessanteste, was auf dem Tessin in die Flasche kommt. Es sind ein paar Tausend Flaschen, die er dem Berg abtrotzt. Natürlich Merlot, aber auch Sauvignon Blanc. Wir sind viel zu wenig Experten, um zu verstehen, warum gerade seine Weine als Herausragend gelten. Angepriesen wird er in den höchsten Tönen, die Fachwelt liebt ihn. „Der Pio della Rocca: Adriano Kaufmanns Flaggschiff-Wein mit fantastischem Lagerpotenzial“. Kaufen kann man den Wein nur in der Schweiz. Steuer und Zoll machen den Vertrieb nach Deutschland für einen kleinen Produzenten offenbar unmöglich. Also muss man schon hinfahren.

    Unsere Freunde haben uns hergelockt. Und wir genießen es. Wir trinken. Wir reden. Wir laden die ersten Flaschen ein. Beginn einer Weinreise durch Tessin und Piemont.